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Gefährlicher Cocktail: Was bewirken Medikamente im Wasser?
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Natur & Umwelt

Gefährlicher Cocktail: Was bewirken Medikamente im Wasser?

Das Umweltbundesamt hat 2015 circa 150 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe nachgewiesen, die in Oberflächengewässern, aber auch im Grundwasser und im Boden gefunden wurden. Wie genau sich dieser chemische Cocktail auf unsere Gesundheit oder die Lebewesen auswirkt, ist bisher noch weitgehend unbekannt. Klar ist…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
Artikelbild

pixabay.com, Public DomainPictures

Das Umweltbundesamt hat 2015 circa 150 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe nachgewiesen, die in Oberflächengewässern, aber auch im Grundwasser und im Boden gefunden wurden. Wie genau sich dieser chemische Cocktail auf unsere Gesundheit oder die Lebewesen auswirkt, ist bisher noch weitgehend unbekannt. Klar ist jedoch: Die Medikamente entfalten ihre Wirkung auch im Wasser und sie beeinflussen die geistige und körperliche Entwicklung der Lebewesen, die sie aufnehmen. Und auch für den Menschen hat die Medizin im Wasser Folgen.

Langlebige Medizin

Viele Menschen nehmen regelmäßig Medikamente. Das kann die Pille sein, ein Mittel gegen Bluthochdruck oder Antidepressiva. Damit die Medizin ihre Wirkung auch am richtigen Ort im Körper entfaltet, ist sie meistens sehr stabil. Denn in unserem Körper muss sie die Passage durch den Magen unbeschadet überstehen. Daraus folgt allerdings auch, dass viele Wirkstoffe oder deren Abbauprodukte vom Menschen wieder ausgeschieden werden und sich auch in unserer Umwelt schlecht abbauen.

Mit dem Abwasser gelangen diese Arzneien dann in unsere Kläranlagen. Dort können die meisten dieser chemischen Verunreinigungen jedoch nicht herausgefiltert werden, so dass die stabilen Verbindungen in unseren Wasserkreislauf gelangen. Auch Tierarzneimittel landen unbeabsichtigt in Boden und Gewässern. Sie finden ihren Weg in die Umwelt durch die Verteilung von Gülle und Mist auf den Feldern.

Artikelbild

Frank Vincent / CC BY-SA 3.0

Die Konzentrationen der Arzneimittelrückstände im Wasser sind oft nur sehr gering, doch Untersuchungen zeigen, dass dies ausreichen kann, um Auswirkungen auf die Umwelt zu haben. Ein Beispiel dafür sind Antibiotikarückstände in unseren Gewässern, die zu vermehrten Resistenzen bei Bakterien führen können.

Das Problem daran: Die meist harmlosen Bakterien im Wasser oder Boden können ihre Resistenzen auch auf Krankheitserreger übertragen. Und wenn diese uns dann infizieren, wirken die wichtigsten Gegenmittel nicht mehr: Die Erreger sind gegen Antibiotika immun. Besonders in Fließgewässern in der Nähe von Kläranlagenabläufen wurden schon mehrmals multiresistente Mikroorganismen entdeckt. Antibiotikarückstände im Wasser führen außerdem dazu, dass das Algenwachstum reduziert wird

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