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Geminiden: Sternschnuppen satt am Wochenende
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Geminiden: Sternschnuppen satt am Wochenende

Jedes Jahr Mitte Dezember hat einer der schönsten und ergiebigsten Sternschnuppen-Regen des Jahres hat seinen Höhepunkt: der Meteorschauer der Geminiden. Er bringt bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde, viele dieser hellen Lichtspuren sind selbst am Stadthimmel sichtbar. Besonders sind die Geminiden aber nicht nur…
Veröffentlicht
12. Dezember 2025
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
Geminid meteor shower over Gemini North on 13 December 2020

© International Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/AURA | CC BY 4.0

Jedes Jahr Mitte Dezember hat einer der schönsten und ergiebigsten Sternschnuppen-Regen des Jahres hat seinen Höhepunkt: der Meteorschauer der Geminiden. Er bringt bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde, viele dieser hellen Lichtspuren sind selbst am Stadthimmel sichtbar. Besonders sind die Geminiden aber nicht nur wegen ihrer vielen Meteore: Der Ursprung dieser kosmischen Staubkörnchen ist speziell – und noch immer nicht ganz geklärt.

Sternschnuppen entstehen, wenn kosmische Staubkörnchen auf die Erdatmosphäre treffen und in ihr verglühen. Je nach Größe dieser Partikel – einige können bis zu erbsengroß sein – erzeugt dies mehr oder weniger helle Leuchtstreifen am Himmel. Besonders viele Sternschnuppen gibt es dann, wenn unserer Erde auf ihrer Bahn um die Sonne die Reste eines Kometenschweifs oder einer anderen kosmischen Staubwolke kreuzt. Die Folge ist ein Meteorschauer.

Radiant der Geminiden, 2025

© 2025 Sky & Telescope

Kosmische Staubschwaden in der Erdbahn

Im Laufe eines Jahres durchquert die Erde mehrere solcher Staubreste, daher treten die verschiedenen Meteorschauer zu relativ festen Zeiten im Jahr auf: Der Sternschnuppenregen der  Perseiden hat seinen Höhepunkt immer Mitte August, die Geminiden-Meteore haben ihr Maximum Mitte Dezember. Ihre Namen erhalten die Meteorschauer nach dem Sternbild, aus dem die meisten Sternschnuppen dieses Schauers zu kommen scheinen.

Im Falle der Geminiden ist das Sternbild der Zwillinge der sogenannte Radiant. Dieses geht schon am Abend im Osten auf und wandert dann bis zum Sonnenaufgang über den Himmel. Dadurch sind die Geminiden-Sternschnuppen vom abendlichen Dunkelwerden bis in die Morgendämmerung hinein am Himmel zu sehen. Typisch für diesen Meteorschauer sind besonders viele helle, eher langsam fliegende Sternschnuppen, die eine lange Leuchtspur am Himmel hinterlassen. Auf dem Höhepunkt der Geminiden können bis zu 150 Meteore pro Stunde über den Himmel rasen.

Sternschnuppen und Erdrotation

Alle ein bis zwei Minuten eine Sternschnuppe

Ihren Höhepunkt erreichen die Geminiden in diesem Jahr am Sonntagmorgen, dem 14. Dezember 2025, gegen 09:00 Uhr. Deshalb ist die Nacht von Samstag auf Sonntag die beste Gelegenheit zur Sternschnuppenjagd. Astronomen erwarten in den frühen Morgenstunden und beim Maximum bis zu 100 Meteore pro Stunde. An einem dunklen Standort mit klarem Wetter können bereits ab etwa 22 Uhr immer wieder Sternschnuppen über den Himmel huschen – bei optimalen Bedingungen sogar alle ein bis zwei Minuten.

Wie viele Sternschnuppen man tatsächlich erspäht, hängt jedoch stark vom Beobachtungsort und der jeweiligen Himmelshelligkeit ab. „Das Beobachten von Meteoren ist einfach – man braucht keine besondere Ausrüstung außer den eigenen Augen“, sagt Edwin Aguirre vom Magazin Sky & Telescope. „Doch man sieht mehr Sternschnuppen, wenn man den Augen nach dem Hinausgehen mindestens 20 Minuten Zeit gibt, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.“

Bahn des Asteroiden (3200) Phaethon

© Sky & Telescope diagram

Asteroid statt Kometenstaub?

Doch die Geminiden haben noch eine Besonderheit: Anders als die meisten anderen Meteorschauer gehen sie nicht auf den Staubschweif eines Kometen zurück. Stattdessen entdeckten Astronomen im Jahr 1983, dass die Geminiden-Sternschnuppen höchstwahrscheinlich vom Asteroiden (3200) Phaethon stammen. Dieser rund fünf Kilometer große Brocken kreist auf einer stark exzentrischen Bahn um die Sonne, die von jenseits des Mars bis in große Sonnennähe reicht.

Wie dieser Asteroid aber genug Staub für die vielen Meteore erzeugen kann, ist ungeklärt. Denn anders als Kometen sind Asteroiden normalerweise massive Felsbrocken, die selbst bei ihrer größten Sonnenannäherung nur wenig Gas und Staub freisetzen. Beobachtungen durch den NASA-Sonnensatelliten SOHO haben gezeigt, dass Phaeton bei seiner Sonnenpassage zwar vorübergehend einen kurzen Schweif ausbildet. Dieser besteht aber primär aus Gas und enthält kaum Staub.

Aber woher kommen dann die Staubkörnchen der Geminiden-Sternschnuppen? Darüber können Astronomen bisher nur spekulieren. Einer Hypothese nach brach vor längerer Zeit ein Stück des Asteroiden Phaeton ab, zerfiel und erzeugte so die kosmische Staubschwade. Einem anderen Szenario nach bilden sich beim nahen Vorbeiflug Phaetons an der Sonne Risse im Asteroiden, durch die vermehrt Staub austritt. Belegen ließ sich dies aber bisher nicht. Damit bleiben die Geminiden-Sternschnuppen vorerst rätselhaft.

Quelle: Sky & Telescope, Royal Astronomical Society

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