1982 ist das Jahr der Wende: Nach dreizehn Jahren zerbricht am 17. September die sozialliberale Regierung in Bonn. Die FDP entscheidet sich für CDU/CSU als neuen Koalitionspartner. Am 1. Oktober wird Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) durch ein konstruktives Misstrauensvotum gestürzt. Der CDU-Vorsitzende Helmut Kohl übernimmt das Amt des Regierungschefs. Es beginnt die 16jährige Regentschaft des machtbewussten und instinktsicheren Kohl. Zwei der größten Skandale in der Geschichte der Bundesrepublik lassen außerdem generelle Zweifel an den moralischen Qualitäten der Führungspersönlichkeiten in Politik und Wirtschaft aufkommen: Anfang Februar wird bekannt, dass Topmanager des gewerkschaftseigenen Wohnungsbaukonzerns Neue Heimat jahrelang in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Wenig später kommt der Verdacht auf, dass sich Bonner Politiker durch Spenden des Flick-Konzerns in ihren Entscheidungen hätten beeinflussen lassen. Neben Wirtschaftskrise und Regierungswechsel bleibt der Streit um die Rüstung eines der wichtigsten politischen Themen. Während sowohl die alte wie die neue Regierung am NATO-Doppelbeschluss, also der Stationierung weiterer atomarer Mittelstreckenraketen auch in der Bundesrepublik bei einem gleichzeitigen Verhandlungsangebot an die Sowjetunion, festhalten, findet die Friedensbewegung immer stärkeren Zulauf. Mit Demonstrationen und Kundgebungen, aber auch mit der Blockade militärischer Einrichtungen versuchen deren Anhänger, einen Rüstungsstopp und Abrüstungsinitiativen durchzusetzen.