Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1990
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Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1990

Bild: Foto: Diverse, Public domain, via Wikimedia Commons

Herzlich Willkommen, liebe Zuhörer. Kaum sind sie rum, die 80er mit ihren Neonfarben und dem VoKuHiLa-Haarschnitt, den Yuppies und den Poppern, kommt eine völlig neue Generation auf. Ich gehöre dazu und nehme Sie heute mit in das Jahrzehnt, in dem nicht nur ich groß geworden bin, sondern auch das Internet, das Handy, unser deutsche Staat und leider auch der Ausländerhass. Zugegeben, damals habe ich mich noch nicht wirklich für Politik interessiert, aber dass die Wiedervereinigung etwas Besonderes war, habe ich sehr wohl verstanden. Mich beschlich dasselbe feierliche Gefühl wie ein Jahr zuvor beim Mauerfall. Es war gerade große Pause in der Schule, als unser Direktor durch die Lautsprecher verkündete, die Mauer sei gefallen. Bis ich die Sache mit der Wiedervereinigung in ihrer gesamten Bedeutung erfasst habe, musste aber noch ein wenig Zeit vergehen. Das galt auch für alles, was neu war in dem Jahrzehnt. Es ging alles so schnell. Plötzlich war das Internet da, das Handy, der Computer und diese – wie bitte? Chats? – davon hörten wir mehr als wir wussten. Apropos hören: Techno war total angesagt. Ich mochte diese „Utz Utz Utz-Mucke“ nicht sonderlich, musste sie aber notgedrungen mit anhören, weil sie einfach überall lief. Manche bogen - oder schüttelten - sich bei den harten, immer gleichen Beats seltsam in tiefste Ekstase; auf Parties, in Discos, vor allem aber bei der Love Parade. Was die Mode betrifft, so begeisterten wir Mädels uns für bauchfreie Tops und überlegten, ob wir uns auch Zunge, Bauchnabel, Augenbrauen durchstechen lassen sollten. Eigenartig war das ja schon, aber eben auch super cool! Soviel zu meinen persönlichen Highlights. Objektiv betrachtet, war natürlich noch mehr los in den 90ern: da war zum Beispiel die Fußball-WM, das Tamagotschi-Fieber, die neuen Postleitzahlen, das Zugunglück in Enschede oder die Potenzpille für den Mann!

Herzlich Willkommen, liebe Zuhörer. Kaum sind sie rum, die 80er mit ihren Neonfarben und dem VoKuHiLa-Haarschnitt, den Yuppies und den Poppern, kommt eine völlig neue Generation auf. Ich gehöre dazu und nehme Sie heute mit in das Jahrzehnt, in dem nicht nur ich groß geworden bin, sondern auch das Internet, das Handy, unser deutsche Staat und leider auch der Ausländerhass. Zugegeben, damals habe ich mich noch nicht wirklich für Politik interessiert, aber dass die Wiedervereinigung etwas Besonderes war, habe ich sehr wohl verstanden. Mich beschlich dasselbe feierliche Gefühl wie ein Jahr zuvor beim Mauerfall. Es war gerade große Pause in der Schule, als unser Direktor durch die Lautsprecher verkündete, die Mauer sei gefallen. Bis ich die Sache mit der Wiedervereinigung in ihrer gesamten Bedeutung erfasst habe, musste aber noch ein wenig Zeit vergehen. Das galt auch für alles, was neu war in dem Jahrzehnt. Es ging alles so schnell. Plötzlich war das Internet da, das Handy, der Computer und diese – wie bitte? Chats? – davon hörten wir mehr als wir wussten. Apropos hören: Techno war total angesagt. Ich mochte diese „Utz Utz Utz-Mucke“ nicht sonderlich, musste sie aber notgedrungen mit anhören, weil sie einfach überall lief. Manche bogen - oder schüttelten - sich bei den harten, immer gleichen Beats seltsam in tiefste Ekstase; auf Parties, in Discos, vor allem aber bei der Love Parade. Was die Mode betrifft, so begeisterten wir Mädels uns für bauchfreie Tops und überlegten, ob wir uns auch Zunge, Bauchnabel, Augenbrauen durchstechen lassen sollten. Eigenartig war das ja schon, aber eben auch super cool! Soviel zu meinen persönlichen Highlights. Objektiv betrachtet, war natürlich noch mehr los in den 90ern: da war zum Beispiel die Fußball-WM, das Tamagotschi-Fieber, die neuen Postleitzahlen, das Zugunglück in Enschede oder die Potenzpille für den Mann!

Das Jahr 1990

Und: Attentate auf Politiker: Im April sticht die 42-jährige Adelheid Streidel aus Heppingen an der Ahr auf Oscar Lafontaine ein. Sie verletzt ihn lebensgefährlich mit einem Messerstich am Hals. Im Oktober schießt der 36-jährige Dieter Kaufmann dreimal auf Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Der CDU-Politiker überlebt, sitzt aber seitdem im Rollstuhl.

Hier hören Sie das Audio "Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1991"

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