Die drei Dimensionen

Auf welche Dimensionen sich der Orientierungssinn beziehen kann, wird deutlich, wenn er gestört ist. Im Alkohol-Rausch zum Beispiel. Dann fällt es einem nämlich meistens nicht nur schwer, den richtigen Weg zu finden, sondern man verliert auch das Gefühl für die Zeit und das eigene Selbst. Der Orientierungssinn ist demnach sowohl für den Raum als auch für die Zeit und die eigene Identität zuständig.
lechts und rinks
„manche meinen/ lechts und rinks/ kann man nicht velwechsern/ werch ein illtum“ heißt es in dem Gedicht „lichtung“ des österreichischen Schriftstellers Ernst Jandl. Ganz ohne Ironie verwechseln Menschen tatsächlich immer wieder rechts und links und können sich geographisch schlecht orientieren. Insbesondere bei Frauen ist dieser Orientierungssinn weniger stark ausgebildet. In diesem Zusammenhang wird oft auf die rechte Gehirnhälfte verwiesen, die für das räumliche Denken zuständig und bei Männern deutlich ausgeprägter ist als bei Frauen. Zwei Forscherinnen von der University of Edinburgh konnten allerdings jüngst belegen, dass der Unterschied zwischen Mann und Frau in unterschiedlichen Orientierungsweisen liegt. Frauen merken sich demnach eher Wegmarken, d. h. markante Punkte wie Supermärkte, Kirchen oder Tankstellen, während Männer sowohl optische Hinweise als auch räumliche Anordnungen speichern.
Dass Orientierungssinn lernbar ist, behaupten andere Wissenschaftler und belegen es mit der These, dass Jungen einfach mehr unterwegs seien und immer wieder Umwege nähmen, während Mädchen vertraute Wege bevorzugten und sich bereits in jungen Jahren auf ihre Begleiter verlassen würden. Wer seinen Orientierungssinn trainiere, könne allerdings besser werden. Wenn das kein Hoffnungsschimmer aus dem Orient ist....




