Grüne Überlebenskünstler
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Grüne Überlebenskünstler

Bild: Foto: MarcusFourmont, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Pflanzen wachsen fast überall: im Meer, in der Wüste und in der Antarktis. Sogar durch Beton oder Teer finden sie ihren Weg. Die Natur hat eine Menge Tricks auf Lager, damit ihre Sprösslinge zurechtkommen.

350.000 Arten

Ganz schön clever! Auf der Erde gibt es über 350.000 verschiedene Pflanzenarten. Jede Art ist so beschaffen, dass sie optimal in ihren Lebensraum passt.

Gegen den Durst

In der Wüste ist Wasser Mangelware. Kakteen und Sukkulenten verschwenden keinen Tropfen von dem kostbaren Nass. Mit vielen kleinen Wurzeln saugen sie den nächtlichen Tau aus dem Sand und speichern ihn in dickfleischigen Blättern und Stängeln.

Härchen schützen vor der brennenden Sonne und Stacheln vor durstigen Tieren. Lebende Steine tarnen sich zusätzlich, wie der Name schon sagt: Sie sind in Farbe und Form echten Steinen zum Verwechseln ähnlich.

Im Meer gibt es zwar eine Menge Wasser, doch das ist salzig. Mangroven - baumartige Pflanzen, die direkt im Küstenwasser wachsen - stecken das weg. Sie speichern Salz in ihren Zellen oder scheiden es durch spezielle Drüsen aus. Stark versalzte Blätter werfen sie einfach ab.

Futtersuche

Außer Wasser brauchen Pflanzen auch Nährstoffe wie z.B. Mineralien. Gibt der Boden das nicht her, suchen sie eben eine andere Futterquelle.

Tillandsien haben Schuppen, mit denen sie Wasser und Nährstoffe direkt aus der Luft aufnehmen. Deshalb müssen sie nicht in der Erde wurzeln.
Der Greisenbart mit seinen langen Fäden sitzt hoch oben auf Bäumen im tropischen Regenwald. So bekommt er mehr Sonne.

Auch Misteln gedeihen in Baumkronen. Sie sind allerdings Schmarotzer, das heißt sie holen sich Nährstoffe von ihrem Wirtsbaum.

Fleischfressende Pflanzen sind oft in sehr kargen Gegenden zu Hause. Deshalb bessern sie ihre Mahlzeiten mit ein paar leckeren Insekten auf.
Jeder Fleischfresser hat seine eigene Jagdmethode: Bei der Venusfliegenfalle schnappen die Fangblätter zu. Am Fettkraut bleibt die Beute kleben.

Kinderstube

Damit eine Pflanzenart auf Dauer überleben kann, muss sie ihren Samen ausstreuen. Ein beliebter Kniff: Kerne stecken in essbaren Früchten, Tiere nehmen sie mit.
Manche Samen fliegen auch mit dem Wind. Besonders gut durch die Luft gleiten die kleinen Schirmchen der Pusteblume, also des Löwenzahns.

Blumen und Blüten werden häufig von Insekten bestäubt. Um Besucher anzulocken, sind sie meist schön bunt und duften.
Ein besonderes Outfit hat sich die Aasblume zugelegt: Ihre rot gesprenkelten Blüten sehen aus wie fauliges Fleisch und riechen auch so. Logisch, dass Fliegen voll auf die Aasblume abfahren.

Anspruchlose Algen

Am wenigsten Ansprüche im Pflanzenreich stellen übrigens Algen. Sie halten es selbst in der Antarktis aus.

Grünalgen gedeihen sogar direkt auf Eis. Sie haben einen roten Farbstoff, der ihnen hilft, Licht in Wärme umzuwandeln.
Grünalgen waren vermutlich auch die aller ersten Pflanzen auf der Erde.

Buch-Tipps

Barbara Taylor
Überleben unter härtesten Bedingungen
Dorling Kindersley Januar 2003
96 Seiten
7,90 €
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