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Hawkings Prognose: Ist die Erde in 100 Jahren unbewohnbar?
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Hawkings Prognose: Ist die Erde in 100 Jahren unbewohnbar?

Einmal macht er die künstliche Intelligenz als die größte Bedrohung der Menschheit aus und warnt: "Wenn es schlecht läuft, schafft die künstliche Intelligenz den Menschen ab." Dann wiederum prophezeit er der britischen Nachrichtenseite The Independent, es sei "beinahe Gewissheit", dass die Erde irgendwann Opfer…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
Artikelbild

NASA / Paul Alers

Einmal macht er die künstliche Intelligenz als die größte Bedrohung der Menschheit aus und warnt: "Wenn es schlecht läuft, schafft die künstliche Intelligenz den Menschen ab." Dann wiederum prophezeit er der britischen Nachrichtenseite The Independent, es sei "beinahe Gewissheit", dass die Erde irgendwann Opfer einer großen Naturkatastrophe werde. Womöglich sei unser Planet in 1.000 Jahren unbewohnbar.

Droht die Apokalypse?

Vor wenigen Wochen dann kommt der Visionär mit einer noch düsteren Prognose daher. Nur rund sechs Monate nach seiner 1.000-Jahre Vorhersage korrigiert er in der BBC: Das Ende der Menschheit auf der Erde kommt wohl doch schon in 100 Jahren. Demnach könnten vor allem größere Epidemien, der Klimawandel, die Überbevölkerung und nicht zuletzt Asteroiden das Überleben auf unserem Heimatplanten gefährden. Um der Apokalypse zu entgehen, gelte es daher, die Erde alsbald zu verlassen und im All nach einer neuen Heimat Ausschau zu halten.

Wie realistisch aber ist dieses Szenario - und müssen wir wirklich bald die Koffer packen? Der Physiker und Astronaut Ulrich Walter von der Technischen Universität München hält diese Einschätzung für Unsinn: "Die Aussage Hawkings, innerhalb von 100 Jahren andere Planeten besiedeln zu müssen, basiert auf seiner Annahme, dass der Klimawandel, ein Asteroideneinschlag oder andere Katastrophen die Menschheit vernichten würden. Diese Annahmen treffen nicht zu", so seine Einschätzung.

Artikelbild

thinkstock.com, RomoloTavani

Beispiel Erderwärmung: Dass steigende Meeresspiegel, die Verschiebung von Klimazonen und die Zunahme von Extremwettern viel Leid und Billionen Kosten verursachen werden, ist unbestritten. Die Erde wird dadurch aber nicht zwangsläufig unbewohnbar: "Sollten die Temperaturen in den nächsten 100 Jahren nochmals um 1,5°C steigen, wird es in Deutschland zwar schön warm, das bedeutet aber nicht gleich den Untergang der Menschheit", konstatiert Walter.

Auch die Gefahr durch extreme Wetterlagen hervorgerufener Katastrophen wie Fluten schätzt der Physiker weniger dramatisch ein: "Die gab es immer schon und daran ist die Menschheit bisher noch nicht zugrunde gegangen. Außerdem sind solche und andere Naturkatastrophen immer lokal und können daher die Menschheit global nicht auslöschen."

Artikelbild

thinkstock.com, Pitris

Und wie sieht es mit der Bedrohung durch einen Asteroideneinschlag aus? Walter zufolge ist ein solches Ereignis zwar möglich - aber doch ziemlich unwahrscheinlich. Tatsächlich kommen der Erde in den nächsten 100 Jahren einige Himmelskörper gefährlich nahe. Der Asteroid Apophis beispielsweise kreuzt die Umlaufbahn unseres Planeten voraussichtlich 2036. Eine Kollision hält die US-Weltraumbehörde NASA aktuell allerdings für quasi ausgeschlossen. Sie schätzt das Risiko dafür auf nur 1:250.000 ein.

Andere Experten argumentieren ähnlich wie Walter - und halten auch die weiteren Gefahren, die Hawking nennt, für kontrollierbar. Der Wissenschaftsredakteur Gabor Paal vom SWR etwa merkt an, dass sich die Weltbevölkerung in den vergangenen 100 Jahren vervierfacht hat. In Zukunft werde die Zahl der Menschen weiter wachsen, Prognosen zufolge jedoch bei weitem nicht so rasant wie in der Vergangenheit. "Das ist zu bewältigen. Wir müssen sicherlich auch über neue Energien nachdenken und den Fleischkonsum reduzieren, aber das würde mich noch nicht von der Erde vergraulen", schreibt der studierte Geograph in einem Kommentar.

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