Hell und dunkel: Leben unter Extrembedingungen
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Hell und dunkel: Leben unter Extrembedingungen

Bild: Foto: Kritzolina, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Anders als lange vermutet, können Haie ausgesprochen gut sehen. Doch hohe Sehschärfe ist bei ihnen weniger gefragt. Denn selbst wenn das Meerwasser ganz klar ist, kann man darin nicht kilometerweit sehen. Im Wasser schwebende Teilchen verschlucken das Licht und verringern die Sicht auf ein paar Dekameter. Um ihre Beute erkennen zu können, ist eine hohe Lichtempfindlichkeit gefragt, die auch noch schwächste Schatten wahrnimmt.

Hohe Lichtempfindlichkeit

Anders als lange vermutet, können Haie ausgesprochen gut sehen. Doch hohe Sehschärfe ist bei ihnen weniger gefragt. Denn selbst wenn das Meerwasser ganz klar ist, kann man darin nicht kilometerweit sehen. Im Wasser schwebende Teilchen verschlucken das Licht und verringern die Sicht auf ein paar Dekameter. Um ihre Beute erkennen zu können, ist eine hohe Lichtempfindlichkeit gefragt, die auch noch schwächste Schatten wahrnimmt.

Schutz vor Überbelichtung

Fast alle Haie sehen auch bei Nacht, weil sie hinter ihrer Netzhaut eine Art Restlichtverstärker haben, der Tapetum lucidum genannt wird. Im hellen Tageslicht unter der Wasseroberfläche oder kurz darüber wäre dieser Vorteil jedoch problematisch, wenn es nicht eine Schutzvorrichtung für die Haiaugen gäbe. Sie sind von einem Schleier bedeckt, der die Reflexion der Lichtstrahlen verhindert und damit die Netzhaut vor einer „Überbelichtung“ schützt. Manche Hochseehaie haben vor ihren Augen eine so genannte Nickhaut, die sie bei Bedarf hochfahren können, um ihre empfindlichen Augen unter anderem vor hellem Licht zu schützen.

Perfekt für die Unterwelt

Der eurasische Maulwurf (Talpa europaea) ärgert nicht nur viele Gartenbesitzer, er ist auch anatomisch hervorragend an seine unterirdische Lebensweise angepasst. Seine Vorderbeine sind groß und haben außergewöhnlich kräftige Muskeln. Die so genannte Grabhand ist breit, flach und nach außen gekehrt. An der Handfläche befindet sich ein besonderer Knochen, das Sichelbein, welches die Hand verbreitert und kräftigt.

Ein Fell für alle Richtungen

Das dichte Fell besteht aus gleichmäßig langen Haaren, die nicht in eine bestimmte Richtung wachsen. Daher lassen sie sich auch im Rückwärtsgang mühelos nach vorne legen. In der sehr empfindlichen Schnauze des Maulwurfs sind hoch entwickelte Geruchs- und Tastsinne untergebracht. Im Übrigen sind Maulwürfe, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, nicht blind.

Immer im Rhythmus bleiben

An die Erdoberfläche kommt der Maulwurf nur, wenn er durch Nahrungsknappheit oder große Trockenheit dazu gezwungen wird. Das macht er dann ausschließlich nachts. Sonst leben die Unterweltlinge nach ihrer inneren Uhr. Sie graben stets im gleich bleibenden Rhythmus von etwa drei bis vier Stunden. Dazwischen ruhen sie aus oder inspizieren die fertigen Gänge. Jahr ein, Jahr aus, denn vom Winterschlaf halten Maulwürfe nichts.

Vampire, die keine Mäuse sind

Sicherlich denkt man bei den Begriffen „Säugetier“ und „dunkle Nacht“ sofort an die Nebendarsteller in allen Vampirfilmen: Fledermäuse. Sie sind, obwohl es der Name versucht vorzugaukeln, nicht mit den Mäusen verwandt, sondern bilden in der Klasse der Säugetiere eine eigene Ordnung. Vielleicht sollte man eher „Fledertiere“ zu ihnen sagen.

Fledermäuse hören ihre Umgebung

Fledermäuse fliegen erst nach Sonnenuntergang aus ihren Wohnquartieren und stellen ihrer Lieblingsspeise, den Insekten, nach. Die Nacht gehört dann ihnen. Damit gehen sie ihren Nahrungskonkurrenten, den Vögeln, aus dem Weg. Um sich auch im Schwarz der Nacht orientieren zu können, haben die Fledermäuse ein faszinierendes Echo-Ortungssystem entwickelt. Die Tiere stoßen während des Fluges laufend Schreie im Ultraschallbereich oberhalb 20.000 Hertz aus, womit sie sich ein gutes „Hörbild“ von ihrer Umgebung schaffen.

Schreie, laut wie ein Presslufthammer

An den zurückgeworfenen Echos der Schreie erkennen die Fledermäuse jedes noch so kleine Beutetier. Dieses Ortungssystem ist so leistungsfähig, dass die Tiere sogar noch Drähte von 0,1 Millimeter Durchmesser erkennen. Da die Schreie im Ultraschallbereich und somit oberhalb der Hörgrenze des Menschen liegen, können wir die Ortungslaute nicht hören. Man müsste sagen zum Glück, denn sie werden mit einer Lautstärke von bis zu 120 Phon ausgestoßen, was der Lautstärke eines Presslufthammers entspricht.

Im Dunkel der Höhlen

Eines der absonderlichsten Lebewesen der Dunkelheit ist der Grottenolm (Proteus anguinus). Er gehört wissenschaftlich zu den Salamandern. Wenn man von seinen kurzen, dünnen Beinen einmal absieht, gleicht sein 20 bis 30 Zentimeter langer Körper eher einem Aal. Da der Körper des Tieres keine Farbpigmente besitzt, erscheint er weißlich-rot. Die Augen sind stark verkümmert und an den Seiten des Kopfes sitzen rote Kiemenbüschel, mit denen die Tiere unter Wasser atmen. Sie sind rot, da sie vom Blutkreislauf durchflossen werden.

Ein Leben lang Kaulquappe

Eine Besonderheit in der Welt der Salamander und Molche ist, dass auch die erwachsenen Grottenolme solche Kiemenbüschel besitzen. Alle anderen Salamander und Molche atmen nur als Kaulquappe oder Larve durch Kiemen. Später bilden sich die Kiemen dann zurück und die erwachsenen Tiere nehmen den Sauerstoff über Lungen auf. Biologen bezeichnen diese Eigenart des Grottenolms als Neotenie.

Sie wurden für Drachen gehalten

Der Grottenolm lebt in den unterirdischen Karstgewässern Kroatiens und Nordost-Italiens. Entdeckt wurde er schon im Jahr 1768 und ist seitdem das Highlight der kroatischen Höhlen. Viele Sagen ranken sich um diese Wesen der Unterwelt, zumal immer wieder einige Exemplare bei Hochwasser an die Oberfläche gespült wurden. Aufgrund ihrer Seltenheit boten diese Findlinge dann Anlass für die wildesten Spekulationen. Sie wurden zum Beispiel für junge Drachen gehalten.

Grottenolme in Deutschland

Es gibt auch Grottenolme in Deutschland. Im beschaulichen Harzer Städtchen Rübeland leben sie in der Hermannshöhle, einer Schauhöhle im Kalk. Diese Tiere wurden in den 1930er Jahren aus Slowenien geholt und in einem kleinen Höhlentümpel ausgesetzt. Da es sich dabei nur um männliche Tiere handelt, können sie sich in der Höhle nicht fortpflanzen. Damit dürfte die Zeit, in der man Grottenolme in Deutschland noch sehen kann, begrenzt sein, obwohl sie ein recht hohes Alter erreichen.

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