Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Natur & Umwelt/Artikel
Hitzesommer 2018: Ist der Klimawandel schuld?
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Hitzesommer 2018: Ist der Klimawandel schuld?

Einer der Gründe für das ungewöhnlich langanhaltende Sommerwetter ist eine Abfolge von stabilen, sich ständig erneuernde Hochdruckgebieten über Europa und andere Regionen der Nordhalbkugel. Liegt ein solches stabiles Hoch über uns, blockiert es die normalerweise vorherrschende Westströmung - und versperrt damit den…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
Artikelbild

NASA Earth Observatory

Blockade im Luftraum

Einer der Gründe für das ungewöhnlich langanhaltende Sommerwetter ist eine Abfolge von stabilen, sich ständig erneuernde Hochdruckgebieten über Europa und andere Regionen der Nordhalbkugel. Liegt ein solches stabiles Hoch über uns, blockiert es die normalerweise vorherrschende Westströmung - und versperrt damit den abkühlenden Tiefdruckgebieten den Weg nach Mitteleuropa. Dadurch bleiben Wolken und Regen weitgehend aus und die Luftmassen über uns heizen sich allmählich immer weiter auf.

Bei dieser Wetterlage wird das ausgedehnte und stabile Hochdruckgebiet oft von zwei kleineren Tiefs flankiert – auf einer Höhenwetterkarte ähnelt dieses Muster dem griechischen Buchstaben Omega.   Deshalb bezeichnet man diese Wetterlage auch als Omega-Lage. Eine solche Omega-Lage war auch schon für den "Jahrhundertsommer" im Jahr 2003 und für die Hitzewelle in Osteuropa und Russland im Jahr 2010 verantwortlich.

Europa trocknet aus: Von Grün zu Braun in nur einem Monat

Stau auf der "Windautobahn"

Aber warum sind diese Hochdruck-Blockaden ausgerechnet in diesem Jahr so beharrlich? Die Erklärung liegt hoch über unseren Köpfen: In rund zehn Kilometern Höhe zieht sich dort eine "Windautobahn" einmal um den ganzen Globus – der Polarfront-Jetstream. In ihm rasen Luftmassen mit 250 bis 550 Kilometern pro Stunde Richtung Osten. Antriebskraft und gleichzeitig Formgeber für diesen gewaltigen Windstrom sind die Temperaturunterschiede zwischen den polaren und tropischen Luftmassen. Die starken Luftdruckunterschiede zwischen ihnen treiben den Jetstream an und lassen ihn gleichzeitig in Nord-Südrichtung pendeln.

Doch in den letzten Jahren haben sich die Wellen des Jetstreams schon häufiger stark verlangsamt oder sind sogar ganz in Stocken geraten. Dadurch verharren die Jetstream-Mäander ungewöhnlich lange an einem Ort und halten damit auch die dortige Wetterlage fest. Das Problem dabei: "Wenn in einer Region über Wochen das gleiche Wetter herrscht, können sich sonnige Tage in eine schwere Hitzewelle auswachsen oder Regen in eine Flutkatastrophe", erklärt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Hinzu kommt, dass sich die Mäander des Jetstreams auch vergrößert haben – er pendelt mit größerer Amplitude als früher. Dadurch können Beulen dieser Windautobahn im Norden bis weit in die Arktis hineinreichen und feuchtwarme Luftmassen aus dem Süden dorthin bringen – wie seit Ende Juli bei uns. Umgekehrt können südwärts ragende Mäander extrem kalte Luft bis zu uns bringen – und unsere Winter kälter machen.

Artikelbild

NASA/ Scientific Visualisation Studio

Symptom des Klimawandels?

Aber egal ob Blickade-Hoch oder Jetstream-Stau: Die große Frage ist, ob solche Extremsommer wie in diesem Jahr eine normale Klimaschwankung sind oder aber schon ein Symptom des Klimawandels. Dummerweise ist die Antwort darauf nicht ganz so einfach, denn Wetter und Klima sind durch große natürliche Schwankungen gekennzeichnet. Ob ein Einzelereignis wie dieser Hitzesommer nur eine dieser normalen Variationen ist oder nicht, ist deswegen kaum nachweisbar.

Aber: Entscheidend ist, wie oft solche Hitzeextreme auftreten. Mutiert ein "Jahrtausendsommer" zu einer alle paar Jahre auftretenden Routine, dann steckt mehr dahinter als nur Zufall. "Ich bin mir relativ sicher, dass wir diese Hitzewelle, die wir momentan haben, ohne den Klimawandel nicht hätten", sagt Klimaforscherin Johanna Hay vom Imperial College London. "Natürlich lässt sich das so nicht direkt beweisen. Aber wir können mit Sicherheit sagen, dass solche früher außergewöhnlichen Ereignisse inzwischen immer häufiger geworden sind."

Studien belegen, dass wir hierzulande inzwischen schon doppelt so viele Hitzetage mit mehr als 30 Grad haben als noch in den 1980er Jahren. Schon jetzt ist zudem nachweisbar, dass die Monats-Hitzerekorde dank Klimawandel immer schneller fallen. Demnach kommen Rekord-Hitzemonate heute weltweit fünfmal häufiger vor, als es ohne die globale Erwärmung zu erwarten wäre.

Und der Trend wird sich fortsetzen, glaubt man den Prognosen der Klimaforscher. Nach diesen könnten "Jahrhundertsommer" spätestens für unsere Enkel zur Regel werden. Hitzewellen werden demnach pro Grad im Mittel um zwei bis zehn Tage länger. In knapp 50 Jahren könnte dann fast jeder Sommer neue Rekorde brechen.

Artikelbild

ESA / Alexander Gerst

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
NIH installiert Solar-Parkdach – Projekt zwischen Verwaltungswechsel und Klimapolitik
Natur & Umwelt

NIH installiert Solar-Parkdach – Projekt zwischen Verwaltungswechsel und Klimapolitik

15. Oktober 2026

Die US-Gesundheitsbehörde NIH hat Solarmodule über einem Hauptparkhaus installiert. Das vor der Trump-Amtszeit gestartete Projekt wirft Fragen über die Zukunft grüner Bundesinfrastruktur auf.

Sesame Street zeigt Löwen-Safari in Kenia: Edutainment für Naturschutz
Natur & Umwelt

Sesame Street zeigt Löwen-Safari in Kenia: Edutainment für Naturschutz

15. Oktober 2026

Elmo und Abby Cadabby lernen auf einer Safari-Fahrt durch Kenia, wie Löwinnen ihre Rudel führen. Das Format verbindet Kinderunterhaltung mit Wildlife-Bildung.

Schweizer Gletscher als Maßstab: Antarktis verliert 83-mal mehr Eis pro Jahr
Natur & Umwelt

Schweizer Gletscher als Maßstab: Antarktis verliert 83-mal mehr Eis pro Jahr

2. Oktober 2026

Schweizer Gletscher verlieren jährlich 2 Kubikkilometer Eis. Diese sichtbare Veränderung macht das Ausmaß der polaren Eisverluste greifbar: Die Antarktis verliert seit 2000 durchschnittlich 150 Gigatonnen pro Jahr.

Klimabewegung kämpft mit "Climate Hushing" – Selbstzensur bremst Fortschritt
Natur & Umwelt

Klimabewegung kämpft mit "Climate Hushing" – Selbstzensur bremst Fortschritt

29. September 2026

Klimawissenschaftlerin Katharine Hayhoe und Musiker Adam Met warnen vor interner Kritik innerhalb der Klimabewegung. Das Phänomen "Climate Hushing" führt dazu, dass Akteure ihre Botschaften aus Angst vor Anfeindungen…

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite