Hundstage: Warum es Anfang August wieder heiß wird
Natur & Umwelt

Hundstage: Warum es Anfang August wieder heiß wird

Bild: Foto: Graphphoto, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In den letzten Tagen schien sich der Sommer ja mancherorts schon verabschiedet zu haben: Sturm, Regenschauer und eher kühle Temperaturen muteten eher herbstlich denn sommerlich an. " Die Temperaturen liegen dabei mit Höchstwerten von 17 bis 23 Grad in einem für die Jahreszeit eher leicht zu kühlen Bereich", erklärt Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Schuld daran sind Tiefdruckgebiete, die von Nordwesten kommend für Abkühlung sorgen.

In den letzten Tagen schien sich der Sommer ja mancherorts schon verabschiedet zu haben: Sturm, Regenschauer und eher kühle Temperaturen muteten eher herbstlich denn sommerlich an. " Die Temperaturen liegen dabei mit Höchstwerten von 17 bis 23 Grad in einem für die Jahreszeit eher leicht zu kühlen Bereich", erklärt Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Schuld daran sind Tiefdruckgebiete, die von Nordwesten kommend für Abkühlung sorgen.

Zweite Hitzewelle des Sommers

Doch es bahnt sich eine Besserung an: Passend zum Augustbeginn baut sich ein neues Hochdruckgebiet über Mittel und Osteuropa auf, dass uns warme Luft und viel Sonne beschert. Und nicht nur das: Die nächste Hitzewelle ist damit ebenfalls schon im Anmarsch, denn das Hoch bringt auch heiße Luft aus der Sahara nach Deutschland - Temperaturen über 30 Grad sind dann wieder drin.

Das es sich Mitte Juli abgekühlt hat und jetzt wieder heiß wird, ist kein Zufall. Denn genau diese Abfolge aus erster hochsommerlicher Hitzeperiode, Abkühlung und zweiter Sommerhitze kommt auffallend häufig vor, wie langjährige Aufzeichnungen zeigen. "Diese Witterung ist typisch für den aktuellen Zeitraum", so der Wetterexperte Herold. Oft liegt die zweite Hitzeperiode des Sommers in der Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August – in den sogenannten Hundstagen. Nach alter Überlieferung und auch in den Bauernregeln gelten sie als die heißesten Tage des Jahres.

Wenn der Hundsstern aufgeht

Ihren Namen erhielten die Hundstage schon von den alten Römern. Mit dem vierbeinigen Freund des Menschen haben sie allerdings nur wenig zu tun. Stattdessen geht es um ein Sternbild und einen Stern. Denn in der Antike ging während der Hundstage das Sternbild Großer Hund morgens am Himmel auf. Besonders gut zu sehen war dabei der helle Stern Sirius, auch Hundsstern genannt. Er ist nach der Sonne der hellste Stern an unserm Himmel und markierte für die Römer damit gut sichtbar die heißeste Zeit des Jahres.

Heute allerdings stimmt dieser Bezug zum Hundsstern leider nicht mehr. Weil sich im Laufe der Jahrtausende die Erdachse in Bezug zum Sternenhimmel verschoben hat, geht der Sirius inzwischen erst im September auf. Er läutet damit bei uns eher den Herbst ein als den Hochsommer. Der Name Hundstage für den August als heißeste Zeit ist aber dennoch bis heute geblieben.

Was steckt meteorologisch dahinter?

Aber warum ist ausgerechnet die erste Augusthälfte bei uns so oft besonders heiß? Der Grund dafür ist eine sogenannte Wettersingularität, eine Wetterlage, die zu einer bestimmten Jahreszeit mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit eintritt. Das bedeutet zwar nicht, dass das Wetter in jedem Jahr genau nach diesem Schema ablaufen muss, aber statistisch gesehen sind diese Wetterlagen häufiger als es der Zufall bewirken würde.

Schuld an der Wärmeperiode der Hundstage ist eine Wetterlage, bei der feuchtheiße Luft aus dem Südwesten nach Mitteleuropa strömt, wie Herold erklärt. Aus der Sahara kommend, bringen diese Luftmassen uns besonders hohe Temperaturen. In diesem Jahr allerdings schaffen es die Hundstage wohl nicht, zu den heißesten Tagen des Jahres zu werden. "Der Hitzerekord von Anfang Juli dürfte kaum in Gefahr sein", sagt der Wetterexperte. Zudem ist noch unklar, wie lange diese Hochsommer-Periode anhalten wird. Zwar ist eine solche eine solche Wetterlage für gewöhnlich eher stabil. Nach den Vorhersagen des DWD könnte aber ein aus dem Westen heranrückendes Tief schon nach wenigen Tagen wieder Gewitter und Schauer bringen.

Es kann daher auf keinen Fall schaden, das schöne Sommerwetter auszunutzen, solange es anhält. Dank der Sommerferien können zumindest für viele Schulkinder die heißen Tage entspannt genießen.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite