Ein Sofa in die Natur stellen und zuschauen
Wer einmal im Schlamm suhlende Nashörner oder Nilpferde bei der Wasserschlacht entdeckt hat, möchte sich am liebsten ein Sofa in die Natur stellen und ihnen stundenlang zuschauen. Dabei wird das Hippopotamus wegen seines Gewichts von 20 Zentnern häufig unterschätzt: Es ist äußerst wendig und kann bis zu 30 km/h schnell laufen. Obwohl es Vegetarier ist, fallen ihm mit seinen rasiermesserscharfen Zähnen jedes Jahr mehr Menschen in Afrika zum Opfer, als allen Vertretern der "Big Five".
Delfine, Haie und Wale tummeln sich besonders in den Wintermonaten vor der Südküste. Das Kapland beherbergt viele endemische Arten, darunter die Erdmännchen, den gefährdeten Buschmannhasen und die Leberschildkröte. Nahezu einzigartig ist der Artenreichtum der Vogelwelt, der Amphibien, Reptilien und Insekten. Im Feuchtgebiet des West Coast Nationalparks leben 25 Mio. Wasservögel wie Reiher, Kormorane, Pelikane und Kap-Tölpel. Tausende Zugvögel aus Sibirien überwintern in der Langebaan Lagune.
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Aus fünf werden sieben
Die "Big Five" zu sehen, ist das erklärte Ziel jeder Safari. Als die "Großen Fünf" werden jene fünf großen Säugetiere bezeichnet, deren Abschuss der Traum eines jeden Großwildjägers ist. Darunter fallen Leopard, Löwe, Wasserbüffel, Elefant und Nashorn. Zu den Lieblingstrophäen zählen die aus Elfenbein bestehenden Stoßzähne der Elefanten, die Hörner von Kaffernbüffeln und Nashörnern sowie die Felle der Raubkatzen. Kein Wunder, dass alle fünf wegen der Jagdlust kurz vor der Ausrottung standen. Mittlerweile ist die Jagd nur noch streng reglementiert und auf Tiere, die eigens dafür vorgesehen und freigegeben sind, erlaubt. Die hohen Abschussgebühren haben den kontrollierten Jagdsport ebenfalls enorm eingeschränkt.
Nachdem sich die Population der Elefanten im Ostkap auf elf reduziert hatte, wurde 1931 der Addo Elephant Park gegründet. Inzwischen hat sich die Zahl der Dickhäuter in dem 51.000 Hektar großen Gebiet wieder auf über 200 erhöht. Im Addo gibt es aber nicht nur hervorragende Möglichkeiten, riesige Elefantenherden am Wasserloch zu erleben, sondern auch die beiden zusätzlichen Vertreter der "Big Seven": Das malariafreie Naturreservat nördlich von Port Elizabeth reicht nämlich inzwischen bis an die Südküste, wo je nach Saison zwei maritime Schwergewichte vorbeiziehen – Wale und der Weiße Hai.
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Klein, aber eindrucksvoll
Es gibt neben den "Big Five" auch die "Small Five": Ameisenlöwe, Büffelwebervogel, Nashornkäfer, Pantherschildkröte und Rüsselspringer. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass Südafrika auch bei Insekten, Reptilien, Vögeln und Kleinsäugern eine enorme Artenvielfalt aufweist, die es sich zu entdecken lohnt. Eines der gefährlichsten Reptilien ist die Kapkobra, die giftigste Kobra Afrikas. Sie besitzt ausreichend Gift, um fünf Erwachsene zu töten.
Mehr als 500 Vogelarten gibt es am Kap zu beobachten. Einzigartig ist die Boulders Beach auf der Kaphalbinsel, wo Brillenpinguine sich nicht einmal von Badenden stören lassen. Deutlich mehr Geduld erfordert es, einem Maskenweber beim Nestbau zuzusehen. Die aufwändige und anstrengende Arbeit wird bei den Koloniebrütern von den Männchen erledigt.
Obwohl Naturfreunde gerade wegen der faszinierenden Tierwelt ans Kap reisen, haben sie auch einiges aus dem Gleichgewicht gebracht: Urlauber füttern die Tiere gegen alle Warnungen, so dass diese die Scheu verlieren und aggressiv werden. So haben sich Paviane in der Gegend um Kapstadt zu einer regelrechten Plage entwickelt. Angriffe auf Anwohner und Touristen sind längst keine Seltenheit mehr.

