Im Sattel zu Hause
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Im Sattel zu Hause

Bild: Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, heißt ein alter Spruch. Nomadenstämme wie die Mongolen sind auf dem Rücken ihrer Pferde zu Hause. Manche Mongolenkinder sitzen schon fest im Sattel, bevor sie auf eigenen Beinen laufen können.

Wilde Reiter

Die Mongolen sind ein uraltes Reitervolk. Vor rund 800 Jahren eroberten sie hoch zu Ross ein riesiges Reich. Ihr Fürst hieß Dschingis Khan. Seine Herrschaft reichte von Polen bis Korea und von der Arktis bis nach Persien.

Die wilden Reiter Dschingis Khans waren gefürchtete Kämpfer. Sie beherrschten es, vom galoppierenden Pferd mit dem Bogen zu schießen.

Pferderennen und Stutenmilch

Noch heute leben in der Mongolei Menschen und Pferde Seite an Seite. Die Nomaden ernähren sich von gegorener Stutenmilch und ziehen mit ihrer Herde durch die Steppe. Wo sie einen guten Weideplatz finden, schlagen sie für kurze Zeit ihre Wohnzelte, die Jurten, auf.

Jedes Jahr im Sommer feiern die Mongolen ihr traditionelles Nadam-Fest. Da zeigen sie, wie gut sie reiten, ringen und mit dem Bogen schießen können. Absoluter Höhepunkt des Ereignisses sind die Pferderennen. Die Reiter sind Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren.

Die Mongolen sagen, dass Kinder schneller reiten als Erwachsene, weil sie ihr Pferd frei laufen lassen. Manche der kleinen Jockeys reiten sogar ohne Sattel.

Die letzten Cowboys

In Wild-West-Filmen kann man sehen, wie die nordamerikanischen Indianer ihre wilden Mustangs zähmten.
Doch der Wilde Westen ist gar nicht mehr so wild. Freilebende Mustangs gibt es kaum mehr und die US-Amerikaner „reiten“ weniger hoch zu Ross als auf ihren Highways, den großen Straßen, durch das Land.

Dagegen gibt es in Australien noch weite Landstriche mit unberührter Natur, Wüste und Prärie.
Die Kinder von Farmern im australischen Busch lernen früh, hoch zu Ross das Lasso zu schwingen wie ein echter "Stockman". So heißen die Cowboys in Australien.

Viele australische Kleinstädte veranstalten Pferderennen oder Rodeos. Da können die Teilnehmer zeigen, wie lange sie es auf dem Rücken eines wilden Pferdes - die nennt man in Australien "Brumbies" - oder gar eines Stiers aushalten.

Reitsport für jeden Geschmack

Die Geschichte des Pferdesports beginnt vor rund 5000 Jahren. Schon damals züchteten die Menschen Pferde, um ihr Fleisch zu essen. Irgendwann kamen sie dann auf die Idee, auf den Rücken der Tiere zu steigen.

Heute haben Pferdenarren die Wahl zwischen vielen Sportarten wie Rennen, Springen oder Dressur. So nennt man die „hohe Schule“ des Reitens, bei der das Pferd möglichst exakt bestimmte Figuren und Gangarten ausführen muss.

Für Hobby-Cowboys gibt es Westernreiten. Dazu gehört eine besondere Reittechnik und natürlich das richtige Outfit mit Jeans und Cowboyhut.

Wer vom Zirkus träumt, kann schon mal üben: Beim Voltigieren turnen die Reiter auf dem Pferderücken, springen oder schlagen Saltos. Das Pferd wird dabei an einer langen Leine im Kreis geführt.

Weltmeister im Elefantenpolo

Natürlich kann man nicht nur auf Pferden reiten. In vielen Ländern Asiens wie Thailand oder Indien dienen Elefanten als Arbeitstiere.

Dort gibt es auch Spiele wie Elefantentauziehen oder Elefantenpolo. Das spielt man ähnlich wie Pferdepolo. Nur sitzen die Spieler dabei auf dem Rücken von Elefanten und versuchen, mit Stöcken eine Kugel in ein Tor zu treiben.

Kaum zu glauben, aber wahr: Schon mehrmals wurde ein deutsches Team Weltmeister im Elefantenpolo!

Gefährliche Kamelrennen

Die idealen Reittiere für die Wüste sind Kamele, weil sie so wenig Wasser brauchen. Man nennt sie deshalb auch Wüstenschiffe.

Die Beduinen in der arabischen Wüste sind zum Überleben ganz auf ihre Kamele angewiesen. Sie transportieren Lasten auf dem Rücken der Tiere, essen ihr Fleisch, trinken ihre Milch und machen Leder aus ihren Häuten.

Was die wenigsten wissen, ist, dass Kamele ganz schön rennen können - bis zu 40 Kilometer pro Stunde. Das ist fast so schnell wie ein Auto im Stadtverkehr.

In ganz Arabien sind Kamelrennen eine beliebte Unterhaltung. Als Reiter werden Kinder bevorzugt, weil sie weniger wiegen als Erwachsene.

Meist sind es Kinder aus Entwicklungsländern, die für einen geringen Lohn ihr Leben riskieren. Die Rennen sind nämlich sehr gefährlich. Deshalb kämpfen Menschenrechtler dagegen, dass arme Kinder als Kameljockeys ausgebeutet werden.

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