Innovativer Trend: Autos aus dem 3D-Drucker
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Innovativer Trend: Autos aus dem 3D-Drucker

Bild: Foto: Sj.jamali, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Auf der ganzen Welt werden jeden Tag tausende Fahrzeuge produziert. Doch einmal designt, sehen die Modelle später alle fast gleich aus. Ingenieure wollen das mit einer innovativen Entwicklung ändern: Autos aus dem 3D-Drucker. Diese kann man nicht nur individueller gestalten, sondern auch noch umschmelzen, wenn das Design irgendwann langweilig wird. Ein Prototyp existiert bereits.

Mit einem 3D-Drucker kann man inzwischen scheinbar fast alles produzieren. Ob Spielzeug, Essen oder medizinische Prothesen, dem Einfallsreichtum der Entwickler scheinen kaum noch Grenzen gesetzt. Und diesem Trend folgen auch Autohersteller, die schon jetzt diverse Autoteile mit dem 3D-Drucker herstellen. Die Firma Local Motors geht allerdings noch einen Schritt weiter. Das ambitionierte Ziel: Ein Auto, das zu 90 Prozent aus dem 3D-Drucker kommt, soll schon bald marktreif sein.

Ihre Ingenieure arbeiten momentan daran, dieses Auto der Zukunft straßentauglich zu machen. Dazu experimentieren sie beispielsweise mit 70 verschiedenen Materialien für das sogenannte LM-3D-SWIM-Konzeptfahrzeug, damit der Wagen allen Ansprüchen gerecht wird. Wie das Fahrzeug grundsätzlich hergestellt wird, zeigen die Ingenieure aber auch jetzt schon.

Von der schwarzen Paste zum Kleinwagen

Im Local Motors Werk in Knoxville im Bundesstaat Tennessee sieht man schon riesige 3D-Drucker und schwarze Plastikpellets in Säcken, die aus ABS-Kunststoff bestehen und von Carbonfasern durchzogen sind. Das Druck-Verfahren selbst scheint simpel zu sein, denn wie beim herkömmlichen 3D-Drucker, verschmilzt der Drucker erst das Granulat zu einer Paste und trägt diese dann Schicht für Schicht auf. Die Form des Autos und der Einzelteile wurde dazu vorab am Computer designt. Durch diese Methode können die Entwickler fast alle Teile der Karosserie mit dem 3D-Drucker innerhalb von 27 Stunden produzieren.

Fertig ist das Auto dann allerdings noch nicht. Denn die Einzelteile müssen noch zusammengebaut werden und auch der Motor, die Räder und Teile der Lenkung, die nicht aus dem 3D-Drucker kommen, werden noch eingebaut. Durch die vielen Kunststoffteile erinnert das ein wenig an das Spielen mit Legosteinen - doch statt einem simplen Legoauto entsteht im Werk in Tennessee tatsächlich ein fahrbarer Kleinwagen.

Kaputt oder langweilig? Einfach umschmelzen

Das fertige Fahrzeug hat einen Elektromotor und ist insbesondere für den Stadtverkehr gedacht. Doch auch die Optik soll überzeugen und vor allem nicht langweilig werden. Deswegen planen die Ingenieure eine breite Palette von verschiedenen Designs, die erst durch den 3D-Druck möglich sind. Autos könnten dadurch ganz verschieden aussehen, selbst wenn sie auf demselben Grundbauplan basieren.

Nach Aussage der Entwickler könnte das Fahrzeug zusätzlich besonders nachhaltig sein - trotz einer vermutlich eher kurzen Lebensdauer. Denn bei einem Vorgängermodell, dem Strati, prophezeiten die Ingenieure eine Lebensdauer von fünf bis sechs Jahren, wenn das Fahrzeug bei Wind und Wetter draußen ist. Länger würde es dagegen halten, wenn es in der Garage geparkt wird.

Nachhaltig wird das 3D-Auto dagegen, weil es recycelbar sein soll. Ist das Fahrzeug kaputt oder langweilig geworden, kann man es einfach in ein neues Auto umschmelzen lassen. Das soll auch bei einzelnen Autoteilen funktionieren. Nach einem Unfall könnten diese einfach entfernt, eingeschmolzen und wieder ersetzt werden, so dass das Auto wieder wie vorher aussieht.

Nicht für die Massenproduktion geeignet

Allerdings ist das Auto aus dem 3D-Drucker bisher noch nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Dies könnte aber bald der Fall sein: Denn die Entwickler gehen davon aus, dass Ende 2016 alle Crashtests abgeschlossen sein werden und dass das Auto dann die Zulassung in den USA erhält. Das Ziel der Ingenieure ist es, das Auto sogar sicherer zu machen als traditionell hergestellte Fahrzeuge. Wenn alles nach Plan läuft, könnten die neuen Fahrzeuge bald zu einem Preis von circa 53.000 US Dollar auf den Markt kommen.

Aufgrund der Fertigungszeit eignet sich der 3D-Druck allerdings nur bedingt für die Massenproduktion. Denn am Fließband werden Autoteile in deutlich kürzerer Zeit hergestellt. Die Entwickler sehen hierin aber kein Manko. Stattdessen sehen sie einen Vorteil in der Flexibilität. Denn somit können sie je nach Bedarf nur so viele Autos produzieren, wie die Kunden bestellen.

Sportwagen oder unbenannte Fahrzeuge – der 3D-Druck kennt keine Grenzen mehr

Das Fahrzeug ist damit allerdings nicht das einzige Fahrzeug aus dem 3D-Drucker. Denn auch diverse andere Firmen arbeiten bereits mit der neuen Technik. Auf der GITEX-Messe in Dubai wurden Besucher dieses Jahr schon in einem selbstfahrenden Fahrzeug aus dem Drucker über das Messegelände kutschiert. Vier Personen haben in dem Fahrzeug Platz und sitzen sich gegenüber. Unbekannt ist aber bisher noch, wann das sogenannte WiGo kommerziell erhältlich sein wird.

In Los Angeles wird es dagegen sportlicher. Ingenieure haben es hier schon geschafft, wichtige Fahrgestellteile eines Sportwagens mit Metallpulver auszudrucken. Das Modell kann sogar damit punkten, dass es wesentlich leichter ist als andere Sportwagen. Auch dieser Wagen könnte bald auf den Markt kommen. Das Auto aus dem 3D-Druck wird demnach möglicherweise kein kurioses Einzelphänomen bleiben.

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