Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Allgemein/Artikel
Interview: Wie teuer wird die Energiewende?
Bildquelle nicht angegeben
Allgemein

Interview: Wie teuer wird die Energiewende?

Tom Brown: Wir müssen beim Ausbau der Windkraft schneller werden, und wir dürfen auf keinen Fall von den endlich entbürokratisierten Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien abrücken. Mit der Elektrifizierung des Straßenverkehrs, der Wärmeversorgung und der Industrie müssen wir ebenfalls vorankommen. Das heißt…
Veröffentlicht
04. September 2025
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Allgemein
Symbolbild Kosten der Energienwende

© vchal, iStock

Tom Brown: Wir müssen beim Ausbau der Windkraft schneller werden, und wir dürfen auf keinen Fall von den endlich entbürokratisierten Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien abrücken. Mit der Elektrifizierung des Straßenverkehrs, der Wärmeversorgung und der Industrie müssen wir ebenfalls vorankommen. Das heißt etwa, dass beim Thema Wärmepumpe ideologisch abgerüstet werden sollte.

Elektroautos werden in Zukunft durch effizienteren Materialeinsatz, Massenproduktion und auch den Markteinfluss aus China wesentlich billiger – das ist für die Verbraucher eine Möglichkeit, richtig Geld zu sparen, denn die Ausgaben für Strom bei E-Autos sind viel günstiger als die für Benzin. Und wir müssen das Laden flexibilisieren, durch Smartmeter, entsprechende Ladeinfrastruktur und passende Regularien. Damit sind wir dann auch bei den Stromnetzen angelangt.

Weil die durch flexible Speicherung von Strom durch E-Autos bei Stromspitzen entlastet werden?

Tom Brown: Genau. Der Netzausbau ist extrem teuer, und wir müssen alles tun, um die Nutzung unseres Strom- und auch des Wasserstoffnetzes so effizient wie möglich zu machen. Dazu gehört auch die Einführung regionaler Strompreise, wie es uns die USA, Norwegen und auch Italien vormachen.

Lassen Sie mich raten: Dann wird der Strom im Norden wegen der vielen Windkraft billiger, im Süden teurer. Das wird Markus Söder wohl nicht durchgehen lassen…

Tom Brown: Die Unterschiede wären nicht groß, um einen Cent pro Kilowattstunde. Aber wir könnten so das Netz besser steuern, und damit bräuchten wir nicht mehr so viele Stromleitungen, um Überkapazitäten zu verteilen. Letztlich würden dann alle Haushalte in Deutschland Geld sparen.

Der Verbrauch und die Speicherung von Strom müssen so effizient wie möglich erfolgen, und das geht am besten mit lokalen Preissignalen für die Verbraucher und Smartmetern, die automatisch je nach Strompreis Maschinen laufen lassen oder eben Strom in E-Autos speichern. Diese regionalen Preise würden sich stündlich ändern und die nötige Flexibilität in das Gesamtsystem bringen, um das Netz zu entlasten.

Welche Rolle sollte Wasserstoff als Energieträger spielen?

Tom Brown: Wasserstoff und andere „grüne Moleküle“ wie grünes Methanol, Kerosin und Ammoniak als Energieträger spielen nur dort eine Rolle, wo die Elektrifizierung nicht möglich ist. Also etwa beim Flug- und Schiffsverkehr, oder beim Ersatz von Erdöl zur Herstellung chemischer Grundstoffe. Die grünen Moleküle werden wahrscheinlich dauerhaft teuer bleiben, erlauben uns aber, etwa Düngemittelproduktion, Stahlerzeugung oder Plastikherstellung zu dekarbonisieren.

Wichtig ist, dass wir die Elektrolyseure, die aus grünem Strom Wasserstoff herstellen, geschickt platzieren. Dann muss ein Teil des durch Windkraft erzeugten Stroms nicht über die Hochspannungsleitungen verteilt, sondern kann über das Wasserstoffnetz transportiert werden. Wasserstoffkraftwerke können zudem eine kleine Rolle als Backup spielen, wenn Strom aus den Erneuerbaren gerade nicht verfügbar ist.

Gefordert ist also eine integrierte Planung von Strom- und Wasserstoffnetzen?

Tom Brown: Ja, das ist einer der drei Pfeiler für effiziente Energienetze. Neben den schon erwähnten regionalen Strompreisen ist der dritte Punkt der verstärkte Bau von Freileitungen – statt im Boden verlaufender, sogenannter HGÜ-Leitungen. Mit allen drei Maßnahmen lassen sich bis 2045 etwa 92 Milliarden Euro sparen – das ist ungefähr ein Drittel der gesamten Kosten für den Netzausbau!

Laut Medienberichten liegen hier ja sowohl Markus Söder wie auch Katherina Reiche auf Ihrer Linie. Was halten Sie aber von dem eingangs erwähnten „Realitätscheck“ im Auftrag der neuen Bundesregierung?

Tom Brown: Als Wissenschaftler bin ich der letzte, der sich eingehenden Prüfungen verweigern würde. Wir Forscher verbringen einen Großteil unserer Zeit damit, uns zu fragen, was wir falsch gemacht haben könnten. Wir sollten uns nur durch das Prüfen nicht vom Tun abbringen lassen.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Allgemein

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Allgemein.

Alle Allgemein-Artikel
Wie Torontos Radwege zur Parkzone wurden – und was die Daten zeigen
Allgemein

Wie Torontos Radwege zur Parkzone wurden – und was die Daten zeigen

15. Oktober 2026

Eine neue Studie aus Toronto untersucht, ob bauliche Schutzstreifen auf Radwegen tatsächlich weniger Parkverstöße bedeuten – und deckt die Kluft zwischen Infrastruktur-Investitionen und Realität auf der Straße auf.

Marblopolis: Wie ein Niederländer mit 300 Metern Murmelbahn Physik erlebbar macht
Allgemein

Marblopolis: Wie ein Niederländer mit 300 Metern Murmelbahn Physik erlebbar macht

14. Oktober 2026

Jelle Bakker baute aus LEGO, K'Nex und klassischen Bahnen eine spektakuläre Murmelstadt mit 30 Routen. Hunderte Kugeln rollten gleichzeitig durch Schleifen und Sprünge – und machten Schwerkraft sichtbar.

CBC Kids zeigt Haudenosaunee-Schöpfungsgeschichte mit Schattenpuppen
Allgemein

CBC Kids zeigt Haudenosaunee-Schöpfungsgeschichte mit Schattenpuppen

14. Oktober 2026

Der kanadische öffentliche Sender CBC Kids präsentiert die Turtle-Island-Erzählung des Haudenosaunee-Volkes. Storyteller Otsistohkwi:yo Elliott nutzt Schattenpuppen, um indigene Schöpfungstraditionen für Kinder…

Wie Japan Katastrophenhelfer ohne radioaktive Quellen schult
Allgemein

Wie Japan Katastrophenhelfer ohne radioaktive Quellen schult

14. Oktober 2026

Japanische Forscher testen simulationsbasiertes Training für Gesundheitsbeamte, das ganz ohne echte Strahlenquellen auskommt. Die Pilotstudie könnte Notfalltraining weltweit verändern – besonders dort, wo…

← Zurück zu AllgemeinZur Startseite