Die Desertifikation ist ein vielschichtiger Prozess. Er wird von Menschen in Gang gesetzt und durch den Klimawandel noch verschärft. Desertifikation tritt ein, wenn in Gebieten mit trockenem Klima Wasser, Boden und Vegetation zu intensiv durch den Menschen genutzt werden. Die Vegetation geht zurück oder verschwindet ganz, Wasser wird zum Mangelgut, Böden gehen durch Erosion, Versalzung und Versandung verloren. Sand wird vom Wind verfrachtet und zerstört die Infrastruktur, das Land wird unfruchtbar und verödet. Immerhin sind 40 Prozent der Landfläche der Erde Trockengebiete, 1,7 Milliarden Menschen, also 38 Prozent der Weltbevölkerung, leben dort. Laut dem Millennium Ecosystem Assessment sind bereits bis zu 20 Prozent der Trockengebiete degradiert. Anzeichen einer Desertifikation gebe es in den meisten Trockengebieten. 110 Länder und 36 Millionen Quadratkilometer sind betroffen, eine Fläche dreieinhalb Mal so groß wie Europa. 40 Prozent der afrikanischen Bevölkerung lebe in diesen Gebieten, in Asien sind es 39 Prozent und in Südamerika 30 Prozent.
Mehr Wüste - mehr Armut
Die Übernutzung der natürlichen Ressourcen und die damit einhergehende Desertifikation werden oft durch Armut und Bevölkerungsdruck hervorgerufen. Die Wüstenbildung wiederum führt zu noch mehr Armut – eine Abwärtsspirale. Aber auch Industrie und kommerzielle Landwirtschaft haben die Probleme in vielen betroffenen Regionen mit zu verantworten. Monokulturen und die Rodung der Vegetation fördern die Wüstenbildung zusätzlich. Die Folgen der Desertifikation reichen dabei weit über die unmittelbar betroffenen Länder hinaus. Die Zunahme von Hunger und Armut lässt die Konflikte um Weideland und Wasser eskalieren, viele Menschen verlassen ihre Heimat. Wissenschaftler sagen vorher, dass es in fünf Jahren 50 Millionen Umweltflüchtlinge geben wird.
Mit dem Jahr der Wüste wollen die Vereinten Nationen Wissenschaftler und Politiker motivieren, sich stärker auszutauschen und zur Lösung der Probleme zu kooperieren. Dabei geht es zunächst vor allem darum, die Wüstenbildung zu stoppen. Die Rückgewinnung von Wüstenland hingegen ist ein sehr langwieriger Prozess. Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte wird es dauern, bereits verlorenes Land wieder fruchtbar zu machen. Zu Bekämpfung der Desertifikation sieht die UN-Resolution die Einführung angepasster Produktionsformen und einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen vor. Technische Maßnahmen zum Schutz des Bodens zählen ebenso dazu wie angepasste Bewässerungstechnologien. Allerdings müssten auch die Rahmenbedingungen verändert werden. Dazu gehöre die rechtliche Absicherung des Grundbesitzes genauso wie die Förderung wirtschaftlicher Aktivitäten, die nicht von natürlichen Ressourcen abhängen.

