Juli 1969 - Zahllose Grußbotschaften und Glückwunschtelegramme aus aller Welt treffen nach der erfolgreichen Landung auf dem Mond im Raumfahrtzentrum Houston (Texas) und in Washington ein. Die Erde, so Papst Paul VI. in einer Botschaft an die Besatzung von "Apollo 11", sei nun keine unüberwindbare Grenze für den Menschen mehr, sondern Schwelle zur Weite des Raums und zu neuen Geschicken. In New York feiern Hunderttausende auf den Straßen. Die US-Zeitung "New York Times" berichtet über das Ereignis und macht mit der größten Überschrift auf, die es je in der 118-jährigen Geschichte der Zeitung gegeben hat: "Menschen landen auf dem Mond."
Weltweit haben nach Schätzungen ca. 600 Millionen Zuschauer die Landung der ersten Menschen auf dem Erdtrabanten im Fernsehen verfolgt. Die Stationen aller Kontinente berichten live über das Jahrhundertereignis. Leergefegte Straßen gibt es in der Tschechoslowakei ebenso wie in Japan, in Indien wie in der arabischen Welt. Eingehend informiert das sowjetische Fernsehen seine Zuschauer über den Erfolg der US-amerikanischen Konkurrenten. In Bolivien wird der 21. Juli zum nationalen "Tag des Jubels" erklärt.
In der Bundesrepublik bringen viele Zeitungen Sonderausgaben heraus. Manche Betriebe haben ihren Arbeitsbeginn verschoben, damit die Beschäftigten nach der vor dem Fernseher durchwachten "Mondnacht" noch ein wenig Schlaf nachholen können.
Nach Quarantäne großer Empfang für Astronauten
Mit einer Maschine der US-Luftwaffe landen die drei "Apollo-11"-Astronauten Edwin E. Aldrin, Michael Collins und Neil A. Armstrong auf dem Luftwaffenstützpunkt Ellington. Sie befinden sich zusammen mit dem Arzt William R. Carpentier und dem Ingenieur John K. Hirasaki in der transportablen Quarantänestation, in die sie noch auf dem Flugzeugträger "Hornet" gebracht worden sind. Vom Luftwaffenstützpunkt wird die Station zum Mondlabor gebracht, wo die Astronauten ihre enge Station mit einer geräumigeren vertauschen. Diese ist mit "biologischen" Schranken gegen die Außenwelt abgeschottet. So wird sichergestellt, dass eventuell aus dem Weltraum eingeschleppte Keime nicht nach draußen gelangen können. Alle Untersuchungen der Astronauten in den folgenden Tagen ergeben jedoch keine Befunde, so dass die vorgesehene Quarantänezeit von ursprünglich drei Wochen auf 14 Tage abgekürzt werden kann. Am Abend des 13. August verlassen die Astronauten endgültig ihre Isolierstation.
Ehrungen und Feierlichkeiten
Die nächsten Tage und Wochen bringen für die "Apollo-11"-Besatzung ein anstrengendes Programm, angefüllt mit Ehrungen und Feierlichkeiten. Am 13. August bereitet ihnen zunächst die Stadt New York einen begeisterten Empfang mit einem Hup- und Sirenenkonzert. In Los Angeles gibt US-Präsident Richard M. Nixon den Astronauten ein offizielles Staatsbankett mit 1400 Gästen. Anwesend sind u.a. die Gouverneure von 50 US-Bundesstaaten und diplomatische Vertreter von 92 Ländern.
Nach der Mondlandung kann ein erstes Fazit des "Apollo"-Programms gezogen werden: Insgesamt wurden ca. 23,9 Milliarden US-Dollar aufgewendet, um Menschen auf den Erdtrabanten zu bringen. Mehr als 400 000 Ingenieure, Wissenschaftler, Techniker und Handwerker aus über 20 000 Betrieben waren an diesem Projekt beteiligt. Fragen nach dem Sinn dieses Unternehmens angesichts der ungelösten Probleme auf der Erde werden zwar gestellt - aber die Faszination, einen der ältesten Menschheitsträume verwirklicht zu haben, überwiegt bei weitem die Kritik.




