Keine Panik: Was tun, wenn die Wespen kommen?
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Keine Panik: Was tun, wenn die Wespen kommen?

Bild: Foto: Rosa-Maria Rinkl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Wespenplage ist in vollem Gange: Kaum will man bei herrlichem Sommerwetter draußen sein Stück Kuchen, sein Eis oder die Apfelschorle genießen, kommen die schwarzgelben Plagegeister - und wollen mitfressen. Warum aber stehen die Wespen so auf Süßes und was kann man gegen die aufdringlichen Besucher tun?

Der August ist Hochsaison für Wespen. Vor allem die beiden Wespenarten Gemeine Wespe und Deutsche Wespe sorgen alljährlich um diese Zeit für Ärger und bei vielen Menschen auch Angst. Denn sie fühlen sich von unseren Kaffeetafeln und Grillabenden magisch angezogen. Kaum gibt es etwas Süßes oder Herzhaftes zu essen, sind auch die schwarzgelben Insekten zur Stelle.

In diesem Jahr ist die Wespenplage besonders ausgeprägt. Denn durch den milden Winter sind die Wespenköniginnen besonders früh aus dem Winterschlaf erwacht. Sie haben daher schon früh begonnen, neue Staaten zu gründen und Nachkommen zu produzieren. Das warme, trockene Frühjahr war für die Wespen ebenfalls günstig, denn dadurch starben nur wenige an Pilzerkrankungen, die sonst die Wespen dezimieren.

Protein für die Brut, Süßes für sich selbst

Der Grund: Im Wespennest wachsen jetzt die männlichen Drohnen und die jungen Königinnen heran und benötigen besonders viel Futter. Die Arbeiterinnen sammeln jetzt daher proteinreiches Futter für die heranwachsende Brut – da kommt auch mal ein Stückchen Fleisch von unserem Teller ganz recht. In der Natur fangen die Wespen kleinere Insekten wie Blattläuse oder Fliegen, um dann die Brut mit dem zerkleinerten Fleisch zu füttern – damit halten sie uns und unseren Pflanzen viele Plagegeister vom Leib.

Aber auch Süßes steht bei den Wespen im Moment hoch im Kurs. Denn den Zucker benötigen die Arbeiterinnen als Stärkung für ihre anstrengende Sammelarbeit. Normalerweise würden sie Blütennektar trinken, um Kraft zu tanken, aber in der Stadt und auch in Gegenden mit intensiver Landwirtschaft gibt es um diese Zeit kaum mehr blühende Wildblumen. Da kommt unser Kuchen oder das Eis gerade recht für die hungrigen Wespenarbeiterinnen.

Nicht pusten oder schlagen, lieber weglocken

Doch wie hält man die fliegenden Störenfriede fern? „Bloß nicht pusten, wenn eine Wespe im Anflug ist“, rät Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung. „Denn das Kohlendioxid in der Atemluft macht die hungrigen Insekten erst recht aggressiv.“ Es gilt: Ruhe bewahren. Vermeiden sollte man es auch, nach den Wespen zu schlagen oder hektische Bewegungen zu machen. Auch die Tiere mit der bloßen Hand zu zerquetschen ist riskant. Denn auch tote Wespen können stechen: Durch einen Reflex wird das Gift noch aus dem Stachel gepumpt.

Eine Möglichkeit, die lästigen Plagegeister abzuwehren ist die gewaltfreie Duftkeule: Stellen Sie einfach ein frisches Sträußchen Basilikum auf den Tisch. „Den Duft von Basilikum finden Wespen widerlich – und so bleiben sie der Kaffeetafel fern!“, erklärt Goris. Oder drehen Sie den Spieß um: Laden Sie Wespen ganz gezielt ein. Wenn Sie in gebührendem Abstand einen Wespen-Tisch decken, lenken Sie die Insekten ab und haben ihre Ruhe. „Wespen lieben Weintrauben“, sagt Goris. „Damit lassen sie sich friedlich stimmen.“

Was tun bei einem Stich?

Wespenstiche tun zwar höllisch weh, wirklich gefährlich sind sie unter normalen Umständen jedoch nicht. Am besten kühlt man die Stichstelle mit Eis oder reibt vorsichtig mit einer halben rohen Zwiebel darüber – das kühlt und die ätherischen Öle lindern zusätzlich. Auch spezielle Salben gegen Insektenstiche können helfen, die Schwellung und Schmerzen zu lindern. Im Gegensatz zur Biene injiziert die Wespe zwar auch Gift, ihr Stachel bleibt jedoch nicht in der Wunde stecken. Wird jemand beim Essen in den Mund oder die Speiseröhre gestochen, ist die Situation schon ernster, denn dann können die Schwellungen die Atmung behindern. Hier muss möglichst schnell ein Arzt aufgesucht oder geholt werden.

Eine echte Gefahr besteht für die rund drei Prozent der Menschen, die bei uns allergisch auf Bienen- und Wespenstiche reagieren. Bei ihnen kann ein Stich einen anaphylaktische Schock auslösen. Dabei beginnt das Herz zu rasen, der Blutdruck sackt ab, dem Betroffenen wird schwindelig und übel. Im Extremfall droht ein Kreislaufkollaps und sogar der Tod. Warnzeichen für eine solche schwere allergische Reaktion sind Schwindel, Brennen und Kribbeln im Mund und Atemnot. Treten sie auf, sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Auch wenn der gesamte Arm oder das Bein nach einem Stich anschwillt, deutet dies auf eine Allergie hin.

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