„Jetzt wird’s brenzlig!“
Der Geruchssinn ist einer der ältesten Sinne. Doch nicht alle Tiere schnuppern mit der Nase: Schlangen haben dafür ihre zweigeteilte Zunge, Schmetterlinge feine Sinneshärchen.
Die Fähigkeit, Gerüche zu entschlüsseln, hilft zu überleben. Wenn uns ein übles Lüftchen entgegen weht, heißt das vielleicht: „Etwas ist faul.“ oder „Jetzt wirds brenzlig!“
Geborene Schnüffler
Hunde sind geborene Schnüffler. Sie können sogar Tage alte Geruchsspuren verfolgen. Ein Schäferhund hat ca. 230 Millionen Riechzellen, wir Menschen dagegen "nur" 30 Millionen.
Trotzdem ist unser Riechkolben ein äußerst feines Instrument. Während wir mit der Zunge nur vier Geschmacksrichtungen erkennen - süß, sauer, salzig, und bitter - unterscheidet unsere Nase zwischen 4.000 bis 10.000 Geruchsnoten.
Deshalb schmeckt Essen fade, wenn wir Schnupfen haben.
Man denke dagegen an den köstlichen Duft von frischgebackenen Keksen. Schon 0,000000002 Gramm Vanillearoma pro Kubikzentimeter Luft lassen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Stinker der Natur
Nicht nur bei uns Menschen ist es ein schlechtes Zeichen, wenn wir jemanden „nicht riechen können“. Gerüche wirken wie chemische Signale zwischen Lebewesen: Sie locken an oder stoßen ab.
Manche Tiere und Pflanzen verteidigen sich mit Gestank:
- Stinktiere versprühen einen übelriechenden Saft aus speziellen Drüsen, wenn sie in Gefahr sind.
- Stinkwanzen hüllen sich bei jeder Berührung in ein widerliches Wölkchen.
- Und die Stinkmorchel - eine Pilzart - ist zur Reifezeit mit einem ekligen grünen Schleim überzogen.
Parfüm statt Seife
Ob Fußkäse oder Pups - auch wir Menschen sind keine reine Quelle des Wohlgeruchs. Doch selbst diejenigen unter euch, die nur unter Androhung von Zwang in die Wanne steigen, riechen vermutlich besser als eine Gräfin am Hof des berühmten Sonnenkönigs, Ludwig XIV. Denn damals wuschen sich die Menschen nicht mit Wasser, sondern parfümierten sich nur ...
Früher rümpfte man auch über Pupse nicht die Nase. Auf Jahrmärkten traten oft „Kunstfurzer“ auf, die ganze Melodien ertönen ließen oder ihre körpereigenen Abgase anzündeten.
Stinkbomben
Was ist nun der Gipfel des Gestanks? Ziemlich übel ist Schwefelwasserstoff, der Stoff aus dem man Stinkbomben macht. Das Aroma erinnert an faule Eier.
Chemiker jedoch sagen, an der Spitze der Abscheulichkeiten schwebt ein Gas namens Butyl-Seleno-Mercaptan. Das riecht wie fauler Kohl, Knoblauch und Kloakengas zusammen.
Geschmackssache
Letztendlich ist Geruch Geschmackssache.
Fliegen z.B. finden Blüten mit Aasgeruch dufte. Dafür stehen viele Menschen, wie wir Europäer, auf „faule Milch“ - Käse nämlich.

