Wohin gehst du, Kohlenstoff?
In der Atmosphäre sammeln sich sechs Treibhausgase: Kohlendioxid, Methan, Distickstoff, Fluorierte Kohlenwasserstoffe, Perfluorierte Kohlenwasserstoffe, Schwefelhexafluorid. Die größte negative Wirkung für die Erderwärmung wird Kohlendioxid eingeräumt. In erster Linie ist es die Verbrennung der fossilen Energieträger Gas, Kohle und Öl, die eine hohe Kohlendioxid-Emission verursacht. Ernst-Detlev Schulze, Direktor des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena, hat nun einen weiteren Aspekt der Klimaänderung identifiziert. Er erforscht den globalen Kohlenstoffkreislauf. Er betrachtet also die Quellen und auch das Verbleiben des Treibhausgases. Seine Ergebnisse liefern Ansatzpunkte für künftige Maßnahmen zur Reduzierung der Kohlendioxid-Menge. Schulze und sein Forscherteam haben herausgefunden, dass nur rund 50 Prozent des in die Atmosphäre abgegebenen Kohlenstoffs wieder durch die Landmassen und die Ozeane gebunden werden könnte. Der Rest bleibt „in der Luft“.
Landwirtschaft – Kopf-an-Kopf mit fossilen Energieträgern?
Ein weiteres Ergebnis der Forschungen von Schulze und seinem Team ist, dass dem Kohlenstoff-Ausstoß der Landwirtschaft eine größere Bedeutung zukommt als bislang angenommen: Die in der Landwirtschaft eingesetzten stickstoffhaltigen Düngemittel setzen den im Boden gebundenen Kohlenstoff frei. Bei der Menge könnte es sich durchaus um eine mit der Verbrennung der fossilen Energieträger Gas, Kohle und Öl vergleichbare Größe handeln.
Außerdem spielt der so genannte Landnutzungswandel, der beispielsweise bei Waldrodungen in großem Stil betrieben wird, mit rund 25 Prozent bei der Klimaerwärmung eine bedeutende Rolle.
Horrorszenario Erderwärmung
Wenn Treibhausgase weiter in die Atmosphäre abgegeben werden, erhöht sich die globale Durchschnittstemperatur kontinuierlich. Die Gletscher werden in der Folge unweigerlich schmelzen, der Meeresspiegel ansteigen, so dass Küstenregionen überflutet werden und das Grundwasser salzen. Im Gegenzug breiten sich in trockenen, heißen Zonen Wüsten weiter aus.
Viele Wissenschaftler führen die häufiger auftretenden Hurrikans, Überschwemmungen, Dürren und Waldbrände bereits auf die Klimaänderungen zurück.
Das Kyoto-Protokoll
Kann man mit Maßnahmen gegensteuern? Einige Staaten wollen das tun. 165 Länder haben sich 1997 im Kyoto-Protokoll verpflichtet, ihre Kohlendioxid-Emissionen gegenüber 1990 um bis zu acht Prozent zu senken. Und zwar im Zeitraum von 2008 bis 2012.

