Kunstschnee – weißer Pistenretter mit Nebenwirkungen
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Kunstschnee – weißer Pistenretter mit Nebenwirkungen

Bild: Foto: Sten Porse, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Skisaison hat begonnen, doch ausreichend Schnee ist nicht in Sicht. Vielerorts ist das inzwischen die Regel – besonders zum Saisonbeginn und in niedrigeren Lagen reicht der Schneefall oftmals nicht aus, um die Pisten befahrbar zu machen. Wirklich problematisch ist das in den meisten Skigebieten jedoch längst nicht mehr. Seitdem in den 1950er Jahren die ersten Schneekanonen erfunden wurden, hilft man bei Schneemangel einfach mit technischen Hilfsmitteln nach.

fotmen / thinkstock

Die Skisaison hat begonnen, doch ausreichend Schnee ist nicht in Sicht. Vielerorts ist das inzwischen die Regel – besonders zum Saisonbeginn und in niedrigeren Lagen reicht der Schneefall oftmals nicht aus, um die Pisten befahrbar zu machen. Wirklich problematisch ist das in den meisten Skigebieten jedoch längst nicht mehr. Seitdem in den 1950er Jahren die ersten Schneekanonen erfunden wurden, hilft man bei Schneemangel einfach mit technischen Hilfsmitteln nach.

Beschneiungsanlagen ahmen die natürliche Entstehung von Schnee nach, bei der kleine Wassertröpfchen zu Kristallen gefrieren. Voraussetzung für die Schneebildung ist Wasserdampf. Kühlt dieser ab, kondensiert er zu winzigen Tröpfchen. Wenn sich diese an sogenannte Kristallisationskeime (z.B. feinste Staub- oder Schmutzpartikel) anlagern und anfangen zu gefrieren, entstehen Schneekristalle.

Holger.Ellgaard /  CC BY-SA 3.0

Schnee aus Wasser und Druckluft

Bei der künstlichen Schneeherstellung pressen Schneekanonen das Wasser mittels Druckluft aus Düsen in die Luft. Ein Gebläse verwirbelt das Wasser dabei, sodass die benötigten winzigen Tropfen entstehen. Wenn die Luft kalt genug ist, gefrieren diese dann sofort zu Eiskörnchen und fallen zu Boden. Anders als es der Name suggerieren könnte, enthält Kunstschnee also keinerlei künstliche Zusatzstoffe – zumindest hierzulande. Experten der Branche sprechen deshalb gerne auch von technischem Schnee.

In anderen Ländern, etwa den USA oder in der Schweiz, kommen hingegen durchaus industrielle Produkte zum Einsatz: zum Beispiel sogenannte Snow Inducer. Das sind Proteine, die die Nukleationstemperatur des Wassers erhöhen, also jene Temperatur, bei der sich Wasser in Eis umwandelt. Auf diese Weise kann auch bei milderem Wetter Schnee erzeugt werden.

Anderes Fahrgefühl

Obwohl Kunstschnee im Prinzip dem Vorbild der Natur nachempfunden ist, unterscheidet er sich in Konsistenz, Form und Verhalten entscheidend vom Original. Das liegt unter anderem daran, dass das Wasser bei der technischen Schneeerzeugung bedeutend schneller abkühlt und sich kleinere Eiskristalle bilden, während natürliche Eiskristalle langsamer wachsen und oft größer werden.

Kunstschnee ist viel dichter als Naturschnee und damit auch bedeutend schwerer. Außerdem bildet er sehr schnell eine harte Schicht und wird schneller eisig. Auf Kunstschnee zu fahren, fühlt sich deshalb ganz anders an als die Abfahrt auf einer natürlich weißen Piste. Und Stürze sind schmerzhafter.

Auf Kosten der Umwelt

Die meisten Wintersportler nehmen diese kleinen Nachteile gerne in Kauf. Schließlich ist Kunstschnee immer noch besser als gar kein Schnee. Umweltschützer sehen die massive Beschneiung jedoch kritisch – vor allem wegen des enorm hohen Wasser- und Energieverbrauchs. So werden für die Erzeugung eines Kubikmeters Schnee im Schnitt drei bis fünf Kilowattstunden Strom sowie 400 bis 500 Liter Wasser benötigt. Laut dem Arbeitskreis Alpen beim Bund Naturschutz wird allein im Alpenraum bereits eine Fläche beschneit, die der Wasserfläche des Bodensees entspricht – dabei komme eine Wassermenge zum Einsatz, die höher sei als die Stadt München pro Jahr verbrauche.

Wissenschaftler arbeiten deshalb an sparsameren Methoden der künstlichen Schneeherstellung. In Österreich etwa testen Forscher zurzeit eine neuartige Schneekanone. Sie benötigt viel weniger Wasser und Energie als herkömmliche Schneekanonen und soll sogar hochwertigeren Pulverschnee produzieren können.

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