Hoch und weit
Umgerechnet auf sein Körpergewicht hat der Floh eine wahnsinnige Sprungkraft. Um genauso gut zu springen, müsste ein Mensch umgerechnet knapp 300 Meter hoch und 400 Meter weit springen. Diese Sprungkraft ist überlebenswichtig bei der Suche nach einem neuen Wirt.
Was ist dran am Floh?
Der Floh fühlt sich angezogen von Wärme und Atemluft. Und das ist gut so für ihn. Denn er kann nicht besonders gut sehen. Drei Entwicklungsstadien hat er bereits hinter sich, bevor er sich seinen eigenen Wirt sucht: Ei, Larve, Kokon. Da die Eier vom Muttertier nur abgelegt und nicht auf das Wirtstier geklebt werden, kann die geschlüpfte Larve herunterfallen. Wenn dieser Fall eintritt, ernährt sie sich von allen organischen Abfällen, die sie in Nistplätzen, Höhlen und anderen Umgebungen finden kann. Mitunter sogar von den Ausscheidungen ihrer erwachsenen Mitbewohner.
Floheier haben 0,5 bis 1,4 Millimeter Durchmesser. Die geschlüpften Larven sind 0,5 bis 10 Millimeter lang. Zwei bis drei Wochen dauert es bis zur Verpuppung.
In diesem Kokon können die künftigen Plagegeister über ein Jahr überleben. Der Grund dafür: Sie benötigen einen mechanischen Reiz, um zu schlüpfen. Wenn dieser ausbleibt, verzögert sich ihr Schlüpfen entsprechend.
Ausgewachsene Flöhe sind 1 bis 8 Millimeter groß, wobei die Weibchen größer sind als die Männchen. Sie haben einen seitlich abgeflachten Körper mit drei Brust- und zehn Unterleibsabschnitten. Sie atmen durch Löcher an der Seite ihres Körpers, besitzen ein Bündel von Nerven unter ihrem Magen und tragen das Herz auf dem Rücken.
Die Tierchen sind ziemlich blutrünstig. Blut ist ihr alleiniges Nahrungsmittel. Ihre Mundwerkzeuge befinden sich an der Kopfkapsel und sind dafür ausgebildet, einen Wirt zu stechen und sein Blut aufzusaugen.
Weiter befinden sich an seinem Körper und seinen Beinen Borstenkämme, die dafür sorgen, dass der Floh mühelos die Aktivitäten seines Wirts mitmacht, ohne dass es ihn gleich von seinem Platz katapultiert.
Der weibliche Floh muss mehr Blut aufnehmen als der männliche, weil das die Eiproduktion stimuliert. Weiter gibt es Übereinstimmungen mit dem Wirtstier, die hormoneller Natur sind: Das Anzapfen einer läufigen Hündin regt die Fortpflanzung des Weibchens an.
Auf Tuchfühlung mit den Plagegeistern
Flöhe sind Neulinge in der Insektenwelt. Es wird angenommen, dass sie seit mindestens 50 Millionen Jahren auf der Erde herumhüpfen. Da Reptilien keine Flöhe beherbergen, Vögel und Säugetiere dagegen schon, liegt es nahe, dass die Flöhe sich erst nach diesen Wirten entwickelt haben. Vor rund 140 Millionen Jahren bevölkerten erste Säugetiere die Erde. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Flöhe nicht von Anfang an parasitär gelebt haben.
Weltweit gibt es zwischen 1.500 und – mit Unterarten – über 2.500 Floharten –, die auf Vögeln oder Säugetieren leben. Nur fünf Prozent leben von Vögeln und der Rest von Säugetieren.
Flöhe anno dazumal
In der frühen Neuzeit war es völlig normal, ein Flohglas mit sich herumzutragen. Das war ein Vergrößerungsglas, das die Suche nach Flöhen erleichterte. Wurden die Menschen fündig, benutzten sie eine Pinzette, um den Parasiten zu entfernen. Das Halten eines kleinen Hundes war gerade bei reichen Leuten sehr beliebt. Nicht ohne Hintergedanken: Gern wechselte der Floh vom Menschen in das dichte Fell des Vierbeiners.

