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Lawinengefahr: Wie kann ich mich schützen?
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Lawinengefahr: Wie kann ich mich schützen?

Eben noch wirkte die Schneedecke stabil und fest, dann plötzlich gerät alles ins Rutschen: Eine Lawine löst sich. Oft gleitet dabei eine ganze Schneeschicht auf einmal ab, wie ein riesiges Schneebrett. Wo vorher noch eine stille weiße Schneelandschaft war, stürzt nun donnernd und tobend eine Schneemasse zu Tal. In…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
Artikelbild

dahu1 - Camptocamp.org / CC BY-SA 3.0

Eben noch wirkte die Schneedecke stabil und fest, dann plötzlich gerät alles ins Rutschen: Eine Lawine löst sich. Oft gleitet dabei eine ganze Schneeschicht auf einmal ab, wie ein riesiges Schneebrett. Wo vorher noch eine stille weiße Schneelandschaft war, stürzt nun donnernd und tobend eine Schneemasse zu Tal. In anderen Fällen bildet sich eine Staublawine: Der Schnee wird beim Abrutschen aufgewirbelt und rast als lockere Wolke aus Schnee und Luft den Berghang hinab.

So dramatisch solche Ereignisse sind: Lawinen sind ganz normale Prozesse der Natur – sie existieren, seit es Berge gibt. Jährlich gehen weltweit etwa 25.000 größere Lawinen zu Tal, ungezählte kleinere bleiben ganz unbemerkt. Die meisten dieser Rutschungen aus Schnee verlaufen allerdings ohne Schaden für Menschen oder Siedlungen. Zur Katastrophe kommt es erst dann, wenn Bergwanderer oder Skifahrer in den Weg einer Lawine geraten oder sie Häuser, Straßen und Ortschaften trifft.

Auf den Schneezustand kommt es an

Entscheidend für die Bildung einer Lawine ist die Struktur des Schnees: Im frisch gefallenen Pulverschnee haben die Schneekristalle die Form filigraner sechsarmiger Sternchen. Durch diese feinstrahligen Verästelungen sind die Kristalle miteinander gut verhakt – die Schneefläche ist relativ stabil.

Doch das ändert sich im Laufe der Zeit: Je älter der Schnee wird und je wärmer die Temperaturen sind, desto rundlicher und größer werden die Kristalle. Sie ähneln nun eher kleinen Körnchen als verästelten Kristallen – das macht diesen Schnee schon sehr viel weniger stabil. Noch instabiler ist der Schwimmschnee – eine Schneesorte, die durch Wiedergefrieren von Wasserdampf in der Schneedecke entsteht. Dabei bilden sich große becherförmige Kristalle, die bei zu großem Druck leicht nachgeben.

Wird nun durch frischen Neuschnee, Regen oder Erschütterungen die Schneedecke über dem Schwimmschnee plötzlich schwerer, wird es gefährlich. Die Kristalle der gesamten instabilen Schicht können nun großflächig zusammenbrechen und wirken dann wie eine Gleitflüssigkeit. Die Folge: Der darüberliegende Schnee gerät ins Rutschen. Deshalb ist die Lawinengefahr besonders hoch, wenn im Frühjahr auf alte Schneedecken frischer Neuschnee fällt. Aber auch eine plötzliche Erwärmung oder Abkühlung des Wetters kann ausreichen, um das Gleichgewicht des Schnees zu stören.

Artikelbild

Coronium / CC BY-SA 3.0

Welche Hänge sind gefährlich?

Doch neben Schnee und Wetter beeinflussen auch andere Faktoren die Lawinengefahr. Eine wichtige Rolle spielt beispielsweise die Hangneigung: Ist ein Berghang mit mehr als 50 Grad Neigung sehr steil, dann bleibt der Schnee ohnehin nicht lange liegen: Er rutscht immer wieder in kleinen Schüben ab, so dass sich gar nicht erst alter Schnee sammeln kann oder gefährlich instabile Schichten entstehen.

Ist ein Berghang dagegen eher flach, bleibt selbst instabiler Schnee liegen – auch hier ist eine Lawine daher meist unwahrscheinlich. Allerdings: Manchmal verbirgt sich unter dem Schnee ein weiterer Risikofaktor für eine Lawine: Liegt die Schneedecke auf einer Bergwiese mit langem Gras oder einem glatten, eisigen Felsuntergrund, dann wirken diese wie eine Rutschbahn.  Auch bei Hangneigungen unterhalb von 24 Grad kann an solchen Stellen dann Lawinengefahr bestehen.

Am größten ist das Lawinenrisiko jedoch an Hängen mit einer Neigung zwischen 35 und 50 Grad. Denn hier entstehen durch das Gewicht der Schneedecke große Zug- und Scherkräfte, die den Zusammenhalt der Schneeschichten beeinträchtigen. In einem solchen Lawinenhang genügen dann oft schon kleine zusätzliche Belastungen, zum Beispiel das Gewicht eines einzelnen Skiläufers, um das Gleichgewicht zu zerstören und eine Lawine auszulösen. Besonders heikel wird es, wenn der Wind an einem solchen Hang dicke Schneewächten angesammelt hat: Dieser Triebschnee ist oft der Ausgangspunkt von Lawinen.

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