1. Grund: Das Omo-Tal
Für Europäer steht hier die Welt kopf: Im Omo-Tal im Südwesten Äthiopiens tragen Frauen Teller und Pflöcke in den Ohren. Wer besonders schön sein will, fügt sich Narben zu. In anderen Stämmen schmücken sich Menschen mit Federn oder Blumen. Oder sie modeln ihr Haar mit einem Butter-Lehm-Gemisch zu phantasievollen Gebilden, bemalen ihren Körper je nach Stamm mit bunten Farben oder mit geometrischen Figuren. Hier, am Unterlauf des Flusses Omo, leben 80 von rund 300 Stämme und Volksgruppen in ganz Äthiopien, darunter die Völker der Bume, Karo, Galeb, Mursi und Hamer. Manche Völker zählen mehrere Tausend Menschen, andere keine 500. Sie leben wie vor mehreren Tausend Jahren im Einklang mit der Natur und nach uralten Riten. Jungs, die an der Stufe zum Mannsein stehen, müssen beispielsweise über den Rücken von bis zu 40 dicht nebeneinander stehenden Rindern laufen – und zwar so schnell und sicher wie sie nur können.




