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Meilenstein: Vor 50 Jahren wurden unsere TV-Bilder bunt
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Technik & Mobilität

Meilenstein: Vor 50 Jahren wurden unsere TV-Bilder bunt

Erst am 25. August 1967 begann auch bei uns in Deutschland die Ära des Farbfernsehens – und das gleich mit einer peinlichen Panne. Eigentlich sollte der damalige Vizekanzler Willi Brandt das Startsignal für den offiziellen Beginn der Farbübertragung geben. Eigens dafür war in einer der Hallen der Deutschen…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Technik & Mobilität
Artikelbild

Peter Littmann / CC-by-Sa 3.0

Frühstart bei der Funkausstellung

Erst am 25. August 1967 begann auch bei uns in Deutschland die Ära des Farbfernsehens – und das gleich mit einer peinlichen Panne. Eigentlich sollte der damalige Vizekanzler Willi Brandt das Startsignal für den offiziellen Beginn der Farbübertragung geben. Eigens dafür war in einer der Hallen der Deutschen Funkausstellung in Berlin eine Bühne mit einem großen Roten Knopf aufgebaut.

Brandt hielt seine Rede und sollte dann den Knopf drücken – der aber eine Attrappe war. In den Kulissen wartete deshalb ein Techniker darauf, im richtigen Moment das Farbsignal auf Sendung zu schalten. Doch das Gestikulieren des Politikers führte ihn in die Irre: Weil er glaubte, Brandt auf den Knopf drücken zu sehen, schaltete er ein – zu früh. Als der Vizekanzler dann um 10:57 Uhr mit den Worten: "In der Hoffnung auf viele friedlich-farbige, aber auch spannend-farbige Ereignisse, gebe ich jetzt gewissermaßen den Startschuss" tatsächlich feierlich auf den roten Knopf drückte, war die Farbübertragung schon längst auf Sendung.

Den Übergang in die Ära der bunten Fernsehbilder konnte man bei den Fernsehsendern ARD und ZDF damals live mitverfolgen: Ihre um 09:30 Uhr live von der Funkausstellung ausgestrahlte Sendung begann in Schwarzweiß und wechselte dann – kurz vor Brandts historischem Knopfdruck – in ein farbiges Bild. Schon am Abend des 25. August 1967 übertrug das ZDF dann die erste farbige Fernsehshow: "Der goldene Schuss", am nächsten Abend legte die ARD mit dem "Galaabend der Schallplatte" nach.

Artikelbild

Evert F. Baumgardner / National Archives and Records Administration

Für die meisten Fernsehzuschauer änderte sich aber ohnehin zunächst nichts: Ihre Schwarzweiß-Geräte konnten das Farbsignal ohnehin nicht dekodieren. Denn damals gab es in der ganzen Bundesrepublik erst weniger als 6.000 Farbfernseher – kein Wunder: Die Geräte waren extrem teuer.  Selbst das damals eigens zum Start der Farbübertragung auf den Markt gebrachte günstigste Modell kostete noch stattliche 1.840 D-Mark, andere Modelle kosteten bis zu 4.000 D-Mark. Zum Vergleich: Den günstigsten VW-Käfer gab es damals bereits für wenig mehr als 4.000 D-Mark.

Hinzu kam: Anfangs galt das bunte Fernsehbild bei den Sendern als eher unseriös. Deshalb wurden in den 1960er Jahren zunächst nur Filme und Unterhaltungssendungen in Farbe gezeigt und die Sender einigten sich darauf, zunächst nur vier Stunden in der Woche farbig zu senden. Die Nachrichten jedoch blieben auf beide Sendern schwarz-weiß – noch bis 1970.

Eine Wende in den Wohnzimmern brachten erst die olympischen Spiele von 1972 und die Fußballweltmeisterschaft im Jahr 1974. Anlässlich dieser Sportgroßereignisse investierten dann doch viele Westdeutsche in einen Farbfernseher – auch wenn die Geräte noch immer um die 2.000 D-Mark kosteten.

Übrigens: In der DDR wurde das Farbfernsehen erst 1969 eingeführt und man nutzte – absichtlich – ein anderes technisches System. Statt des in der Bundesrepublik erfunden PAL-Systems übernahmen die ostdeutschen Sender das französische SECAM-System.

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