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Methusalems der Natur: Die ältesten Lebewesen der Welt
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Methusalems der Natur: Die ältesten Lebewesen der Welt

Methusalem wurde laut dem Alten Testament der Bibel 967 Jahre alt. Nach heutigen Wissen ist das allerdings eher unrealistisch und wahrscheinlich nur eine bewusste Übertreibung. Denn für einen Menschen ist ein solches Alter unmöglich zu erreichen – die ältesten Menschen der Welt werden gerade einmal gut 120 Jahre…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt

Methusalem wurde laut dem Alten Testament der Bibel 967 Jahre alt. Nach heutigen Wissen ist das allerdings eher unrealistisch und wahrscheinlich nur eine bewusste Übertreibung. Denn für einen Menschen ist ein solches Alter unmöglich zu erreichen – die ältesten Menschen der Welt werden gerade einmal gut 120 Jahre alt. In der Tier- und Pflanzenwelt finden sich dagegen immer wieder Arten, die eine extrem hohe Lebenserwartung haben. Diese geht weit über die menschlichen Möglichkeiten hinaus.

Artikelbild

Hans Hillewaert / CC-BY-SA 4.0

Ein Beispiel ist die von Nordamerikas Küsten bis hin zur Ostsee verbreitete Islandmuschel Arctica islandica. Sie hat eine Lebensdauer von mehreren hundert Jahren. Der älteste Vertreter dieser Meeresbewohner wurde sogar 507 Jahre alt. Um das Alter der Muscheln festzustellen, haben Wissenschaftler die Zuwachsstreifen auf der Schale der Muschel beobachtet. Ähnlich wie mit den Jahresringen eines Baumes bekommen die Muscheln Jahr für Jahr am Rand ihrer Kalkschale Wachstumsstreifen. Das erleichtert die Altersbestimmung.

Aber warum lebt diese Muschel so lang? Einer der Gründe könnte ein sehr langsamer Stoffwechsel sein, denn die Muschel atmet sozusagen in Zeitlupe, erklärt die Meeresbiologin Doris Abele vom Alfred-Wegener-Institut. "Wenn ein Tier einen so langsamen Stoffwechsel hat, bedeutet das normalerweise, dass es auch lange lebt." Forscher vermuten zudem, dass auch die Lebensweise der Muschel eine Rolle spielt: Sie verbringt ihr gesamtes Dasein vergraben im Schlick am Meeresboden. Dadurch kommt sie wenig Kontakt zu freien Sauerstoffradikalen, die ihr Erbgut schädigen und so ihre Lebensdauer verkürzen könnten.

Das wahrscheinlich älteste Tier der Welt

Das wahrscheinlich älteste Tier der Welt lebt ebenfalls am Meeresgrund: Es handelt sich den im Südpolarmeer heimischen Schwamm Anoxycalyx joubini. Er wird wahrscheinlich mehr als 10.000 Jahre alt. Dieses skurrile Wesen ähnelt einem hohlen, blassgelben Kegel und kann immerhin bis zu einen Meter breit und zwei Meter hoch werden. Um allerdings diese Größe zu erreichen, benötigen diese Schwämme Jahrtausende, denn sie leben noch stärker in Zeitlupe als die Islandmuschel.

Wahrscheinlich besitzen diese Methusalem-Schwämme den langsamsten Stoffwechsel aller bekannten Tiere und wachsen auch entsprechend langsam:  Als Biologen Schwämme dieser Art in Aquarien hielten, konnten sie bei einigen 22 Jahre lang keinerlei Wachstum feststellen. Gibt es allerdings am Meeresgrund gerade besonders reichlich Algenfutter, können die Schwämme das Tempo auch vorübergehend anziehen: Sie legen dann einen Wachstumsschub ein.

Artikelbild

Julius Nielsen

Ein Rekordhalter unter den Wirbeltieren ist der überwiegend im Nordatlantik vorkommende Grönlandhai. Dieser bis zu fünf Meter lange Raubfisch ist geheimnisvollste aller Haie, denn bisher ist weder über seine Lebensweise in den Tiefen des Meeres viel bekannt, noch darüber, wie viele von ihnen es überhaupt gibt.

Vor kurzem aber haben Forscher zumindest ein Geheimnis der Grönlandhaie gelüftet: Sie haben herausgefunden, dass diese Meeresbewohner bis zu 400 Jahre alt werden. Sie sind damit die langlebigsten Wirbeltiere der Welt. Ihr Erfolgsrezept dafür: Sie wachsen sehr langsam und werden erst mit 200 Jahren geschlechtsreif. Sie leben sozusagen in Zeitlupe.

Artikelbild

Kate Stafford /  CC BY-SA 2.0

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