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Historisch
Klar ist nur eins: Mit dem Bernsteinzimmer ist ein innenarchitektonisches und handwerkliches Meisterwerk verschwunden – für manche ist es gar das "achte Weltwunder". Nicht nur raffinierte Wand- und Deckenschnitzereien aus dem fossilen Harz, das im 18. Jahrhundert noch als wertvoller Edelstein gilt, werden wahrscheinlich in der Nacht vom 27. August 1944 zum letzten Mal gesehen.
Auch bernsteinverzierte und vergoldete Leuchter, kunstvolle Kommoden, Wandspiegel und Mosaike gelten der gängigen Theorie zufolge seit jenen Angriffen als verschollen, bei denen britische Bomber das heutige Kaliningrad in Schutt und Asche legten und das Stadtschloss niederbrannte. Spätestens jedoch seit der Schlacht um Königsberg im Jahr 1945 scheint das Bernsteinzimmer verschwunden zu sein – damals wurde das Schloss erneut stark beschädigt und Königsberg fiel schließlich an die Rote Armee.

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Doch was ist mit dem Bernsteinzimmer passiert? Belegt ist, dass der Direktor der städtischen Kunstsammlungen, Alfred Rohde, das Zimmer in weiser Voraussicht bereits Monate vor der Bombennacht demontieren und in einem bombensicheren Kellergewölbe des Schlosses lagern ließ. Ob das wertvolle Zimmer aber in den Bunkern blieb oder schließlich woanders versteckt oder gar außer Landes gebracht wurde, lässt sich bis heute nicht rekonstruieren.
Nach der Zerstörung Königsbergs entsteht zunächst die Theorie, das Bernsteinzimmer sei mit dem Schloss verbrannt. Man findet verkohlte Reste in den Trümmern – Türscharniere, Fragmente von Paneelen und Verzierungen, angeblich Teile des Bernsteinzimmers. Doch zahlreiche Fahnder fördern im Laufe der Jahre immer neue Indizien zutage, mit deren Hilfe sie die Verbrennungstheorie zu widerlegen vermeinen.

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Vor allem sind dies Schnitzereien aus Bernstein oder Möbel, die in Auktionen auftauchen und dem Bernsteinzimmer zugeschrieben werden. Tatsächlich beschlagnahmen deutsche Polizeibeamte in den 1990er Jahren auch eine Kommode und ein Steinmosaik, die dem Bernsteinzimmer sicher zugeordnet werden können. Diese sollen jedoch bereits vor der Ankunft in Königsberg gestohlen worden sein und demzufolge nichts über den Verbleib des restlichen Zimmers verraten.
Immer wieder neue Deutungen von Dokumenten der Nachkriegszeit befeuern die kontroverse Debatte zusätzlich – zum Beispiel das Tagebuch des Geschichtsprofessors Alexander Brjussow. Er war Leiter der ersten russischen Suchkommission, die nach der Eroberung nach Kunstschätzen fahndete. Aus seinen Notizen wurde mittlerweile sowohl die Verbrennung als auch die Rettung des Bernsteinzimmers herausgelesen.




