Trendwende in der Politik gefordert
Zur Jahreskonferenz des 2001 von der rot-grünen Bundesregierung geschaffenen Rates für Nachhaltige Entwicklung waren Tausend Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Medien, Stiftungen und Zivilgesellschaft nach Berlin gekommen, um ihre Erfahrungen, Visionen, Ideen für eine Welt von morgen zu diskutieren. Unter dem Moto „Die Kunst, das Morgen zu denken“, sprach auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie wolle die deutsche Präsidentschaft in der EU und im Kreis der führenden acht Industrienationen (G8) für mehr Klimaschutz nutzen, betonte die Bundeskanzlerin. Ratsvorsitzender Volker Hauff sprach sich in diesem Sinn für ein stärkeres Committment der Politik aus: „Wir müssen die Trendwende schaffen bei der Entwicklung der Staatsschulden, bei der Klima- und Umweltpolitik, Rentenreformen, Stadtentwicklung und Mobilität. Nachhaltigkeit ist ein Wegweiser bei großen Reformvorhaben.“ Als weitere herausragende Themen nannte er die Energiewirtschaft, die Generationenbilanz im demografischen Wandel und die Innovationen für Infrastruktur bei der globalen Verantwortung Deutschlands.
Appell an unternehmerische Verantwortung
Auf der Jahreskonferenz wurden die Empfehlungen des Rates für Nachhaltige Entwicklung zur unternehmerischen Verantwortung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und von Experten diskutiert. Auch die Wirtschaft sei gefordert, so Volker Hauff: „Führende deutsche Unternehmen haben in den letzten Jahren Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung zu ihrem Thema gemacht, aber sie haben Corporate Social Responsibility (CSR), die steigende Verantwortung der Unternehmen in einer globalisierten Wirtschaft für soziale und ökologische Standards, nicht zum Topthema der Wirtschaft machen können“.
Angesichts von Gammelfleisch und des akuten Giftskandals an der Elfenbeinküste sagte Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND: „Es bedarf ganz offensichtlich einer stärkeren Kultur der Verantwortung im Unternehmensbereich und gleichzeitig wirkungsvollerer staatlicher Kontrollen im nationalen wie internationalen Bereich.“

