Neues Elementarteilchen entdeckt
Natur & Umwelt

Neues Elementarteilchen entdeckt

Bild: Foto: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Forscher am Genfer Kernforschungszentrum CERN entdeckten 2012 ein neues Elementarteilchen - vermutlich das lang gesuchte Higgs-Boson. Die Gerüchteküche hatte schon Tage zuvor gebrodelt, als die Forscher die Entdeckung am 4. Juli veröffentlichten. Jahrelang hatten Physiker nach dem Elementarteilchen gesucht, ganz nah waren sie ihm Ende 2011 Jahres gekommen. Für einen sauberen wissenschaftlichen Nachweis genügten die Ergebnisse damals allerdings nicht. Das war 2012 anders. Die Forscher konnten ihr Datenmaterial verdoppeln - wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers verschwindend gering wurde.

Die Forscher am Genfer Kernforschungszentrum CERN entdeckten 2012 ein neues Elementarteilchen - vermutlich das lang gesuchte Higgs-Boson. Die Gerüchteküche hatte schon Tage zuvor gebrodelt, als die Forscher die Entdeckung am 4. Juli veröffentlichten. Jahrelang hatten Physiker nach dem Elementarteilchen gesucht, ganz nah waren sie ihm Ende 2011 Jahres gekommen. Für einen sauberen wissenschaftlichen Nachweis genügten die Ergebnisse damals allerdings nicht. Das war 2012 anders. Die Forscher konnten ihr Datenmaterial verdoppeln - wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers verschwindend gering wurde.

Das fehlende Elementarteilchen

Warum ist die Entdeckung so sensationell? Das Higgs-Boson ist ein Elementarteilchen, das eine wichtige Rolle im Standardmodell der Elementarteilchen spielt. Dabei handelt es sich um eine Beschreibung der Welt auf subatomarer Ebene, es geht dabei also um die Teilchen, aus denen Atome aufgebaut sind. Diese Bausteine haben an sich keine Masse. Vielmehr werden sie durch das alles durchdringende Higgs-Feld abgebremst – eine Art modernen Äther. Je stärker die Elementarteilchen mit dem Feld in Wechselwirkung treten, desto schwerer werden sie. Das Feld wiederum ist mit den Higgs-Bosonen verknüpft, die auch als Gottesteilchen bekannt sind – allerdings nicht wegen ihrer Bedeutung für die Physik. Der Begriff geht auf ein Buch von Leon Lederman zurück. Aus dem Vorschlag, es "The God Damn Particle" (das gottverdammte Partikel) zu nennen, machten die Verleger kurzerhand "The God Particle". Der einprägsame Name hält sich in den Medien hartnäckig, ist unter Wissenschaftlern jedoch unbeliebt.

Benannt sind die Higgs-Bosonen nach dem britischen Physiker Peter Higgs, der ihre Existenz 1964 vorschlug. Die Theorie passte gut zur bestehenden Physik, die Teilchen nachzuweisen ist jedoch schwierig. Die Forscher in Genf versuchten deshalb, dem Higgs-Teilchen über einen Umweg auf die Schliche zu kommen: Mit den Teilchendetektoren ATLAS und CMS beobachteten sie Billionen von Kollisionen zwischen Protonen, bei denen, so die Vermutung, manchmal Higgs-Bosonen entstehen. Diese müssten theoretisch in andere, messbare Teilchen zerfallen. Die Forscher hoffen jetzt, dass es ihnen gelungen ist, genau dieses Phänomen in ihren Experimenten zu beobachten.
Nach vorläufigen Ergebnissen liegt die Masse des neu entdeckten Teilchens bei etwa 125 bis 126 GeV (Gigaelektronenvolt). Damit ist es das schwerste Boson, das bis jetzt gefunden wurde. Zum Vergleich: Ein Proton hat eine Ruhemasse von rund 0,9 GeV. Um herauszufinden, ob das Teilchen tatsächlich die prognostizierten Eigenschaften hat, sammeln die Wissenschaftler weiter Daten.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite