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Neues Zeitalter: Leben wir bereits im Anthropozän?
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Neues Zeitalter: Leben wir bereits im Anthropozän?

Dass man schon aus dem Weltall die chinesische Mauer sehen kann, finden die meisten Menschen faszinierend. Genauso wie die New Yorker Skyline oder die künstlich angelegte Palmeninsel in Dubai. Für manche Wissenschaftler sind diese Bauten aber wohl eher Mahnmale eines neuen Zeitalters: des Anthropozäns.
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt

Dass man schon aus dem Weltall die chinesische Mauer sehen kann, finden die meisten Menschen faszinierend. Genauso wie die New Yorker Skyline oder die künstlich angelegte Palmeninsel in Dubai. Für manche Wissenschaftler sind diese Bauten aber wohl eher Mahnmale eines neuen Zeitalters: des Anthropozäns.

Artikelbild

pixabay.com, Sonnenuntergang

Der Wendepunkt braucht einen Namen

Der zukünftige Name für den neuen Abschnitt der Erdgeschichte soll Anthropozän lauten. In diesem Begriff steckt das Wort "Anthropo-", was auf lateinisch so viel bedeutet wie "vom Menschen". Genau deswegen haben Wissenschaftler den Begriff als neuen Namen vorgeschlagen. Denn unser gesamter Globus hat sich durch die Einwirkung des Menschen grundlegend verändert.

Die Wortsilbe "zän" wiederum steht in der Geologie für "neues Zeitalter" und taucht beispielsweise auch in "Holozän" auf, dem geologischen Zeitalter, das mit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren begann und bisher auch die Gegenwart umfasste.

Geologen machen die verschiedenen Epochen der Erdgeschichte an deutlichen Einschnitten und Veränderungen der Fossilienwelt und der damaligen Umweltbedingungen fest. Feste Vorgaben gibt es für die Benennung verschiedener Zeitalter allerdings nicht. Während frühere Zeitalter eher nach den Fossilienfunden unterschieden wurden, waren für Quartär und Holozän auch das Klima und damit Zustandsänderungen der Atmosphäre entscheidend.

Artikelbild

pixabay.com, Unsplash

Ein neues geologisches Zeitalter können die Wissenschaftler offiziell erst benennen, wenn sie genügend Beweise finden, die den Einfluss des Menschen belegen. Das können zum Beispiel in Sedimenten abgelagerte Stoffe wie Kunststoffe oder Aluminium sein. Ein anderes Indiz wäre die radioaktive Belastung der Umwelt. Deswegen wird als Startdatum des Anthropozän auch das Jahr 1945 diskutiert - das Jahr des ersten Atombombentests.

Die Namensänderung würde für uns bedeuten, dass das Zeitalter des Holozän als beendet erklärt wird. Rückwirkend ab Mitte des 20. Jahrhunderts würde dann der Name Anthropozän gelten. Der Name muss aber noch von der internationalen stratigraphischen Kommission genehmigt werden. Bis der Begriff endgültig in die in die geologische Zeitskala übernommen wird, kann es daher noch Jahre dauern.

Für das neue Zeitalter könnte sprechen, dass es globale Veränderungen auf der Erde gibt, die dauerhaft sind und zum Teil nicht mehr umkehrbar. Und dass im Vergleich zu anderen Wendepunkten auf der Erde diesmal hauptsächlich eine Spezies dafür verantwortlich ist - der Mensch.

Artikelbild

pixabay.com, Neta623

Obwohl es schon seit über zwei Millionen Jahren menschliches Leben auf der Erde gibt, haben wir erst in den letzten hundert Jahren dazu beigetragen, den gesamten Globus zu besiedeln und zu verändern. Dafür sorgten die rasant wachsende Erdbevölkerung, die flächendeckende Bebauung, die Industrialisierung und unsere neuen Konsumgewohnheiten. Dies sind nur ein paar Ursachen, die dazu geführt haben, dass sich unsere Umwelt verändert hat.

Die Hauptgründe, die die Wissenschaftler benennen, um eine neue Namensgebung zu rechtfertigen, sind allerdings die durch uns erfolgte Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten über den gesamten Globus, die Klimaerwärmung und die Veränderung großer bio-geochemischer Kreisläufe, wie zum Beispiel des Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorkreislaufs. Außerdem setzen sich Plastik, Aluminium und andere Stoffe im Boden ab und werden dort zu sogenannten Techno-Fossilien.

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