Nur sechs Matrosen der 86köpfigen Besatzung, in der Mehrzahl lebensfrohe Kadetten auf Ausbildungsfahrt, überleben die Katastrophe. Am 23. September 1957 birgt der New Yorker Dampfer "Saxon" fünf zu Tode erschöpfte Matrosen, einen weiteren Überlebenden rette am nächsten Tag ein Boote der amerikanischen Küstenwache.
Auf Betreiben der Bundesregierung hin wird noch bis zum 28. September nach möglichen Überlebenden gesucht, gefunden werden aber nur Trümmer des geschichtsträchtigen Segelschulschiffes.
"Carrie"
Hauptursache für das Unglück ist der Wirbelsturm "Carrie". Die Befragung der Überlebenden bringt allerdings noch weitere Einzeilheiten ans Tageslicht. Nach wechselvoller Geschichte fuhr das 1905 gebaute Schiff seit Mitte der 1950er Jahre als frachbeförderndes Segelschulschiff für die Lübecker "Stiftung Pamir und Passat". Bei ihrer letzten Fahrt lädt sie in Buenos Aires 3780 Tonnen Gerste, davon sind lediglich 255 Tonnen in Säcke verpackt. Im aufkommenden Unwetter verrutscht die Ladung im Bauch des Schiffes, die Pamir gerät in bedrohliche Schräglage. Hinzu kommt ein nicht mehr einzudämmender Wassereinbruch im Lagerraum. Das mächtige Schiff ist mit schwerer Schlagseite und dem leckgeschlagenen Rumpf den Sturmböen hilflos ausgeliefert. Zusätzliche Gefahr birgt die volle Besegelung, die für den aufkommenden Sturm völlig ungeeignet ist.
Grausamer Tod
Nach Aussagen der Überlebenden bringen sich zwar viele Seeleute zunächst in einigen Rettungsbooten in Sicherheit. Die schlechte Ausstattung der kleinen Nussschalen (kein Proviant und Wasser) aber macht diese Flucht zu einem aussichtslosen Unterfangen. Die verletzten und erschöpften Männer leiden an Trinkwassermangel und werden von Haien angegriffen.




