Gut gerüstet für das Jubiläum
"Man kann nie ausschließen, dass etwas passiert - Unvorhergesehenes ist immer möglich", ließ der Münchner Kreisverwaltungsreferent Dr. Wilfried Blume-Beyerle vor Beginn der Wiesn verlauten. Und erklärte zugleich, dass das bewährte Sicherheitskonzept in diesem Jahr noch ergänzt wurde. Dabei gab es auf dem Münchner Oktoberfest in 200 Jahren noch keinen Vorfall von Massenpanik. Ein Grund dafür ist der Veranstaltungsort: Die Theresienwiese ist ein nach allen Seiten offenes Gelände, das zu jeder Zeit wieder verlassen werden kann. Und selbst bei schönem Wetter werden nie mehr als eine Million Gäste erwartet, die sich auch noch über den Tag verteilen. Bei der Katastrophe auf der Love-Parade in Duisburg waren es mehr als 1,3 Millionen auf einem ungleich kleineren Areal.
Ein Konzept für den Fall der Fälle
Das Sicherheitskonzept für das Jubiläums-Oktoberfest 2010 sieht drei Sperr-Ringe um die Theresienwiese, Zugangskontrollen sowie ein Flugverbot über der Festwiese vor. Problemzonen werden per Video überwacht, die Straßen zusätzlich beleuchtet. Wenn es an den Wochenenden besonders eng wird, lautet die Devise der Münchner Polizei: Massenandrang beobachten und notfalls schnell reagieren.
Zelte und angrenzende U-Bahnhöfe sollen im Zweifel geschlossen werden, bevor sie komplett überfüllt sind. Und Fahrgäste dürfen zu Stoßzeiten nur schubweise aus den U-Bahnen ein- und aussteigen. Für sein Bierzelt muss jeder Wiesn-Wirt eine entsprechend große Anzahl an Ordnern und ein Kommunikationskonzept nachweisen. Außerdem wird zu beobachten sein, welche Maßnahmen zum Nichtraucherschutz die Wiesn-Wirte bei der Umsetzung des Rauchverbots vornehmen.
Sollte doch einmal etwas passieren, dann greift ein so genanntes MANV-Konzept (Massenanfall von Verletzten). Rund um die Wiesn hat die Feuerwehr einen Rettungsring mit Behandlungsplätzen aufgebaut sowie ein Feldlazarett auf dem Bavariaring. Bleibt zu hoffen, dass die Ärzte und Hilfskräfte dort während der Zeit des Oktoberfests möglichst wenig zu tun bekommen.

