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Startseite/Natur & Umwelt/Artikel
Olympia im Dreck: Segeln in der Guanabara-Bucht
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Olympia im Dreck: Segeln in der Guanabara-Bucht

Raphael de Siqueira Ferreira / CC BY-SA 3.0
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
Artikelbild

Raphael de Siqueira Ferreira / CC BY-SA 3.0

Artikelbild

Vsolymossy / CC BY-SA 3.0

Schon im Zeitraum von 1994 bis 2006 plante die Stadt gemeinsam mit der interamerikanischen Entwicklungsbank und der japanischen Agentur für internationale Zusammenarbeit die Reinigung der Guanabara-Bucht. Dafür investierten die Beteiligten mehr als eine Milliarde Euro in den Bau von Kläranlagen. Diese wurden aber wegen fehlender Zuleitungen nie in Betrieb genommen. Die Quittung erhielt Rio bei seiner Olympiabewerbung im Jahr 2004: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) lehnte unter anderem wegen der Verschmutzung der Bucht die Bewerbung Brasiliens ab.

Deshalb hatte die Stadt Rio bei der Olympiabewerbung 2009 versprochen, rund 80 Prozent der Bucht zu reinigen. Dafür nahmen die Beteiligten mehr als 200 Millionen Euro in die Hand, um die einzelnen Haushalte an Kanalisationssysteme anzuschließen. Der Schuss ging nach hinten los: Zwar wurden die Haushalte erfolgreich an die Kanal-Systeme angeschlossen, doch diese endeten nicht in einem Klärwerk, sondern nach wie vor im Meer. Ein Sumpf aus Korruption und Bürokratie hat dafür gesorgt, dass es bisher kaum Besserung gibt

Zusätzlich wird es mit der Zeit immer schwieriger, die Reinigungspläne umzusetzen. Denn die Schadstoffe lagern sich mit dem Sediment am Grund der Bucht ab und werden bei jedem Aufwühlen erneut ans Wasser freigesetzt. So macht zum Beispiel Ricardo darauf aufmerksam, dass sich auch auf den Meeresgrund, unter einer Schicht aus Abfällen, Schwermetalle befinden.

Artikelbild

Rodrigo Soldon from Rio de Janeiro, Brazil / CC BY 2.0

2015 musste der Sportsegler Erik Heil die Auswirkungen dieses Cocktails am eigenen Leib spüren. Im Vorfeld seiner Olympia-Teilnahme machte er im vergangenen Jahr eine Testregatta auf der verseuchten Bucht - mit unangenehmen Folgen: Der Sportler zog sich eine Infektion und hartnäckige Entzündungen an den Beinen und der Hüfte zu. Erst nach einer Behandlung mit einem Breitbandantibiotikum heilten diese wieder aus.

Damit ist Heil allerdings glimpflich davongekommen: Der Meeresbiologe Mario Moscatelli stellte bei einer aktuellen Messung der Bakteriendichte fest, dass man in dieser Brühe auch an einer Hirnhautentzündung erkranken kann. Und das war nicht der einzige Nachweis von Krankheitserregern. 2014 fand das Universitätsklinikum Schleswig Holstein in einer untersuchten Wasserprobe Enterokokken, welche wiederum zu Harnwegsinfektionen führen können.

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