Open Access - die Vor- und Nachteile
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Open Access - die Vor- und Nachteile

Bild: Foto: Diliff, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Hier geht es um die Vor- und Nachteile des Online-Publishing von wissenschaftlichen Arbeiten.

Open Access - eigenes Publizieren im Internet?

Durch das Internet wurden neue Wege des wissenschaftlichen Publizierens eröffnet. Diese erlauben es, Wissen weltweit öffentlich zugänglich zu machen, frei von Zugangsbeschränkungen und Kosten: Open Access.

Welche Möglichkeiten gibt es, Open Access zu publizieren? Welche Vor- und Nachteile hat Open Access für die wissenschaftliche Karriere und wie steht es mit meinem Recht, eine Verlags-Publikation zusätzlich im Internet zu veröffentlichen?

1. Warum Open Access?

Die Vorteile von Open Access liegen auf der Hand. Der weltweite Zugang zu wissenschaftlicher Information und die Sichtbarkeit der Autorinnen werden erhöht. Schon heute werden Dokumente, die (auch) Open Access verfügbar sind, weit häufiger zitiert. Das Internet bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Publikationen nicht nur schnell, sondern auch mit zusätzlichen multimedialen Inhalten zu veröffentlichen. Auch der Verbleib der Rechte bei den Autorinnen ist ein klarer Vorteil von Open Access.

Als Nachteile werden genannt, dass Open-Access-Zeitschriften auf Grund ihrer kurzen Lebensdauer noch eine geringere Reputation besitzen, dass teilweise schwächere Qualitätskontrollen gemacht werden und die Publikationen schlechter auffindbar sind.

Tool-Tipp: Die Plattform open-access.net kann viele dieser Vorbehalte zerstreuen. Sie bietet darüber hinaus Informationen und Literaturhinweise zu Open Access.

2. Verschiedene Wege bei Open Access

Im Open Access gibt es den so genannten goldenen und den grünen Weg. Der goldene Weg ist das Erstpublizieren von Dokumenten in Open-Access-Zeitschriften oder anderen qualitätsgeprüften Veröffentlichungen. Ein Beispiel hierfür ist Economics: The Open Access, Open-Assessment E-Journal.

Tool-Tipp: Suchen Sie nach Open-Access-Zeitschriften im Directory of Open-Access-Journals, DOAJ.

Der grüne Weg ist das Publizieren von Zweitversionen in Open Access. Wurde eine Publikation in einem Verlag veröffentlicht, haben Sie teilweise trotzdem die Möglichkeit, Preprints oder auch Postprints (Versionen des Textes vor und nach Verlagsprüfung) frei im Internet zu publizieren. Dies ist abhängig von dem Verlagsvertrag.

3. Ihre Rechte beim Open Access-Publizieren

Lesen Sie den Vertrag genau, den Ihr Verlag Ihnen vorlegt. Haben Sie dem Verlag kein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt, bleibt Ihnen das Recht der Zweitverwertung. Einige Verlage erlauben Ihnen trotz Abtretung der Rechte eine Zweitveröffentlichung auf einem nicht-kommerziellen Dokumentenserver. Teilweise sind zeitliche Sperrfristen im Vertrag zu finden. Nach Ablauf dieser Frist ist eine Zweitveröffentlichung von Beiträgen möglich.

Tool-Tipp: Die SHERPA-RoMEO-Liste bietet eine Übersicht über die Zweitveröffentlichungs-Politik von Verlagen.

Sind Sie mit einem Vertrag nicht einverstanden, bleibt Ihnen die Möglichkeit, einen Zusatz zum Vertrag vorzuschlagen, der Ihnen die nicht kommerzielle Zweitveröffentlichung ermöglicht (vgl. open-access.net: Verlagsverträge).

4. Dokumentenserver/ Repositorien

Wenn Sie sich für Open Access entschieden haben, bleibt die Frage, wo Sie Ihre Publikation veröffentlichen. Denn: Sie sollten sie nicht einfach auf Ihre Website stellen. Dort ist sie viel weniger sichtbar als in professionellen Open-Access-Umgebungen.

Für den goldenen Weg der Open-Access-Erstveröffentlichung gibt es zahlreiche Open-Access-Zeitschriften (DOAJ).

Für den grünen Weg des Self-Archiving bieten sich institutionelle und fachliche Dokumentenserver an. Fast jede Hochschule besitzt einen Dokumentenserver, auf dem Sie als angehörige Wissenschaftler Publikationen ablegen können. Informieren Sie sich darüber in Ihrer Hochschulbibliothek.

So genannte "Fachliche Repositorien" veröffentlichen Open-Access-Dokumente zu einem bestimmten Fach. Ein Beispiel hierfür ist EconStor für die Wirtschaftswissenschaften.

Tool-Tipp: Suchen Sie nach Dokumentenservern im Directory of Open Access Repositories, OpenDOAR.

Ich hoffe, dass Ihnen die Reihe "Recherchieren wie die Profis" Spaß gemacht hat. Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie in LOTSE, dem Online-Tutorial für das wissenschaftliche Recherchieren und Arbeiten.

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