Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Allgemein/Artikel
Open-Source-Framework SPREAD quantifiziert Verhaltensansteckung in Gruppen
Foto: Daniil Komov / Pexels
Allgemein

Open-Source-Framework SPREAD quantifiziert Verhaltensansteckung in Gruppen

Wissenschaftler haben mit SPREAD ein Open-Source-Framework vorgestellt, das die Quantifizierung von Verhaltensansteckung in sozialen Gruppen ermöglicht. Die Studie erschien im Fachjournal Communications Psychology des Nature-Verlags und steht als Open-Access-Publikation zur Verfügung. Das Framework ist als Toolbox…
Autor
Redaktion
Veröffentlicht
09. Oktober 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Allgemein

Wissenschaftler haben mit SPREAD ein Open-Source-Framework vorgestellt, das die Quantifizierung von Verhaltensansteckung in sozialen Gruppen ermöglicht. Die Studie erschien im Fachjournal Communications Psychology des Nature-Verlags und steht als Open-Access-Publikation zur Verfügung. Das Framework ist als Toolbox für die Programmiersprache R frei zugänglich und richtet sich an Forschende, die untersuchen, wie sich Verhaltensweisen durch soziale Systeme verbreiten.

SPREAD bietet eine permutationsbasierte, latenzaufgelöste und sozialstruktur-sensitive Methode zur Messung verhaltensbasierter Ansteckungseffekte. Das Werkzeug verarbeitet ereignisbasierte Interaktionsdaten und integriert dabei drei zentrale Komponenten: Basisraten-Korrekturen, latenzspezifische Schätzungen und die Berücksichtigung sozialer Konfigurationen. Diese Elemente sind in einer einheitlichen statistischen Architektur zusammengeführt.

Analyse von Zweier- bis Mehrpersonen-Interaktionen

Das Framework unterstützt die systematische Untersuchung von Ansteckungsdynamiken in unterschiedlichen sozialen Konstellationen. Dabei deckt es dyadische Interaktionen zwischen zwei Individuen ebenso ab wie triadische Konstellationen mit drei Beteiligten und größere Gruppeninteraktionen. Die Autoren beschreiben die Zielsetzung in der Publikation:

"SPREAD provides a permutation-based, latency-resolved, and socially structure-sensitive framework for quantifying behavioural contagion in event-based interaction data. By integrating base-rate correction, latency-specific estimation, and social configuration within a unified statistical architecture, the framework supports systematic examination of contagion dynamics across dyadic, triadic, and larger group interactions."

Methodische Grundlage für artübergreifende Forschung

Die Entwickler positionieren SPREAD explizit als methodische Grundlage für die Untersuchung von Verhaltensübertragung über verschiedene Spezies und Kontexte hinweg. Das Framework ist nicht auf menschliche Sozialforschung beschränkt, sondern für die Analyse tierischer Verhaltensweisen ebenso konzipiert. Die Autoren formulieren:

"More broadly, SPREAD provides a methodological foundation for investigating how behaviours spread through social systems across species and contexts."

Verhaltensansteckung beschreibt das Phänomen, dass die Ausführung einer Verhaltensweise durch ein Individuum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass andere Gruppenmitglieder dasselbe Verhalten zeigen. Bisherige Methoden zur Quantifizierung dieses Effekts waren häufig auf spezifische Situationen oder Gruppengrößen begrenzt oder berücksichtigten soziale Strukturen nur unzureichend.

Permutationsbasierte Statistik und Latenzauflösung

Die Bezeichnung „permutationsbasiert" bezieht sich auf statistische Verfahren, die durch wiederholtes Umordnen von Daten Referenzverteilungen erzeugen. Dadurch lässt sich beurteilen, ob beobachtete Muster in den Interaktionsdaten zufällig oder systematisch sind. Die Latenzauflösung ermöglicht es, zeitliche Verzögerungen zwischen einem auslösenden Verhalten und der Reaktion anderer Gruppenmitglieder zu erfassen und in die Analyse einzubeziehen.

Die Berücksichtigung sozialer Strukturen bedeutet, dass SPREAD nicht nur misst, ob ein Verhalten übertragen wird, sondern auch, in welchen sozialen Konstellationen dies geschieht. So lässt sich unterscheiden, ob Ansteckungseffekte primär in engen Dyaden auftreten oder ob sie in größeren Netzwerken andere Dynamiken zeigen.

Verfügbarkeit und Anwendungspotenzial

Als Open-Source-Toolbox steht SPREAD der wissenschaftlichen Gemeinschaft kostenfrei zur Verfügung. Die Implementierung in R, einer weit verbreiteten Programmiersprache für statistische Analysen, erleichtert die Integration in bestehende Forschungs-Workflows. Die Open-Access-Publikation in Communications Psychology stellt sicher, dass die methodischen Details und theoretischen Grundlagen für alle Forschenden zugänglich sind.

Das Framework könnte die Analyse sozialer Interaktionen in verschiedenen Disziplinen beeinflussen. Mögliche Anwendungsfelder reichen von der Verhaltensforschung in Tiergruppen über die Untersuchung von Gruppenphänomenen in menschlichen Populationen bis hin zur Analyse von Dynamiken in digitalen sozialen Netzwerken. Die systematische Quantifizierung von Ansteckungseffekten bietet neue Möglichkeiten, um zu verstehen, wie sich Verhaltensweisen – von einfachen motorischen Mustern bis zu komplexen sozialen Handlungen – in Gruppen ausbreiten.

Die Veröffentlichung stellt einen methodischen Fortschritt in einem Forschungsfeld dar, das bisher mit Herausforderungen bei der präzisen Messung und Vergleichbarkeit von Studien konfrontiert war. Mit SPREAD liegt nun ein standardisiertes Werkzeug vor, das die Basis für systematische und vergleichbare Untersuchungen zur Verhaltensansteckung bietet.

Mehr aus Allgemein

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Allgemein.

Alle Allgemein-Artikel
Wie Torontos Radwege zur Parkzone wurden – und was die Daten zeigen
Allgemein

Wie Torontos Radwege zur Parkzone wurden – und was die Daten zeigen

15. Oktober 2026

Eine neue Studie aus Toronto untersucht, ob bauliche Schutzstreifen auf Radwegen tatsächlich weniger Parkverstöße bedeuten – und deckt die Kluft zwischen Infrastruktur-Investitionen und Realität auf der Straße auf.

Marblopolis: Wie ein Niederländer mit 300 Metern Murmelbahn Physik erlebbar macht
Allgemein

Marblopolis: Wie ein Niederländer mit 300 Metern Murmelbahn Physik erlebbar macht

14. Oktober 2026

Jelle Bakker baute aus LEGO, K'Nex und klassischen Bahnen eine spektakuläre Murmelstadt mit 30 Routen. Hunderte Kugeln rollten gleichzeitig durch Schleifen und Sprünge – und machten Schwerkraft sichtbar.

CBC Kids zeigt Haudenosaunee-Schöpfungsgeschichte mit Schattenpuppen
Allgemein

CBC Kids zeigt Haudenosaunee-Schöpfungsgeschichte mit Schattenpuppen

14. Oktober 2026

Der kanadische öffentliche Sender CBC Kids präsentiert die Turtle-Island-Erzählung des Haudenosaunee-Volkes. Storyteller Otsistohkwi:yo Elliott nutzt Schattenpuppen, um indigene Schöpfungstraditionen für Kinder…

Wie Japan Katastrophenhelfer ohne radioaktive Quellen schult
Allgemein

Wie Japan Katastrophenhelfer ohne radioaktive Quellen schult

14. Oktober 2026

Japanische Forscher testen simulationsbasiertes Training für Gesundheitsbeamte, das ganz ohne echte Strahlenquellen auskommt. Die Pilotstudie könnte Notfalltraining weltweit verändern – besonders dort, wo…

← Zurück zu AllgemeinZur Startseite