Orkan
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Orkan

Bild: Foto: Werner Friedli, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Orkane sind außertropische Wirbelstürme oder Sturmtiefs. Man nennt sie auch Winterstürme (s. a. → Sturm). West- und Mitteleuropa werden von ihnen relativ häufig heimgesucht. Bekannt durch ihre enormen Schäden sind die Stürme “Vivian“, “Wiebke“ und “Lothar“. Wie der Name bereits sagt, treten Winterstürme besonders im Winter, aber auch im Herbst auf. Denn Voraussetzung für ihre Entstehung sind starke Temperaturunterschiede zwischen den Suptropen und den Polargebieten. Je größer der Temperaturunterschied ist, desto gewaltigeren Umfang bekommen die Wirbelstürme. Und in der kalten Jahreszeit ist dieser Temperaturgegensatz mehr als doppelt so groß wie im Sommer.

Auf der Nordhalbkugel wird die vom Pol strömende Kaltluft durch die → Corioliskraft nach Westen abgelenkt, die von Süden strömende Warmluft nach Osten. An der stationären Grenze zwischen polarer Kaltluft und subtropischer Warmluft, der Polarfront, gleiten die Luftmassen aneinander vorbei. Die Polarfront zieht sich in einem wellenartigen Band um den ganzen Globus. Die Warmluft hat nun die Tendenz, sich über die kalte Luft zu schieben. Wo dies geschieht, spricht man von einer Warmfront. Im Rücken der Warmfront bildet die kalte Polarluft ebenfalls eine Front. Sie drängt nach Süden und schiebt die Warmluft auf schräger Bahn in nördliche Richtung weiter nach oben. Im Zentrum der Drehbewegung fällt der Luftdruck stark ab. Es entstehen weiträumige Tiefdruckwirbel, und die nachströmende Kaltluft bringt heftige Winde. Die Intensität der Winde wird durch die Temperaturdifferenz zwischen beiden Fronten bestimmt. Diese ist im Herbst und Winter am stärksten. Dann kann sich ein breites Orkanfeld über ganz Mitteleuropa erstrecken.

Im Gegensatz dazu sind → tropische Wirbelstürme frontenlose Wirbel, da sie über aufgeheizten Meeren entstehen. Ihre Windgeschwindigkeiten sind zwar höher als die der Winterstürme, jedoch entwickeln Winterstürme breitere Sturmfelder und legen größere Entfernungen pro Tag zurück. Tagesstrecken von 1000-2000 km sind keine Seltenheit. Sie können somit für die dicht besiedelten Gebiete unserer Breiten eine große Bedrohung darstellen.

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