Permafrost
Natur & Umwelt

Permafrost

Bild: Foto: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In kalten Gebieten der Erde, wo die Temperatur im Sommer nicht hoch genug wird, um mehr als eine oberflächennahe Bodenschicht aufzutauen, ist der tiefere Untergrund stets gefroren. Dieser Dauerfrostboden oder Permafrost bedeckt etwa 25 % des Festlandes der Erde. Im nördlichen Kanada und in Alaska ist der Dauerfrostboden vermutlich 300 bis 500 m mächtig. Durch Auftauen und Gefrieren der Bodenoberfläche kommt es zu unterschiedlichen Materialverlagerungen. Frosthub und Frostdruck verursachen eine Sortierung von Verwitterungsmaterial. Dadurch entstehen seltsame Steinringe und Muster an der Bodenoberflächen, so genannte Strukturböden. Solche Prozesse bezeichnet man als Kryoturbation (von griechisch kryos = Frost und lateinisch turbare = umherwirbeln). Am Hang gerät der Verwitterungsschutt in der Auftauzone langsam ins Fließen.

In kalten Gebieten der Erde, wo die Temperatur im Sommer nicht hoch genug wird, um mehr als eine oberflächennahe Bodenschicht aufzutauen, ist der tiefere Untergrund stets gefroren. Dieser Dauerfrostboden oder Permafrost bedeckt etwa 25 % des Festlandes der Erde. Im nördlichen Kanada und in Alaska ist der Dauerfrostboden vermutlich 300 bis 500 m mächtig. Durch Auftauen und Gefrieren der Bodenoberfläche kommt es zu unterschiedlichen Materialverlagerungen. Frosthub und Frostdruck verursachen eine Sortierung von Verwitterungsmaterial. Dadurch entstehen seltsame Steinringe und Muster an der Bodenoberflächen, so genannte Strukturböden. Solche Prozesse bezeichnet man als Kryoturbation (von griechisch kryos = Frost und lateinisch turbare = umherwirbeln). Am Hang gerät der Verwitterungsschutt in der Auftauzone langsam ins Fließen.

Permafrost führt nicht nur zu Materialverlagerungen in der Landschaft, er ist auch ein sehr schwer zu beherrschender Untergrund für Bauwerke. Beim Erdaushub für Bauten kann das Schmelzwasser nicht im gefrorenen Untergrund versickern. Es sättigt den Boden und bringt ihn am Hang zum Fließen. Der Wärmefluss von Gebäuden in den Boden kann zu Sackungsvorgängen führen. Bei guter Isolierung jedoch ist der Dauerfrostboden ein vorzüglicher Baugrund.

Infolge von Frostsprengung und anderen Verwitterungsprozessen entstandener Schutt kann im Hochgebirge und in polaren Regionen auch durch Auftauen und Wiedergefrieren des Bodens transportiert werden. Es bildet sich eine mit Wasser gesättigte Auftauschicht, die am Hang zu fließen beginnt. Man bezeichnet diesen Vorgang als Solifluktion (von lateinisch solum = Boden, fluere = fließen). Die dadurch entstehenden Fließerden aus Schutt und Feinmaterial können sich schon bei einer Hangneigung von zwei Grad langsam in Bewegung setzen. Während der → Eiszeiten bildeten sich auch auf den waldfreien Hängen unserer Mittelgebirge flächenhaft und in mehreren Phasen solche Fließerden aus.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite