Die Entwicklung des Rads gehört zu den wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Erste Wagendarstellungen lassen sich auf das dritte Jahrtausend v. Chr. datieren, rd. 1000 Jahre später tauchen Berichte über Speichenräder auf. Das Universalgenie Leonardo da Vinci skizzierte Ende des 15. Jahrhunderts seine Vorstellung eines Fahrrades mit Pedalen und Antriebsmöglichkeit. Nach der Entwicklung der Laufmaschine, dem sog. Vélocipède, durch den Grafen de Sivrac (um 1790) begann die eigentliche Historie des Fahrrads. 1818 meldete Carl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn sein lenkfähiges Laufrad, die Draisine, zum Patent an. Der Siegeszug dieses Fortbewegungsmittels war nicht mehr aufzuhalten: Hochräder mit Tretkurbel am Vorderrad wie die "Michauline" (1867) wurden von den Niederrädern abgelöst, seit 1870 fanden eiserne Tangentialspeichen bei der Konstruktion Verwendung, 1875 wurde die Felge entwickelt, seit 1879 befinden sich die Pedale zwischen den Rädern und sind mit einem Kettenantrieb zum Hinterrad verbunden und ab 1888 lösten die Luftreifen die bislang genutzten Vollgummireifen ab.
Schon kurze Zeit nach der Patentierung fanden in Paris erste Rennen auf Draisinen statt, der Startschuss des ersten Straßenrennens fiel 1865 in Amiens, 4 Jahre später sorgte die Fernfahrt Paris-Rouen als erstes internationales Straßenrennen für Furore und auch bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit (1896) war ein Radrennen im Programm. Die erste Tour de France wurde 1903 ausgetragen, der Giro d´Italia fand 1909 erstmalig statt, die Geburtsstunde der Bahnrennen ist 1868 (England) bzw. 1882 (Deutschland) und das erste Sechstage-Rennen wurde 1891 in New York ausgetragen, 1909 erstmalig in Europa (Berlin).
Radtypen (Auswahl)
BMX-Bike
Dieser Fahrradtyp gehört zu den Jugendfahrrädern. Robuster Rahmen sowie eine zuverlässige technische Ausrüstung ermöglichen die Präsentation von teilweise waghalsigen Fahrradkunststücken.
Citybike
In der Konstruktion/Erscheinungsbild am Mountainbike angelehnt. Durch die Ausstattung mit Licht, Reflektoren, Gepäckträger etc. auf den Stadtverkehr zugeschnitten. Reifen oder Schaltungen sind für Geländefahrten oftmals untauglich.
Mountainbike
Mountainbikes waren maßgeblich für den Fahrradboom in den letzten Jahren verantwortlich. Auf Grund seiner Maße, der überaus robusten aber leichten Konstruktionsweise sowie einer technisch anspruchsvollen Ausstattung ist dieser Fahrradtyp sowohl im Gelände als auch in der Stadt bestens aufgehoben.
Rennrad
Das Rennrad ist noch immer der Klassiker unter den Fahrrädern. Sein geringes Gewicht, die spezielle Fahrposition und High-End-Ausstattung wie Indexfunktion der Schalthebel, achtfache Zahnkränze, Drahtreifen, neuartige Felgentypen etc. ermöglichen einen ganz besonderen Fahrgenuss.
Trekkingbike
Trekkingbikes können universell eingesetzt werden, ihre zumeist recht umfangreiche Ausstattung (z.T. Mountainbike-Technik) ermöglichen den Einsatz als Tourenrad, im Stadtverkehr oder bei nicht zu anspruchsvollen Geländefahrten.
Ausrüstung für Radrennfahrer (wetterabhängig)
- Ärmlinge
- Baumwollsocken
- Beinlinge
- Fingerhandschuhe (lang/kurz)
- Helm
- Radhose (kurz/lang)
- Radschuhe (inkl. Überschuhe)
- Regenjacke
- Trikot (kurz/lang)
- Trikotjacke
Radsportarten (Auswahl): Straßenrennen
Straßenrennen finden entweder auf einem Rundkurs statt oder sie führen von einem Startort zum Zielort. Während des Rennens dürfen die Teilnehmer Verpflegung aufnehmen, sich gegenseitig fahrtechnisch unterstützen (Fahren im Windschatten, sog. Schrittmacherdienste), bei einem technischen Defekt ist die Weiterfahrt auf einem Ersatzrad gestattet. Anderweitige fremde Hilfe ist nicht vorgesehen. Regelverstöße (inkorrektes Fahren, Doping etc.) werden je nach Schwere bestraft, die Maximalstrafe ist der Entzug der Fahrlizenz. Ein Straßenrennen unterliegt der Straßenverkehrsordnung des Landes, in dem es ausgetragen wird. Straßenrennen unterscheiden sich in:
| Etappenrennen | Sehr lange Distanz, wird in mehreren Tagesetappen bewältigt. Sieger ist der Teilnehmer mit der besten Endzeit. |
| Einzelzeitfahren | Eine Strecke muss schnellstmöglich abgefahren werden. Die Teilnehmer starten einzeln sowie mit Zeitverzug. |
| Mannschaftszeitfahren | Die Streckenlänge beträgt bei den Männern 100 km, Frauen fahren 50 km. Ein Team setzt sich aus 4 Athleten zusammen, die einzelnen Mannschaften starten mit Zeitverzug. Die Fahrzeit eines Teams wird gestoppt, wenn der dritte Mannschaftsfahrer das Ziel erreicht hat. |
| Kriterium | Rundstreckenrennen innerhalb von Städten etc. Der Sieger wird anhand eines Punktsystems ermittelt. |
Bahnradsport
Wettkämpfe im Bahnradsport werden auf einer Rundbahn mit besonderen Steilkurven ausgetragen (In door/Out door), die Bahnlänge liegt zwischen 200 m und 500 m. Der Bahnradsport lässt sich unterteilen in:
| Punktefahren | Die Teilnehmer müssen eine bestimmte Rundendistanz bewältigen. Durch Wertungsspurts wird der Sieger ermittelt. |
| Sprint | Jeweils zwei Fahrer des Teilnehmerfeldes treten gegeneinander an. Die Streckenlänge liegt bei 1000 m. Die Sieger sowie die Gewinner der Hoffnungsläufe ziehen in die nächste Runde ein. Mit dem Achtelfinale wird das Rennduell durch zwei Siegfahrten entscheiden. Ab dem zweiten Lauf sind spezielle taktische Vorgehensweisen erlaubt. |
| Steherrennen | Streckenlänge mindestens 10 km, ein Rennfahrer und ein Motorradfahrer (Steher bzw. Schrittmacher) bilden ein Team. |
| Verfolgungsfahren | Die Sportler (Einzel oder Mannschaft) starten gleichzeitig, aber auf den gegenüberliegenden Geraden der Strecke. Kann der Gegner eingeholt werden, ist das Rennen beendet, ansonsten gilt die Zeitmessung am Ende der Distanz (bei Mannschaftwettbewerben wird die Zeit gestoppt, wenn der dritte Fahrer eines Teams das Ziel erreicht hat). |
| Zeitfahren | Die Fahrer fahren ohne Konkurrenz gegen die Uhr. |
| Zweiermannschaftsfahren | Zwei Fahrer bilden ein Team, ein Sportler nimmt immer aktiv am Renngeschehen teil. Durch Spurts können Punkte oder Preise gesammelt werden. Sechstage-Rennen gehören in den Bereich des Zweiermannschaftsfahrens. |
Mountainbiking
Die Geburtsstunden des Mountainbiking liegen in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Jugendliche Fahrradfreaks aus Kalifornien entwickelten für ihre Geländetouren spezielle Fahrradtypen, die mit neuen Stahlrahmen und angepasster Technik auch härtesten Anforderungen Paroli bieten konnten. Erste Rennen wie das "Repack Downhill" (1976) und die Austragung einer US-Meisterschaft Anfang der 80er-Jahre signalisieren, wie schnell das Mountainbike Anhänger gefunden hatte. Später entstanden dann diverse Teildisziplinen wie Downhill, Trial, Crosscountry, Hillclimb oder Dualslalom. 1990 fanden die ersten offiziellen Weltmeisterschaften statt, 1996 war das Mountainbiking im Programm der Olympische Spiele in Atlanta.
Querfeldein
Das Querfeldeinradfahren entstand in Frankreich am Anfang des 20. Jahrhunderts. Saison für diese eigenständige Radsportdisziplin ist zumeist der Zeitraum zwischen Oktober und März. Die Wettberwerbe für Profis und Amateure werden auf einem mit Hindernissen versehenen Rundkurs im Gelände ausgetragen. Das Querfeldeinrad zeichnet sich u.a. durch eine besondere Geometrie, spezielle Reifen sowie eine spezielle Übersetzung aus.
Bibliografie
Handbuch Radsport, 1996
Peter Konopka: Radsport, 1981
Henk Zorn: Radsport, 1984
Kontakt
Bund Deutscher Radfahrer e. V.
Otto-Fleck-Schneise 4, 60528 Frankfurt am Main
Telefon: 069-96 78 000
Fax: 069-96 78 00 80


