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Recycling: Von der Einweg-Flasche zum neuen Produkt
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Natur & Umwelt

Recycling: Von der Einweg-Flasche zum neuen Produkt

Etwas zu recyclen, bedeutet einen Wertstoff so oft wie möglich weiterzuverarbeiten und wiederzuverwenden, so dass ein Kreislauf entsteht, bei dem wir kaum Ressourcen verschwenden. Abfall, der in der Produktion oder bei uns zu Hause entsteht, wird dabei zu einem neuen Produkt. Dazu gehört zum Beispiel, dass aus…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
6 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
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PET-Recycling Schweiz

Etwas zu recyclen, bedeutet einen Wertstoff so oft wie möglich weiterzuverarbeiten und wiederzuverwenden, so dass ein Kreislauf entsteht, bei dem wir kaum Ressourcen verschwenden. Abfall, der in der Produktion oder bei uns zu Hause entsteht, wird dabei zu einem neuen Produkt. Dazu gehört zum Beispiel, dass aus Altglas neue Glasflaschen und aus Altpapier Kartons produziert werden. Für Plastik von Einweg-Flaschen gilt das Gleiche.

Die Einweg-PET-Flasche

Einweg-Flaschen finden wir überall: Ob mit Wasser, Apfelsaft oder Softgetränken gefüllt. Diese sogenannten PET-Flaschen sind aus Polyethylenterephthalat (PET) hergestellt - einem thermoplastischen Kunststoff. Thermoplastisch bedeutet, dass sich dieses Polymer unter Temperaturzugabe mehrfach verformen lässt. Unternehmen der Getränkeindustrie setzen seit Ende der 1980er Jahre auf PET als Verpackungsmittel mit Schraubverschluss, seltener auch mit Bügelverschluss.

Die Vorteile: Mit dem Kunststoff können beliebige Flaschenformen hergestellt werden, denn er ist leicht zu formen und kostengünstig zu produzieren. PET- Flaschen wiegen außerdem sehr wenig und sind deshalb gut zu transportieren. Außerdem gelten sie als nahezu unzerbrechlich – sie halten daher  der Abfüllung, dem Transport und dem Gebrauch gut stand. Und im Fall einer Beschädigung entstehen zumindest keine Splitterteile, die verletzen.

Dennoch sind die leeren Flaschen Plastikmüll, der entsorgt werden muss. In Ländern wie Deutschland bleiben die PET-Flaschen dabei in einem Kreislauf  – wenn alles optimal läuft. Bei uns erfolgt nach der Benutzung der Plastikflaschen die Entsorgung durch ein spezielles Pfandsystem, bei dem die Flaschen recycelt werden.

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iStock.com, Tutye

Vom Getränk zum Abfall

Aber wie läuft das Recycling der Pfandflaschen ab? Der Weg einer Einweg-PET-Flasche beginnt zunächst beim Verkauf im Getränkemarkt. Wir kaufen hier also zum Beispiel mit Apfelschorle gefüllte Plastikflaschen mit einem Pfandsymbol auf dem Etikett - das zeigt, dass diese Flaschen recycelt werden. Haben wir die Schorle ausgetrunken, bringen wir die Verpackungen leer wieder zurück in den Getränkemarkt.

Hier werfen wir die leeren Flaschen - Flasche für Flasche - in den Pfandautomaten und erhalten unser Pfandgeld zurück. Der Pfand erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen ihr Leergut auch wirklich zurückgeben und nicht einfach in den Müll schmeißen.

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Vom Automat ins Recyclingwerk

Im Getränkemarkt werden unsere Flaschen in großer Zahl gesammelt, denn der Getränkeautomat schluckt unsere Flaschen und wirft sie in einen großen Behälter. Ist ein Auffangbecken im Pfandautomaten gefüllt, drücken spezielle Pressen die PET-Flaschen meist noch vor Ort zu bis zu 300 Kilogramm schweren Würfeln zusammen, um sie platzsparend zu lagern. Schließlich holt ein LKW die Flaschen-Ballen ab – zusammengepresst können etwa 400.000 PET-Flaschen auf einmal transportiert werden, in der ursprünglichen Flaschenform passen hingegen nur circa 15.000 Flaschen auf die Ladefläche. So geht die Reise unserer PET-Flaschen weiter ins Recyclingwerk.

Dort ordnen Maschinen mit speziellen Sensoren die Flaschen nach Farbe und sortieren Flaschendeckel, andere Plastikteile, Etiketten und Müll, der sich eingeschlichen hat, heraus. Der Kunststoff wird daraufhin zu kleinen Flocken gemahlen, in großen Wasserbecken gewaschen, und mittels chemischer Verfahren oder thermischer Behandlung von Dreck und Fremdstoffen befreit und getrocknet. Nach einer weiteren Kontrolle schmelzen schließlich Maschinen das saubere Plastik und verarbeiten es zu sogenannten Regranulat oder Rezyklat – kleinen Kunststoffkugeln. Diese landen erneut in einem LKW.

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Vom Granulat zur neuen Flasche

Der nächste Transport bringt das Rezyklat in ein Kunststoffverarbeitungswerk. Um neue Flaschen herzustellen, fügt man das Regranulat neuem Kunststoffgranulat hinzu, denn die recycelten Flaschen bestehen heutzutage nicht nur aus alten PET-Verpackungen - meist beträgt ihr Anteil nur etwa 25 Prozent. Für die neuen Flaschen darf zudem nur das durchsichtige Rezyklat verwendet werden. Aus gefärbtem Regranulat produzieren Unternehmen aber zum Beispiel Folien, Sportschuhe oder Fleecejacken.

Die klare Granulatmischung wird auf 250 Grad Celsius erhitzt, geschmolzen und schließlich zu Rohlingen verarbeitet. Dieses Zwischenprodukt bezeichnen Experten als „Preforms“. Sie ähneln in ihrer Form einem Reagenzglas, bestehen aber aus dem PET und besitzen bereits einen Abschluss, auf den Schraubdeckel gedreht werden können. Je nach Hersteller und Füllung der neuen Flasche sieht der Rohling unterschiedlich aus. Die Rohlinge werden erhitzt und je nach Flaschentyp aufgeblasen und geformt.

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Von der neuen Flasche zum neuen Inhalt

Ein Transporter bringt die Flaschen im Anschluss in ein Auffüllwerk. Hier werden sie noch einmal gereinigt. Je nachdem, ob der Hersteller wieder Apfelschorle oder zum Beispiel Wasser oder ein Softgetränk verkauft, füllen große Maschinen das jeweilige Getränk in die leeren Flaschen. Daraufhin folgt ein neues Etikett, auf dem erneut das Pfandsymbol abgebildet ist.

Daraufhin machen sich die neuen PET-Einweg-Flaschen, die teilweise aus dem Kunststoff unserer Apfelschorlen-Flaschen bestehen, ein letztes Mal auf die Reise. Die Endstation ist schließlich wieder der Getränkemarkt. Hier warten bereits die nächsten Kunden darauf, ihre Getränke zu kaufen. Und der Kreislauf beginnt wieder von vorne.

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Recycling ohne Reue?

Selbst Naturschutzverbände werten das Recyclingsystem der PET-Flaschen generell als positiv, denn insgesamt schaffen es etwa 89 Prozent der PET Flaschen in den Recycling-Kreislauf. Je mehr Rezyklat davon auch wiederverwendet wird, desto mehr Ressourcen wie Rohöl - aus dem PET hergestellt wird – und Energie spart man. Außerdem verringert der Transport der Flaschenballen Kohlendioxid – solange die Transportwege gut geplant sind.

Doch die PET-Wiederverwendung ist nicht in jedem Fall optimal, sagt zum Beispiel der Umweltverband NABU: Statistiken der letzten Jahre beweisen, dass zwar viele Flaschen an den Pfandautomaten zurückgegeben und recycelt werden, jedoch finden nur 34 Prozent der PET Rezyklate wieder den Weg in die Getränkemärkte. Der restliche Anteil ist meist als Lebensmittelverpackung nicht mehr geeignet – auch, weil viele Kunststoffe gefärbt sind und die Farbe nicht mehr entfernt werden kann.

Zudem ist unklar, wie sich das PET langfristig im Recyclingprozess verhält. Problematisch sei dabei nach Angaben der Experten, etwa die Anreicherung von gesundheitsschädlichen Additiven wie Acetaldehyd-Reduktionsmitteln oder chemischen Sauerstoffbarrieren, die nicht in jedem Recyclingprozess vollständig entfernt werden könnten.

Einweg versus Mehrweg

Aber gibt es noch umweltfreundlichere Kunststoff-Alternativen? Neben dem Einweg-Pfandsystem der PET-Flaschen gibt es in Deutschland auch Mehrweg-PET-Flaschen. Diese sind deutlich dickwandiger und stabiler als Einwegflaschen. Daher können sie nach Gebrauch und Reinigung direkt wieder neu befüllt werden - erst nach etwa 20 bis 25 Rückläufen werden sie recycelt. Doch trotz der Empfehlung der Regierung, Getränke vermehrt in Mehrwegflaschen zu verpacken, machten laut einer Studie des Naturschutzverbands NABU im Jahr 2017 Mehrwegflaschen nur elf Prozent aller recycelten Abfälle aus Kunststoff aus, Einweg-Flaschen hingegen 28 Prozent.

Da der Kauf der Einwegflaschen im Gegensatz zu den Mehrwegflaschen weiter zunimmt, weisen Experten immer häufiger darauf hin, dass die Produktion von PET-Einwegflaschen noch optimiert werden müsse – um näher an die Ökobilanz der Mehrwegflaschen heranzukommen. So sind technisch gesehen zum Beispiel bereits Einweg-Flaschen aus 100 Prozent Rezyklat herstellbar und finden sich zum Teil auch schon am Markt. Um das Recycling aber weiter zu verbessern, brauche es laut Umweltschützern auch gesetzliche Vorgaben. Derzeit ist das Verbrennen von Kunststoff nämlich noch billiger als zu recyceln.

Generell gilt: Das Recycling von den PET-Getränkeverpackungen funktioniert schon jetzt besser als das bei anderen Plastikverpackungen der Fall ist. Und dennoch ist es am umweltfreundlichsten, Plastik grundsätzlich zu vermeiden.

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