Singlespeeder und E-Bikes
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Singlespeeder und E-Bikes

Bild: Foto: DLR_de, CC BY 3.0 de, via Wikimedia Commons

Mountainbikes, Sporträder, Falträder, E-Bikes – der Fahrradmarkt ist unüberschaubar geworden. Gibt es tatsächlich so etwas wie einen Fahrradtrend oder kommt es beim Kauf nicht eher auf die individuellen Bedürfnisse an?

Mountainbikes, Sporträder, Falträder, E-Bikes – der Fahrradmarkt ist unüberschaubar geworden. Gibt es tatsächlich so etwas wie einen Fahrradtrend oder kommt es beim Kauf nicht eher auf die individuellen Bedürfnisse an?

Gunnar Fehlau: Beides ist richtig: Es gibt Trends! Allem voran ist das das E-Bike oder besser Pedelec. Also Räder mit einer Motorunterstützung. Die sind vollends salonfähig geworden und erfreuen sich wachsender Beliebtheit in allen Schichten der Gesellschaft! Zweitens folgt auf den Techniktrend prompt der Gegentrend zum Lowtech. Die heißen Singlespeeder und kommen mit nur einem Gang aus. Ihren Charme entwickeln diese Räder durch die technische Reduktion und stilistische Klarheit.

Man sollte sich von den Trends nicht blenden lassen, denn nicht alles was hipp ist, passt zu meinen eigenen Bedürfnissen. Diesen sollten man mit Hilfe der Beratung eines Fachhändlers folgen!

Wo Sie gerade vom E-Bike sprechen: Früher brachte man das Rad mit Rentnern in Verbindung, die ihre Mobilität mit Hilfe eines Elektromotors erweitern konnten. Jetzt sind sie trendig, sagen Sie. Zu sehen sind die Modelle bislang aber kaum. Wo und wer fährt das E-Bike?


Gunnar Fehlau: Nun, man sieht sie, bemerkt sie aber nicht, was auch daran liegt, dass die Räder mittlerweile als E-Bikes kaum noch zu erkennen sind. Es gibt DEN E-Biker nicht, weil es auch DAS E-Bike nicht gibt. Ob Trekkingrad, Rennrad, Mountainbike, Faltrad, Tandem, Reiserad oder Liegerad … jedes Radmodell ist auch in einer Motorvariante erhältlich.

Fahrrad und Wirtschaftskrise - Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Faktoren?

Gunnar Fehlau: Rezession ist Radsaison könnte man sagen, das greift aus meiner Sicht aber zu kurz. Denn die Beliebtheit des Fahrrades kommt nicht überraschend. Vielmehr hat sie sich seit Jahren aufgebaut: Radtourismus, neue Ökologie, nüchterne Kostenanalyse, der Drang zur schnellen Innenstadtmobilität und prominente Vorbilder sind der Erfolgscocktail. Garniert mit einer Portion Gesundheitsvorsorge und neuer innovativer Fahrradtechnik wie zum Beispiel E-Bikes!


Wenn man sich für den Kauf eines soliden, straßentauglichen Fahrrads mit Licht, guter Schaltung sowie verlässlicher Bremse und ohne Schnickschnack interessiert, was muss man mindestens dafür investieren?


Gunnar Fehlau: Unter 500 Euro gibt es nur Spielzeuge … für große oder kleine Radler! Brauchbare Räder für den Alltag kosten ab 800 Euro, ernsthafte Sportgeräte beginnen bei 1000, wer auf Reisen gehen möchte mit dem Rad wird eher 1200 Euro als Grundpreis ansetzen müssen. Bis etwa 2000 Euro steigt bei jeder Radgattung die Qualität mit dem Preis gleichmäßig. Die Übergänge von Mindeststandard variieren je nach Fahrradgattung zwischen 500 (Citybike) und 2000 (Tandem/E-Bike) Euro. Genauso der Übergang zwischen gutem Preis-Leistung-Verhältnis und der Liebhaberei. Beim Citybike ist das sicher um 1500 Euro, beim Tandem eher um 5000 Euro ...


Und wie mache ich mein altes Fahrrad wieder "straßentauglich", wenn das Budget kein neues, schickes Fahrrad hergibt?


Gunnar Fehlau: Never change a running system. Wer dennoch etwas tun will, der sollte neue Reifen samt Schläuchen aufziehen und sich Kettenöl und Pflegespray kaufen und diese auch benutzen!

Vielen Dank, Herr Fehlau!

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