An heißen Tagen braucht unser Körper Abkühlung - und die gelingt ihm vor allem durch eins: schwitzen, schwitzen, schwitzen. Die Poren der Haut weiten sich, Flüssigkeit quillt heraus und verdunstet mit Kühleffekt. Um die hohen Temperaturen unbeschadet und entspannt zu überstehen, fehlen dann nur noch ausreichend Getränke, ein schattiges Plätzchen und vielleicht ein Planschbecken für den Frischekick zwischendurch.
Doch wie halten es eigentlich die Tiere bei Hitze? Nur die wenigsten von ihnen können schwitzen wie wir - darunter Primaten und Pferde. Andere Arten haben hingegen ihre ganz eigenen Strategien entwickelt, um an heißen Tagen cool zu bleiben. Unser sprichwörtlich bester Freund, der Hund, hechelt zum Beispiel, wenn es ihm zu warm wird. Die Anzahl seiner Atemzüge verzehnfacht sich dabei von etwa 30 auf 300 pro Minute. Auf der Zunge verdunstet dann Flüssigkeit, die die angestaute Wärme davonträgt. Auch Füchse und einige Vogelarten nutzen bei Hitze diesen Abkühlungstrick.
Ohren als Hitzeableiter
Bei anderen Tieren fungieren hingegen die Ohren als effektive Hitzeableiter. Das ist der Grund, warum in der Hitze der afrikanischen Savanne lebende Elefanten so besonders große Lauscher haben. Wird den Dickhäutern heiß, pumpen sie möglichst viel Blut in ihre Ohren. Dort kühlen sie die Körperflüssigkeit ab, indem sie fleißig damit wedeln. Das gekühlte Blut fließt zurück in den Körper - und schon ist den Elefanten nicht mehr ganz so warm.
Auch der durch die Halbwüsten Nordmexikos hoppelnde Eselhase bedient sich dieses Tricks. Zwar wedelt er mit seinen dreizehn Zentimeter langen Ohren nicht. Trotzdem kühlt das Blut in den dünnen, kaum behaarten Körperteilen vergleichsweise schnell ab. Kühe nutzen dieselbe Taktik. Sie verwenden dafür jedoch statt der Ohren ihre Hörner.
Schatten to go
Ein ähnliches Prinzip hat der Riesentukan aus Südamerika entwickelt. Sein Kühlsystem steckt im Schnabel, der ein Drittel seiner gesamten Körperoberfläche ausmacht. Wissenschaftler haben mithilfe von Wärmebildkameras das raffinierte Geheimnis dieses riesenhaften Mundwerkzeugs gelüftet: Wenn es am Abend kühler wird, leitet der Vogel über den Schnabel überschüssige Wärme an die Umgebung ab. Innerhalb von nur zehn Minuten kann er dabei über zehn Grad loswerden.
Keinen Hitzeableiter, dafür aber seinen Sonnenschirm immer dabei hat das afrikanische Borstenhörnchen. Denn sein buschiger Schwanz ist so groß, dass er als Schattenspender taugt. Bei starker Sonneneinstrahlung stellen die Nager ihren Schwanz einfach senkrecht auf, kippen die Spitze etwas - und fertig ist das schattige Plätzchen.
Kühlende Schlammpackung
Spezielle anatomische und physiologische Anpassungen sind offensichtlich eine hervorragende Strategie, um mit heißen Temperaturen zurechtzukommen. Doch was, wenn Hecheln, Ohrenwedeln und Co nicht den gewünschten Effekt erzielen? Dann müssen andere Dinge Abhilfe schaffen - zum Beispiel eine kühlende Schlammpackung.
Viele bei uns heimische Wildtiere wie Rothirsche oder Wildschweine suchen sich im Sommer schlammige Gruben und suhlen sich darin. Die im Schlamm enthaltene Flüssigkeit sorgt beim Verdunsten nicht nur für Abkühlung. Die braune Maske hält zudem lästige Insekten fern und schützt die Haut vor dem Austrocknen. Störche bevorzugen dagegen eine für menschliche Begriffe etwas unappetitlichere Variante der kühlenden Maske: Sie schmieren ihre Beine mit ihrem eigenen, flüssigen Kot ein. Die weiße Schicht fungiert als Sonnenschutz und kühlt ähnlich wie der Schlamm durch Verdunstungsprozesse.
Baumumarmung statt Klimaanlage
Besonders putzig ist der Hitzetrick, den Koalas anwenden: Sie kuscheln mit Bäumen, um sich abzukühlen. Denn die Stämme einiger Arten sind fast neun Grad kühler als die umgebende Luft. Klettert das Thermometer über 30 Grad Celsius, steigen die Beutelbären deshalb von ihren Futterpflanzen, den Eukalyptusbäumen, herunter und suchen die Nähe der deutlich angenehmer temperierten Akazien. Dort ist dann eine enge Umarmung mit diesen natürlichen Klimaanlagen angesagt.
Fast wie eine Kuschelorgie im Freien sieht es auch aus, wenn Bienen ihre Brut vor Überhitzung schützen wollen. Dann nämlich hängen sich die erwachsenen Tiere in einer dichten Traube vor das Flugloch. Das Phänomen ist als sogenannter Bienenbart bekannt und der Grund dafür ist simpel: Wer nicht im Inneren des Bienenstocks ist, produziert dort auch keine Hitze. Der Nachwuchs hat es folglich kühler.
Hitzetricks im Wasser
Im Wasser lebende Tiere haben es bei Hitze am besten, könnte man meinen. Doch auch das vermeintlich kühle Nass kann bei entsprechender Sonneneinstrahlung unangenehme Temperaturen annehmen. Wie also überstehen Fische und Co die schlimmsten Wärmeperioden? Die Strategie vieler Fische ist denkbar einfach. Sie tauchen schlicht in tiefere Bereiche ab, wo es deutlich kühler ist. Manchen Arten aber reicht das nicht. Dazu gehört auch der Zebrafisch: Um sich vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen, produziert diese Art zusätzlich ihre eigene Sonnencreme - eine chemische Verbindung namens Gadusol.
Besonders empfindlich auf Hitze reagieren Seesterne. Temperaturen über 36 Grad Celsius sind ihnen ein Graus. Ihr Trick dagegen: Sie leiten die Hitze vom Körperzentrum weg in ihre weniger sensiblen Ärmchen. Im Extremfall aber nehmen auch diese Extremitäten durch die hohen Temperaturen Schaden, sie müssen dann abgeworfen werden. Aber keine Sorge: Den Seesternen wachsen schnell wieder neue Arme nach.

