Sommerzeit verwirrt Kühe und Russen
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Sommerzeit verwirrt Kühe und Russen

Bild: Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kaum jemand hat es mitbekommen: Mit der “Neunten Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Januar 2001“ wurde die Sommerzeit ab 2002 unbefristet weitergeführt. Ein harter Schlag für die Opfer der Zeitumstellung? Ein Sieg der Energiebewussten?

Erinnerung an Kriegszeiten

Die Sommerzeit gibt es in Deutschland regelmäßig seit 1980. Seit 1996 dauert sie einen Monat länger, bis Oktober. Bereits zur Zeit der beiden Weltkriege wurde in Deutschland phasenweise die Sommerzeit angeordnet: im Ersten Weltkrieg von 1916-1918 und im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit 1940-1949. Im Jahr 1947 wurden die Uhren zwischen Mitte Mai und Ende Juni für eine “Hochsommerzeit“ sogar um zwei Stunden vorgestellt.

Zweck der Übung war die Hoffnung, durch die Zeitumstellung im Sommer Strom sparen zu können. Aber der große Erfolg blieb aus. Die Vereinigung der deutschen Elektrizitätswerke stellte fest, dass der Spareffekt so klein ist, dass er in den normalen Schwankungen der Stromverbrauchskurve verschwindet. Einen Vorteil scheint die Sommerzeitregelung jedoch zu haben: Nach Schätzungen von EU-Experten nimmt die Freizeitindustrie durch die längeren Abende rund sieben Mrd. € zusätzlich ein.

Dreiviertel der Deutschen stehen der Sommerzeit positiv gegenüber. Aber auch Klagen werden laut. Kinderärzte berichten über Schlafstörungen und Appetitlosigkeit bei ihren kleinen Patienten. Auf die Zeitumstellung reagieren auch Kühe mit einem verwirrten Biorhythmus. Ihre Milchproduktion geht in den ersten Wochen danach durch die geänderten Melkzeiten um 25 % zurück.

Tierschützer kritisieren, dass am Straßenrand äsende Wildtiere durch die Zeitumstellung gefährdet seien, weil der Berufsverkehr plötzlich eine Stunde früher – häufig schon in der Dämmerung – einsetzt. Der Petersburger Astronom Wjatscheslaw Aprelew schließlich stellte in einer Studie fest, dass es kurz nach der Zeitumstellung in der Stadt 75 % mehr Herzinfarkte gegeben hätte. Viel schwerwiegender wohl erschien ihm aber die Feststellung, dass durch die Zeitumstellung die Zeugungsfähigkeit der Russen sänke.

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