Sonnenbaden
Natur & Umwelt

Sonnenbaden

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sonnenabenden ist für viele ein Genuss, den sie sich trotz Hautkrebsrisko nicht nehmen lassen. Mit dem richtigen Hautschutz lässt sich aber durchaus ein wenig Sonnenbaden.

Sonnenbaden ohne Reue

Jedes Mal, wenn der Sommer kommt oder der Urlaub vor der Tür steht, wird man durch die vielen Warnhinweise in Presse und Arztpraxen daran erinnert, dass man an den Sonnenschutz denken muss.

Während die besonders energiereichen Anteile der Sonne die Erdoberfläche nicht erreichen, weil sie überwiegend vom Ozon in der hohen Atmosphäre zurückgehalten werden (UV-C-Bereich), gelangt ein Teil des UV-B und UV-A-Bereiches durchaus in die bodennahen Luftschichten und somit auch auf unseren Körper.

Je intensiver die Sonne strahlt, desto höher ist die Belastung der Körperhaut. Die Intensität der Bestrahlung ist von mehreren Faktoren abhängig: Einfallswinkel der Strahlen, Grad der Bewölkung, Ozongehalt der Atmosphäre und atmosphärische Trübung (Wasserdampf, Schmutzpartikel). Sie ändert sich außerdem deutlich mit der geographischen Breite, Höhenlage, der Jahres- und der Tageszeit. Streustrahlung und Reflexion z.B. an Wassertröpfchen, Schnee oder Sand beeinflussen die Intensität der Strahlung, der man ausgesetzt ist, ebenfalls.

Tabelle der UV-Strahlen

UV-BereichWellenlängeUV-Durchlässigkeit der Atmosphäre
UV-A320 - 400 nmgelangt fast vollständig auf die Erdoberfläche
UV-B280 - 320 nmwird zu rd. 90% von der Ozonschicht absorbiert
UV-C200 - 280 nmwird fast vollständig in der Atmosphäre absorbiert

Je intensiver die Sonne strahlt, desto höher ist die Belastung der Körperhaut.

Die Intensität der Bestrahlung ist von mehreren Faktoren abhängig: Einfallswinkel der Strahlen, Grad der Bewölkung, Ozongehalt der Atmosphäre und atmosphärische Trübung (Wasserdampf, Schmutzpartikel). Sie ändert sich außerdem deutlich mit der geographischen Breite, Höhenlage, der Jahres- und der Tageszeit. Streustrahlung und Reflexion z.B. an Wassertröpfchen, Schnee oder Sand beeinflussen die Intensität der Strahlung, der man ausgesetzt ist, ebenfalls.

Wirkung der UV-Strahlung auf den Menschen

N e g a t i v e Wirkungen: Das ungeschützte Auge und die ungeschützte Haut sind besonders einem Strahlenrisiko ausgesetzt. Bei der biologischen Wirkung der Strahlen muss man zwischen den akuten und chronischen Wirkungen unterscheiden. Zu den akuten Wirkungen zählt der so genannte Sonnenbrand (Erythrembildung) und die Bindehautentzündung der Augen. Die Zeit bis zum Erreichen eines Sonnenbrandes (=Erythremschwelle) ist von vielen Faktoren abhängig und kann im Sommer weniger als eine halbe Stunde betragen. Chronische Wirkungen können vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs sein. Aber auch das Auge (Grauer Star, Deformation der Linsenkapsel) und das Immunsystem (häufigere Infektionskrankheiten) können betroffen sein.

Die Rate der bösartigen Hautkrebserkrankungen hat sich bei der weißhäutigen Bevölkerung in unseren Breitengraden in den letzten Jahrzehnten alarmierend erhöht (jährlich um etwa 7%). Das ist die höchste Zuwachsrate aller bösartigen Tumore. Diese Hauttumore entwickeln sich sehr langsam. Zwischen der Tumorauslösung und dem Sichtbarwerden können mehrere Jahrzehnte liegen. Die UV-Dosis, die man in den ersten Lebensjahren erworben hat, ist ein bestimmender Faktor für die Hautkrebsentstehung. Deshalb sind Kinder vor starker Sonneneinstrahlung besonders zu schützen.

P o s i t i v e Wirkungen: Die UV-Stahlen sind u.a. bei der Förderung der Vitamin-D3-Synthese im menschlichen Körper notwendig. Dieses Vitamin ist wichtig bei der Bekämpfung der Rachitis (Knochenweiche). Um einen Vitamin-D3-Mangel wirkungsvoll zu begegnen, genügt es aber schon, wenn man drei Mal wöchentlich jeweils zehn Minuten Handrücken und Gesicht der Sonne aussetzt.

Schutz vor UV-Strahlung

Folgende Verhaltensweisen sollten befolgt werden:

  • Niemals ohne geeigneten Augenschutz direkt in die Sonne blicken.
  • Besonders Kleinkinder vor zu starker Sonne schützen. Als Sonnenschutz Sonnenschutzcremes, Kopfbedeckung und Bekleidung nutzen.
  • Die Haut schrittweise an die intensive Sonnenstrahlung gewöhnen. Die besonders intensiven Sonnenstrahlzeiten (zwischen 12 und 15 Uhr in der Sommerzeit) sollten im Schatten verbracht werden.
  • Die Länge des Sonnenbades nach dem Hauttyp richten. Pro Jahr die Zahl von 50 Sonnenbädern nicht überschreiten (Bestrahlung durch Sonne und Solarien zusammengezählt). Ein Sonnenbrand ist unbedingt zu vermeiden.
  • Sonnenschutzmittel mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen. Sonnenschutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor wählen. Welcher Lichtschutzfaktor für Sie der richtige ist, hängt zum einen von Ihrem Hauttyp ab und zum anderen von der jeweiligen UV-Strahlungssituation (wenn es z.B. bewölkt ist, ist die UV-Belastung geringer als bei klarem Himmel). Personen mit einer Haut, die nicht an Sonne gewöhnt ist, benötigen den Lichtschutzfaktor 15. Personen mit einer besonders empfindlichen Haut sollten einen Lichtschutzfaktor über 15 wählen. (Siehe auch Tabelle zur Hauttypbestimmung.)
  • Bestimmte Arzneimittel können die Lichtempfindlichkeit der Haut beeinflussen und lichtbedingte Allergien auslösen. In diesem Fall ist der behandelnde Arzt zu konsultieren.
  • Kosmetika, Deodorants und Parfüms sollten beim Sonnenbad möglichst nicht verwendet werden. Es besteht die Gefahr einer bleibenden Hautverfärbung (Pigmentierung).

Wie bestimme ich meinen Hauttyp ?

HauttypBeschreibungBezeichnungleichte Rötung nach
Iauffallend hell, Sommersprossen, rötliche Haare, blaue Augen, sehr helle Brustwarzenkeltischer Typ (ca. 2 %)5 bis 10 Minuten
IIetwas dunkler als I, kaum Sommersprossen, Haare blond bis braun, Augen blau, grün oder grau, helle Brustwarzenhellhäutiger Europäer (ca. 12 %)10 bis 20 Minuten
IIIhelle bis hellbraune Haut, keine Sommersprossen, dunkelblonde Haare, Augen grau oder braun, Brustwarzen dunklerdunkelhäutiger Europäer (ca. 78 %)20 bis 30 Minuten
IVHaut hellbraun bis oliv, keine Sommersprossen, Haare dunkelbraun, Augen dunkel, Brustwarzen dunkelmittelmeerischer Typ (ca. 8 %)40 Minuten

Die Risiko-Einschätzung mit Hilfe des UV-Index (UVI)

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) verbreitet über die Medien als Vorausschau den UVI, der vom Wetter und der geographischen Lage abhängig ist. Er beruht auf Messdaten der tatsächlichen UV-Strahlung am Erdboden. Der Wert ist abhängig vom Sonnenhöchststand, ändert sich also mit der Jahreszeit und der geographischen Ortslage: Im Norden ist er geringer als im Süden.

UVIUV-BelastungSchutzmaßnahmenSonnenbrand ohne Schutz nach
über 7sehr hochunbedingt erforderlichweniger als 20 Minuten
7 bis 5hocherforderlich20 bis 30 Minuten
4 bis 2mittelempfehlenswert40 bis 80 Minuten
1niedrignicht erforderlichunwahrscheinlich
Der zu wählende Lichtschutzfaktor entspricht dann etwa dem doppelten UVI-Wert. Kinder sollten generell mit einer Sonnenschutzcreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15 behandelt werden.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite