Sonnenfinsternis: Aberglaube und Erklärung
Natur & Umwelt

Sonnenfinsternis: Aberglaube und Erklärung

Bild: Foto: Herwig Winter, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In früheren Zeiten gab es keine wissenschaftlichen Erklärungen für eine Sonnenfinsternis. In allen Teilen der Welt rankten sich daher Mythen und Aberglaube um die Sonnenfinsternis.

Aberglaube

In früheren Zeiten gab es keine wissenschaftlichen Erklärungen für eine Sonnenfinsternis. In allen Teilen der Welt rankten sich daher Mythen und Aberglaube um die Sonnenfinsternis.


In China glaubte man, dass ein böser Drache versucht, die Sonne zu fressen. Mit lautem Getöse versuchten die Menschen ihn davon abzuhalten.
In Japan wurden Brunnen abgedeckt. Man glaubte, bei einer Sonnenfinsternis werde das Wasser vergiftet.

Die nordamerikanischen Arapaho-Indianer dachten, Sonne und Mond wechseln das Geschlecht, weshalb der Tag zur Nacht wird. In Brasilien glauben verschiedene Völker, dass ein großer Vogel die Sonne mit seinen Flügeln verdeckt. Die Chippewa-Indianer fürchteten, die Sonne würde erlöschen und schossen brennende Pfeile gegen den Himmel um sie wieder anzuzünden.

In der Geschichte der Menschheit wurden Sonnenfinsternisse oft als Vorboten von Unglück und Not gedeutet. Auch heute noch gibt es Menschen, die in einer Sonnenfinsternis den Vorboten von Unglück sehen. So haben viele Leute geglaubt, dass die Sonnenfinsternis von 1999 den Beginn des Weltunterganges um den Jahrtausendwechsel ankündigt. Was ist passiert? Nichts! Die Welt ist nicht untergegangen.

Einfache Erklärung

Eine Sonnenfinsternis ist ein völlig natürliches, astronomisches Ereignis. Sie ist so harmlos wie der Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang.


Während die Erde rund um die Sonne wandert, kreist der Mond um die Erde. So kann es passieren, dass der Mond gelegentlich genau zwischen Erde und Sonne steht. Dabei wirft der Mond einen Schatten auf eine kleine Fläche der Erde, von wo aus die Finsternis beobachtet werden kann. Von der Erde aus gesehen deckt der Mond die Sonne ab.

Obwohl die Sonne in Wirklichkeit viel größer ist als der Mond, scheinen Mondscheibe und Sonnenscheibe am Himmel gleich groß zu sein. Der Grund dafür ist, dass die Sonne etwa 400-mal soweit von der Erde weg ist, wie der Mond. Bei einer totalen Sonnenfinsternis verdeckt der Mond die Sonne von der Erde aus gesehen also völlig, so dass es für wenige Minuten am Tag dunkel wie in der Nacht wird. Die Sonne selbst ist dann zwar nicht zu sehen, aber dafür ihre sonst nicht sichtbare, heiße Gashülle, die Sonnenkorona. Eine teilweise Verdeckung der Sonne durch den Mond gibt es übrigens öfters als eine totale Sonnenfinsternis.

Du siehst also, eine Sonnenfinsternis ist ein natürliches Ereignis durch die Bewegung der Himmelskörper und ihre Stellung zueinander. Es hat nichts mit dem Schicksal der Menschen zu tun und keinen Einfluss darauf. Das trifft natürlich auf die Bewegung und Stellung aller Sonnen und Planeten im Weltraum zu. Aus diesem Grund haben auch Sternzeichen keinen Einfluss auf uns Menschen und Horoskope bleiben reine Fantasie.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite