Sonnenfinsternis: Dunkle Sonne über den USA
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Sonnenfinsternis: Dunkle Sonne über den USA

Bild: Foto: Markusmachtphotos, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Millionen Menschen könne heute ein faszinierendes Himmelsschauspiel erleben: eine totale Sonnenfinsternis. Über den USA wird sich in einem gut 100 Kilometer breiten Streifen der Mond vor die Sonne schieben und sie verdunkeln. Bei uns in Mitteleuropa ist die Sonnenfinsternis leider nicht sichtbar, aber es gibt gleich mehrere Live-Streams – genau passend zur Primetime gegen 20:00 Uhr unserer Zeit.

Das Phänomen der Sonnenfinsternis verdanken wir einem kosmischen Zufall: Der Mond ist rund 400 Mal kleiner als die Sonne, gleichzeitig ist er uns aber auch rund 400 Mal näher. Dadurch erscheinen beide uns am Himmel gleichgroß. Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond genau zwischen Sonne und Erde. Wegen des gerade passenden Abstands erreicht dabei die Spitze seines kegelförmigen Kernschattens knapp die Erdoberfläche. In diesem Bereich erscheint die Sonne komplett verdeckt – eine totale Sonnenfinsternis ereignet sich.

Mehr zu den Ursachen und Phänomenen einer Sonnenfinsternis lesen Sie im scinexx-Dossier "Sonnenfinsternis – Wenn die Sonne sich verdunkelt".

Wo ist die Finsternis zu sehen?

Am 21. August 2017 trifft der Mondschatten die USA: Der rund 112 Kilometer breite Pfad der Totalität zieht sich dabei einmal quer über den Kontinent - von Oregon im Nordwesten bis nach South Carolina im Südosten. Weil sich die Erde schnell unter dem Mondschatten wegdreht, dauert an jedem einzelnen Ort die Phase der kompletten Verdunklung nur zwischen eineinhalb und zweieinhalb Minuten. Insgesamt ist die totale Sonnenfinsternis gute drei Stunden von der Erdoberfläche sichtbar.

Doch die USA sind nicht das einzige Land, von dem aus diese Sonnenfinsternis zu sehen ist. Außerhalb der Kernschattenzone ist sie in weiten Teilen der Nordhalbkugel als partielle Sonnenfinsternis sichtbar. Diese Zone reicht von Grönland bis zum Nordosten Sibiriens und vom Norden Südamerikas über Hawaii bis zum äußersten Westen Europas und Afrikas. Die Sonne wird dabei je nach Standort am Rand minimal verdunkelt oder sogar zur schmalen Sichel.

Wir Mitteleuropäer bleiben diesmal leider außen vor: Bei uns ist nicht einmal mehr die partielle Eklipse sichtbar. Wer aber momentan zufällig im Urlaub an der Westküste Spaniens oder Frankreichs ist oder in Großbritannien, könnte - eine Sonnenfinsternisbrille oder einen anderen adäquaten Augenschutz vorausgesetzt – zumindest beobachten, wie der Rand der Sonne ein winziges Bisschen "angeknabbert" wird.

Die Sonnenfinsternis im Live-Stream

Dank des Internets können aber auch wir die Sonnenfinsternis miterleben: Es gibt zahlreiche Livestreams, die das Ereignis übertragen. Die NASA streamt ab 19:00 Uhr nicht nur Bilder von der Erdoberfläche, sondern auch von Flugzeugen und Höhenballons aus. Der Stream von TimeandDate überträgt ab 17:30 Uhr unserer Zeit von verschiedenen Standorten in den USA und weltweit. Fotos der Sonnenfinsternis können auf eine spezielle Flickr-Seite der NASA hochgeladen werden.

Der zeitliche Ablauf der Eklipse

Die totale Sonnenfinsternis beginnt bereits gegen 18:50 Uhr unserer Zeit mitten im Pazifik. Der Kernschatten des Mondes trifft rund 1.500 Kilometer südlich der Aleuten erstmals auf die Erdoberfläche. Von dort aus zieht er Richtung Osten auf die Westküste der USA zu. Gegen 10:20 Uhr Ortszeit - 19:20 Uhr unserer Zeit - erreicht der Mondschatten den US-Bundesstaat Oregon und zieht dann weiter durch Idaho, Wyoming, Nebraska und Missouri.

Gegen 20:27 Uhr unserer Zeit können die Bewohner von Nashville in Tennessee die totale Sonnenfinsternis bestaunen. Die Dunkle Sonne zieht dann weiter über Georgia und North Carolina bis nach South Carolina – ihrer finalen Station auf dem amerikanischen Kontinent. Gegen 20:49 Uhr unserer Zeit verlässt der Kernschatten an der Südostküste South Carolinas das Land und zieht auf den Atlantik hinaus.

Für Schiffe auf dem Atlantik ist die totale Sonnenfinsternis auch danach noch zu sehen, Inseln liegen jedoch nicht mehr auf ihrem Weg. 300 Kilometer südwestlich der afrikanischen Küste endet gegen 22:00 MESZ der Pfad der Totalität – die Spitze des Kernschattens erreicht ab dann nicht mehr die Erdoberfläche.

Chance für die Wissenschaft

Die totale Sonnenfinsternis ist nicht nur ein Spektakel für Millionen von Menschen in den USA, sie ist auch eine wertvolle Chance für die Wissenschaft. Forscher werden deshalb die Eklipse von Flugzeugen, mit Teleskopen und sogar vom Weltraum aus verfolgen. Sie ist eine willkommene Gelegenheit, mehr über die die Atmosphäre der Sonne, aber auch das Wechselspiel von Sonnenlicht und Erdatmosphäre zu erfahren.

So verändert sich die Ionosphäre der Erde normalerweise in einem Rhythmus von Tag und Nacht. Während einer Eklipse können Wissenschaftler beobachten, was passiert, wenn abrupt und vorübergehend deutlich weniger Sonnenwind auf diese Hülle trifft. Astronomen nutzen die totale Sonnenfinsternis aber auch, um eine der noch immer offenen Fragen zur Sonnenphysik zu klären: Warum ist die Korona mit Millionen Grad Temperatur so viel heißer als die "nur" 6.000 Grad heiße Sonnenoberfläche?

Die Eklipse ist auch eine perfekte Gelegenheit für Citizen-Science. Gleich mehrere Projekte haben die US-Bürger dazu aufgerufen, bei der Forschung mitzuhelfen. In einem Projekt sollen Freiwillige entlang des Finsternis-Pfads Aufnahmen der Sonne mit baugleichen Teleskopen und Digitalkameras erstellen, um so die Totalität über 93 Minuten hinweg unter möglichst gleichen Bedingungen zu dokumentieren.

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