Sparsam und kräftig im Doppelpack: Hybridantrieb
Natur & Umwelt

Sparsam und kräftig im Doppelpack: Hybridantrieb

Bild: Foto: Angelika Langer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gehört der Verbindung von Elektroantrieb und Verbrennungsmotor – kurz Hybridantrieb genannt – die Zukunft bei Automotoren? Während sich in Deutschland in diese Richtung wenig bewegt, haben japanische Modelle längst den Alltagstest bestanden und dringen nun sogar in die automobile Oberklasse vor.

Der Verbrennungsmotor ist eigentlich ein Auslaufmodell: Trotz immer ausgefeilterer Technik ist und bleibt seine Energiebilanz einfach zu schlecht: Der größte Teil der erzeugten Energie wird nicht für den Antrieb genutzt, sondern verschleudert. Das ist angesichts von Ressourcen- und Umweltproblemen und nicht zuletzt steigender Benzinpreise im Grunde völlig unzeitgemäß. Dennoch haben sich bislang keine wirklichen Alternativen behaupten können. Elektroautos müssen nach spätestens 100 Kilometern an die Steckdose, der Antrieb per Brennstoffzelle ist noch lange nicht ausgereift.

Der Hybridantrieb (hybrid: lat. gemischt, von zweierlei Herkunft) setzt auf eine sinnvolle Kombination von Elektro- und Verbrennungsmotor, die die Vorteile der jeweiligen Antriebsart optimal nutzt. Beim Anfahren und bei niedriger Geschwindigkeit in der Stadt zeigt sich der Elektroantrieb überlegen, bei hohem Tempo der Verbrennungsmotor. Die Elektronik des Autos entscheidet, welche Maschine gerade “zuständig“ ist oder ob beide gemeinsam den Vortrieb besorgen. Wird der E-Motor gerade nicht für den Antrieb gebraucht etwas beim Bremsen , dann erzeugt er Strom für die Batterie. Nach diesem Prinzip arbeitet der Toyota Prius, seit 1997 das erste Serienfahrzeug der Welt mit Hybridantrieb. Der Prius verbraucht mit seinen 5 Litern auf 100 Kilometer deutlich weniger Sprit als vergleichbare Autotypen mit herkömmlichem Antrieb.

Ob 3-Liter- oder Elektroauto: Die Ansätze zu energiesparendem Automobilismus gelten in der öffentlichen Wahrnehmung bislang zwar als ehrenwert, aber doch leistungsschwach und nicht konkurrenzfähig. Auch an diesem Punkt greift nun ein japanisches Modell an: Der große Lexus RX400h, der im Sommer 2005 auf den Markt kommt, ist trotz oder gerade wegen seines Hybridantriebs bärenstark und durchzugskräftig. Und dabei äußerst sparsam.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite