Mit den ersten warmen Temperaturen des neuen Jahres erwacht die Natur zu neuem Leben – auch im heimischen Garten. Nach der langen kalten Jahreszeit gibt es dort nun einiges zu tun. Doch wann mit der Arbeit beginnen? Das hängt entscheidend vom Wetter ab. Als Faustregel gilt: Wenn die Temperaturen nachts nicht mehr regelmäßig auf Minusgrade fallen und der Boden nicht mehr gefroren ist, können Gartenfreunde loslegen. Idealerweise ist das Erdreich durch die ersten wärmeren Sonnentage bereits etwas abgetrocknet.
Kur für den Boden
Die Lebensgrundlage für alle Blumen, Sträucher und Bäume ist der Boden. Prächtige Blüten und üppiges Grün gedeihen nur, wenn im Erdreich die Bedingungen stimmen. Deshalb sollten die Beete zum Frühlingsanfang gründlich umgegraben und aufgelockert werden. So wird das Erdreich belüftet und kann besser Niederschläge aufnehmen.
Beim Hantieren mit der Harke können sprießendes Unkraut und altes Laub gleich mit entfernt werden. Danach lohnt es sich, etwas Kompost oder Dünger einzuarbeiten. In der vergangenen Saison haben die Pflanzen viele Nährstoffe aus dem Boden gezogen. Nachschub tut ihm jetzt gut.
Tausch im Topf
In Balkonkästen und Kübeln reicht das Umgraben nicht aus. Hier empfiehlt es sich, alte Erde gegen neue auszutauschen. Denn im Topf können sich Krankheitskeime ansammeln, etwa wenn die Pflanzen im vergangenen Jahr unter Pilzkrankheiten gelitten haben. Außerdem reichern sich in der Erde durch regelmäßige Düngung Nährstoffe an, die nicht alle gleichmäßig verbraucht werden. Als Folge versalzt die Erde – und das kann den Wurzeln der Pflanzen schaden.
Die alte Erde lässt sich jedoch wiederverwerten: Einfach mit anderen Materialien kompostieren und den gewonnen Kompost nach einigen Jahren mit neuer Erde und Sand mischen. Diese Mischung kann als Blumenerde genutzt und in Gartenbeeten und Balkonkästen verteilt werden.
Ans Werk mit der Schere
Der Frühling ist auch die richtige Saison, um Pflanzen zurückzuschneiden. Dabei kommt es aufs Timing an: Die meisten Obstbäume, Sträucher und Stauden sollten möglichst gestutzt werden, bevor sie zu neuem Leben erwachen und die ersten frischen Triebe ausbilden. Mehrjährige Kräuter wie Lavendel und Rosmarin oder auch Rosen können nun ebenfalls mit der Schere bearbeitet werden.
Zwischen März und April überstehen die meisten Pflanzen zudem das Umpflanzen am besten. Gärtner können Jungpflanzen jetzt in größere Töpfe oder einen Strauch an einen anderen Standort im Garten versetzen. Für zur Überwinterung in Keller oder Garage eingelagerte Pflanzen ist es nun ebenfalls langsam an der Zeit, wieder ins Freie zu gelangen.
Erste Farbakzente
Nach der dunklen Jahreszeit sehnt sich wohl jeder nach Licht und Farben. Was liegt da näher, als sich mit Blumen bunte Akzente in den Garten zu holen? Zwar sind viele Zierpflanzen sensibel und vertragen keine Auspflanzung so früh im Jahr. Doch bei Frühblühern sieht das anders aus: Stiefmütterchen, Krokusse, Narzissen, Dahlien oder Primeln öffnen bereits zeitig ihre Knospen. Sie können je nach Art schon im Herbst oder an den ersten milderen Tagen des neuen Jahres gepflanzt werden.
Auch unter den größeren Gewächsen gibt es einige klassische Vorboten des neuen Gartenjahres: zum Beispiel die Forsythie. Je nach Witterung streckt dieser Strauch bereits ab März seine gelben Blüten der Sonne entgegen. Ebenfalls zu den Frühblühern gehören der Ginster oder einige Zierkirschen.
Zeit für Gemüse
Wer einen Nutzgarten hat, kann jetzt auch dort schon mit einigen Arbeiten beginnen. Mit einer dunklen Folie lässt sich der aufgelockerte und gedüngte Boden für die Aussaat vorwärmen. Die Folie speichert die Wärme der ersten Sonnenstrahlen und gibt diese an das Erdreich weiter. So vorbereitet können bei frostfreiem Wetter dann Gemüsesorten wie Brokkoli, Porree, Zwiebeln, Erbsen oder Spinat eingesät werden.
Auf Nummer sicher gehen Gartenfreunde, wenn sie empfindliche Gemüsepflanzen oder Kräuter zunächst auf der heimischen Fensterbank oder in einem kleinen Gewächshaus vorziehen. Falls es im April doch noch einmal richtig kalt werden sollte, kann den Pflänzchen nichts passieren.
Geschenke für Tiere
Auch für die Tiere können Gärtner nach dem Winter etwas tun. So beginnt zum Beispiel für viele Vögel zwischen März und April bereits die Brutzeit. Mit Nistkästen kann ihnen ein geeigneter Platz für den Nestbau angeboten werden. Diese sollten an gut geschützten Standorten platziert werden. Viel frequentierte Terrassen oder Balkone eignen sich dagegen weniger gut. Zum Schutz vor Fressfeinden gilt: Die Kästen auf einer Mindesthöhe von zweieinhalb Metern anbringen.
Wildbienen, Marienkäfer, Florfliegen und Co freuen sich ebenfalls über Nist- und Brutmöglichkeiten. Mit Insektenquartieren und Nisthölzern kann man die nützlichen Tiere in den eigenen Garten locken – am besten an einem sonnigen sowie wind- und regengeschützten Ort.

