Sternenhimmel 2017: Sonnenfinsternis, doppelte Venus und Asteroiden
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Sternenhimmel 2017: Sonnenfinsternis, doppelte Venus und Asteroiden

Bild: Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Auch im kommenden Jahr wird es am Himmel einiges zu bestaunen geben. Einiges der Highlights ist eine totale Sonnenfinsternis über den USA im August 2017. Aber auch hierzulande lohnt der Blick an den Nachthimmel: Es gibt zwei partielle Mondfinsternisse, einige gute Meteorschauer und der Mond wird den hellen Stern Aldebaran gleich fünfmal verdecken.

"Doppelte" Venus

In diesen Tagen leuchten am Himmel noch immer die Wintersternbilder in voller Pracht und auch fast alle Planeten sind sichtbar. Der Jupiter als zweithellster Punkt nach Venus und Mond, leuchtet weiterhin am frühen Morgen. Für die Venus, die zurzeit noch als "Abendstern" leuchtet, bahnt sich aber ein Wechsel an – und das auf besondere Weise. In den letzten Monaten konnten wir sie immer als hellen Abendstern im Südwesten stehen sehen. Doch im März zieht sie vor der Sonne vorbei und leuchtet ab dann als Morgenstern. Das Besondere daran: Ende März gibt es eine Übergangsphase, in der die Venus in der Morgen- und Abenddämmerung am Himmel steht. Dann können wir sozusagen eine "doppelte" Venus bewundern.

Totale Sonnenfinsternis über den USA

Sie ist das große Ereignis des Jahres: Am 21. August 2017 gibt es wieder eine totale Sonnenfinsternis. Von Mitteleuropa aus ist sie zwar nicht sichtbar, dafür aber umso besser von weiten Teilen der USA. Sie ist dort die erste totale Verfinsterung seit 38 Jahren. Der Pfad der Finsternis wird gegen zehn Uhr lokaler Zeit die Westküste der USA im Bundesstaat Oregon erreichen. Von dort aus wandert die Zone der Totalität nach Südosten und überzieht dabei Idaho, Wyoming und den mittleren Westen. In South Carolina erreicht der Pfad der Verfinsterung dann gegen 14:20 Ostküstenzeit den Atlantik.

Eine Sonnenfinsternis ereignet sich immer dann, wenn der Neumond sich für kurze Zeit genau zwischen Erde und Sonne schiebt. Dass wir auf der Erde überhaupt ein solches Phänomen beobachten können, ist eigentlich eine Art kosmischer Zufall. Denn der Mond ist 400 Mal kleiner als die Sonne und könnte sie daher niemals vollständig verdecken. Weil die Sonne aber ungefähr 400 Mal weiter von der Erde entfernt ist als der Mond, erscheinen beide Himmelskörper von der Erde aus fast gleichgroß - eine totale Sonnenfinsternis wird möglich.

Mond: Zwei Teil-Finsternisse und fünf Sternbedeckungen

2017 wird es gleich zwei Mondfinsternisse geben. Leider sind sie jedoch beide nicht total und daher nicht sehr spektakulär. Am 10./11. Februar tritt der Mond in den Halbschatten der Erde ein und wird dadurch leicht dunkler. Etwa ab 01:00 Uhr nachts ist dies am deutlichsten zu erkennen: Der Vollmond wird dann vor allem oben leicht verfinstert. Die zweite partielle Mondfinsternis ereignet sich am 7. August 2017 während er Abenddämmerung. Bei ihr zieht der Mond zum Teil durch den Kernschatten der Erde. Auch das reicht zwar nicht aus, um ihn rötlich zu verfärben, wie für die totale Mondfinsternis typisch. Aber das untere Viertel des Vollmonds erscheint schon relativ deutlich abgeschattet.

Für Beobachter mit einem kleinen Fernglas oder Teleskop bietet der Mond in diesem Jahr ein besonderes Schmankerl. Denn er zieht im Laufe der Monate gleich fünfmal vor dem hellen Stern Aldebaran vorbei und bedeckt ihn dabei. Aldebaran ist der hellste Stern im Sternbild Stier, er bildet sein rötliches Auge. Solche Mondbedeckungen kommen meist gleich in Serie vor, weil der Mond gleich während mehrerer seiner Erdumkreisungen genau über den richtigen Himmelsfleck läuft. 2017 ist dies für Aldebaran am 5. Februar, am 28. April, am 6. November, am 31. Dezember der Fall. Am 22. Juni und 16. Augst findet die Bedeckung statt, wenn bei uns Tag ist.

Zwei nahe Asteroiden-Passagen und die Meteorschauer

Spannend, wenn auch nicht mit bloßem Auge sichtbar, sind im Jahr 2017 zwei nahe Vorbeiflüge von Asteroiden. Am 10. Februar fliegt der 30 bis 70 Meter große Asteroid 2014 DV110 noch innerhalb der Mondumlaufbahn an der Erde vorbei. Sein Abstand wird dabei aber noch so groß sein, dass keinerlei Gefahr für die Erde von ihm ausgeht.

Deutlich näher wird uns jedoch der Asteroid 2012 TC4 kommen, ein bis zu 40 Meter großer Brocken. Schon im Oktober 2012 kam er bis auf knapp 95.000 Kilometer an unseren Planeten heran, am 12. Oktober 2017 wird seine Passage noch dichter an der Erdoberfläche liegen. Wie nahe genau, ist bisher nicht klar. Astronomen gehen aber von der rund 0,04-fachen Mondentfernung aus – das entspricht nur rund 15.000 Kilometern. Der Asteroid fliegt damit niedriger über uns hinweg als die GPS-Satelliten.

Harmloser, dafür aber deutlich spektakulärer sind die Meteorschauer des Jahres 2017. Der Meteorstrom der Lyriden beschert uns Ende April bis zu 90 Sternschnuppen pro Stunde bei einem nur schmalen Mond. Weniger Glück haben wir dagegen beim normalerweise besten Sternschnuppenregen des Jahres, den Perseiden. Bei ihrem Höhepunkt am 12.August ist der Mond noch fast voll und überstrahlt daher viele der gut 100 Meteore pro Stunde. Deutlich besser aber sind die Geminiden Mitte Dezember 2017: Sie könnten bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde bringen und das bei dunkler Nacht mit nur schmaler Mondsichel. Aufbleiben lohnt sich daher.

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