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Sternenhimmel 2026 – Die astronomischen Highlights des neuen Jahres
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Sternenhimmel 2026 – Die astronomischen Highlights des neuen Jahres

Das neue Jahr hat begonnen – und auch 2026 wird es am Himmel mehr zu sehen geben als nur das Silvester-Feuerwerk. Neben den prachtvollen Sternbildern und vielen Meteorschauern bringt dieses Jahr auch einige besondere Himmelsereignisse.
Veröffentlicht
05. Januar 2026
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
Perseidenschauer

© thinkstock, Neutronman

Das neue Jahr hat begonnen – und auch 2026 wird es am Himmel mehr zu sehen geben als nur das Silvester-Feuerwerk. Neben den prachtvollen Sternbildern und vielen Meteorschauern bringt dieses Jahr auch einige besondere Himmelsereignisse.

Die Sonne ist uns im Januar am nächsten

Das Jahr 2026 beginnt mit einem jedes Jahr wiederkehrenden, scheinbar paradoxen astronomischen Ereignis: Obwohl die Tage bei uns noch kurz und das Wetter winterlich nasskalt ist, passiert unser Planet gerade seinen sonnennächsten Punkt: „Am 3. Januar erreicht die Erde ihr Perihel und befindet sich mit rund 147,1 Millionen Kilometern Distanz in Sonnennähe“, erklärt Björn Voss, Direktor des Planetariums Hamburg. Damit ist die Erde momentan der Sonne rund fünf Millionen Kilometer näher als im Hochsommer, wenn sie den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn passiert.

Aber warum ist es dann trotzdem so kalt und dunkel? Die Erklärung dafür liefert die Neigung der Erdachse: Sie steht nicht senkrecht zur Erdbahn und zur Sonne, sondern ist um rund 23,5 Grad gekippt. Dadurch variiert der Einfallswinkel des Sonnenlichts innerhalb des Jahreslaufs - und dies beschert uns die Jahreszeiten: Bei uns auf der Nordhalbkugel ist es im Sommer warm, weil dann dieser Teil der Erdkugel der Sonne zugekehrt ist und dadurch besonders lange und steil von ihr beleuchtet wird.

Im Winter ist die Nordhalbkugel dagegen von der Sonne weggeneigt. Obwohl uns jetzt die Sonne besonders nahe ist, fallen die Sonnenstrahlen schräger ein und die Tage sind kürzer – das trägt zur winterlichen Abkühlung bei.

Totale Sonnenfinsternis

© Gary Seronik

Totale Sonnenfinsternis in Spanien

Apropos Sonne: Sommerurlaub schon gebucht? Wenn nicht, dann wären Ferien in Spanien oder Island in diesem Jahr besonders lohnend.  Denn am 12. August 2026 ist in Teilen dieser Länder eine totale Sonnenfinsternis zu sehen. Für Spanien ist dies die erste totale Sonnenfinsternis seit dem Jahr 1905. „Bei einer totalen Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond exakt zwischen Sonne und Erde. Dieses Ereignis ist nur auf einem kleinen Teil unseres Planeten, der vom Kernschatten des Mondes getroffen wird, zu sehen", erklärt Björn Voss. Dieser Pfad der Totalität ist meist nur wenige hundert Kilometer breit.

Aber auch bei uns in Deutschland ist die sommerliche Sonnenfinsternis zu sehen. Zwar wird die Sonne bei uns nicht komplett vom Mond verdeckt, aber je nach Region zu 85 bis 90 Prozent. Damit erleben wir hierzulande eine besonders tiefe partielle Sonnenfinsternis. Sie ereignet sich kurz vor Sonnenuntergang. Wichtig bei solchen partiellen Finsternissen: Niemals mit ungeschützten Augen in die Sonne schauen, sondern nur mit speziellen Schutzbrillen. Denn auch die Strahlung des nicht verdeckten Sonnenrests ist stark genug, um schwere Netzhautschäden zu verursachen.

Es regnet Sternschnuppen

Nicht nur die Sonnenfinsternis macht den 12. August 2026 bemerkenswert: In der Nacht darauf folgt das Maximum des Meteorschauers der Perseiden. Seine Sternschnuppen entstehen, wenn Staubpartikel des Kometen 109P/Swift-Tuttle in die Atmosphäre eintreten und dort verglühen. In diesem Jahr sorgt der Neumond für besonders günstige Beobachtungsbedingungen.

Sternschnuppen begleiten das Jahr 2026 jedoch weit über den August hinaus. „Planbar sind die regelmäßig wiederkehrenden Meteorströme, deren Sternschnuppen wir sehen, wenn die Erde die Bahn eines Kometen oder anderen Himmelskörpers kreuzt“, sagt Voss. Ein Highlight sind die Geminiden Mitte Dezember. Ihr Maximum fällt in die Nacht vom 13. auf den 14. Dezember, in der nur eine schmale Mondsichel am Himmel steht. Mit theoretisch bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde gelten sie als der ergiebigste Meteorschauer des Jahres.

Auch interessant sind die Lyriden im April. Sie erreichen ihr Maximum am 22. April und sind bei vergleichsweise dunklem Himmel sichtbar. Zwar liefern sie deutlich weniger Sternschnuppen als Perseiden oder Geminiden, gelten aber als verlässlicher Frühjahrs-Meteorschauer.

Mondfinsternis

© CochiseVista, GettyImages

Mondfinsternis und „Blue Moon“

Neben den Meteorschauern lohnt sich 2026 ein Blick auf den Mond. Am frühen Morgen des 28. August ereignet sich eine partielle Mondfinsternis, die in Deutschland jedoch nur eingeschränkt zu beobachten ist. Zwar tritt der Mond kurz vor seinem Untergang in den Kernschatten der Erde ein, doch die helle Morgendämmerung und der frühe Monduntergang erschweren eine längere Beobachtung.

Am 31. Mai gibt es den zweiten Vollmond in einem Monat, auch genannt „Blue Moon“. „Wir erleben dieses Phänomen im Schnitt nur alle zweieinhalb Jahre“, sagt Voss. „Diese Seltenheit erklärt auch die Namensgebung – und nicht etwa ein blau leuchtender Vollmond. Denn die Bezeichnung ist von der englischen Phrase ‚once in a blue moon‘, die so viel wie ‚alle Jubeljahre einmal‘ bedeutet, abgeleitet.“

Polarlichter in Mitteleuropa

Nicht alle Himmelsereignisse lassen sich jedoch lange im Voraus planen. Da die Sonne aktuell eine besonders aktive Phase ihres rund elfjährigen Zyklus durchlaufen hat, kommt es auf ihrer Oberfläche immer wieder zu heftigen Ausbrüchen. Dabei werden große Mengen an Strahlung und geladenen Teilchen ins All geschleudert, die auf der Erde Polarlichter auslösen können – mit etwas Glück sogar über Mitteleuropa. Allerdings lassen sich diese Himmelslichter nur kurzfristig vorhersagen, und auch das Wetter muss mitspielen.

Auch im Jahr 2026 gilt: Wer die Augen offen hält, kann zahlreiche eindrucksvolle Himmelsereignisse beobachten. Die Redaktion wünscht ein frohes neues Jahr und viele klare Nächte!

Quelle: Planetarium Hamburg

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