Mit dem April ist auch am Himmel der Frühling eingekehrt: Inzwischen sind die Tage deutlich länger geworden und der Nachthimmel wird erst gegen 21:30 Uhr richtig dunkel. Ende dieses Monats wird sich die Nacht sogar auf nur fünf Stunden echte Dunkelheit verkürzt haben. Dennoch lohnt auch jetzt ein Blick zu den Sternen. Momentan tauchen fast alle Tierkreis-Sternbilder im Laufe der Nacht am Himmel auf. Nur Widder und Fische sind nicht sichtbar, weil sie tagsüber am Himmel stehen.
Besonders gut zu sehen sind die Sternbilder Löwe, Jungfrau und Bärenhüter. Schon die alten Ägypter könnten das Sternbild des Löwen am Himmel erkannt haben. Später sahen auch die Babylonier und Griechen in dieser Sternenkonstellation den hellen Rumpf und schwächer leuchtenden gebogenen Hals und Kopf eines Löwen. Der hellste Stern des Löwen, Regulus, bildet momentan gemeinsam mit Spica aus dem Sternbild Jungfrau und Arkturus aus dem Bärenhüter das Frühlingsdreieck. Dieses steht in der ersten Nachthälfte im Südosten am Himmel.
Venus als Abendstern, Jupiter beherrscht die Nacht
Wer in diesen Tagen morgens zum Himmel aufgeblickt hat, der konnte in der Nähe des Mondes einen auffallend hellen Lichtpunkt sehen. Dabei handelt es sich nicht um einen Stern, sondern um Jupiter, den größten Planeten in unserem Sonnensystem. Er dominiert in diesem Monat die ganze Nacht hindurch – von seinem Aufgang gegen 22:00 Uhr im Osten bis zu seinem Untergang morgens früh gegen 07:00 Uhr ist er nach dem Mond das hellste Objekt am Nachthimmel. Am frühen Morgen gesellen sich die weniger hellen Planeten Mars und Saturn zum Jupiter dazu.
Doch im Laufe des Monats bekommt der Jupiter weibliche Konkurrenz: Die Venus leuchtet bereits kurz nach Sonnenuntergang als "Abendstern" und übertrifft den Jupiter in ihrer Helligkeit bei weitem. Während sie Anfang des Monats nur sehr kurz und tief am Westhimmel steht, bleibt sie im Laufe des April immer länger stehen. Am Abend des 18. April steht die dünne Mondsichel relativ nah schräg oberhalb der hellen Venus.
Ende April zieht die helle Venus kurz nach der Abenddämmerung durch das Sternbild Stier. Sie wandert von unten kommend am 24. April nah am Siebengestirn, den Plejaden vorüber. Am Monatsende steht unser Nachbarplanet dann rechts neben dem rötlichen Auge des Stiers, dem Stern Aldebaran. Dieser Rote Riese leuchtet 200-mal so hell wie unsere Sonne und ist fast 45-mal größer als sie.
Die Lyriden bringen Sternschnuppen
Ab Mitte April darf wieder gewünscht werden. Denn von 14. bis 26. April ist der Meteorschauer der Lyriden aktiv. Dieser scheinbar aus dem Sternbild Leier kommenden Sternschnuppen-Regen wurde bereits in der Antike beobachtet. Er kommt zustande, wenn die Erde durch Staubreste des Kometen Thatcher (C/1861 G1) fliegt, der alle 415 Jahre einmal durch das innere Sonnensystem fliegt.
Die Lyriden gehören zwar nicht zu den stärksten Meteorschauern im Jahr, dennoch lohnt sich ein Blick in den Nachthimmel. Denn in manchen Jahren sorgen plötzliche Aktivitätsausbrüche dafür, dass besonders viele helle Sternschnuppen fallen. Das Maximum dieses Meteorschauers liegt in diesem Jahr am 22. April – in den beiden Nächten davor und danach können dann 15 bis 25 Sternschnuppen pro Stunde fallen. Besonders günstig sind die Beobachtungsbedingungen in den frühen Morgenstunden des 2. April: Dann ist der Mond bereits untergegangen, aber es ist bis vor Sonnenaufgang gegen fünf Uhr noch dunkel genug, um die Sternschnuppen zu sehen.
Ein neuer "Planetenjäger"
Zwar nicht direkt zu sehen, aber dennoch astronomisch spannend ist der ab dem 16. April geplante Start eines neuen Weltraumteleskops. Der "Transiting Exoplanet Survey Satellite" (TESS) soll künftig gezielt extrasolaren Planeten um sonnenähnliche Sterne und Rote Zwerge fahnden. Dafür wird das Teleskop in den nächsten zwei Jahren rund 200.000 Sterne in der näheren Umgebung der Sonne ins Visier nehmen.
Besitzen diese Sterne einen Planeten, der auf ihrer Bahn vor ihnen vorüberzieht, dann dimmt dieser Transit des Planeten das Licht des Sterns ein winziges Bisschen ab. Diese schwache Abschattung des Sternenlichts zeigt sich in der von TESS aufgezeichneten Lichtkurve und verrät den Astronomen so die mögliche Präsenz eines Exoplaneten.

