Im Dezember dominiert bei uns auf der Nordhalbkugel die Nacht und die Sonne hat das Nachsehen. Im Schnitt ist es jetzt weniger als neun Stunden hell, schon vor halb fünf Uhr nachmittags beginnt schon wieder die Abenddämmerung. Und selbst wenn die Sonne scheint, steht sie sehr tief am Himmel: Höher als maximal 17 Grad über den Horizont schafft sie es selbst mittags nicht. Nördlich des Polarkreises taucht sie sogar gar nicht auf, hier herrscht nun Dauerdunkel – die Polarnacht.
Wintersonnenwende – es wird wieder heller
Kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember, kündigt sich aber eine Wende zum Besseren an – bei der Wintersonnenwende. Dieser Tag ist zwar der kürzeste und dunkelste des Jahres, dafür aber geht es an diesem Zeitpunkt wieder bergauf mit dem Tageslicht: Die Tage werden von da an wieder länger und die Nächte kürzer. Gleichzeitig steigt die Sonne jeden Tag ein wenig höher am Himmel hinauf – und damit gewinnen ihre Strahlen auch an wärmender Kraft.
Es ist daher kein Zufall, dass die Wintersonnenwende in fast allen frühen Kulturen gefeiert wurde: Der "Sieg der Sonne über die Finsternis" spielte in vielen Religionen eine wichtige Rolle. Schon in der Steinzeit errichteten die Menschen Bauwerke, die nach den Sonnenwenden ausgerichtet waren – eines davon ist der berühmte Steinkreis von Stonehenge. Im alten Ägypten wurde an diesem Tag das Fest der Göttin Isis und die Geburt des Horuskindes gefeiert. Und sogar die frühen Christen legten das Weihnachtsfest auf diesen Tag. Erst durch die Einführung des gregorianischen Kalenders verschob sich das Christfest auf einige Tage nach der Wintersonnenwende.
Sternschnuppen statt Stern von Bethlehem
Als wollte der Himmel an den "Stern von Bethlehem" erinnern, gibt es jedes Jahr Mitte Dezember einen der schönsten Sternschnuppenregen des Jahres – die Geminiden. Am 14. Dezember, dem Höhepunkt dieses Meteorschauers könnten bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde am Nachthimmel zu sehen sein. Weil die einzelnen Meteore nur mit einem Tempo von rund 35 Kilometern pro Sekunde durch die Atmosphäre rasen, leuchten sie relativ lange.
Am besten kann man den Sternschnuppenregen nach Mitternacht beobachten, denn dann steht der scheinbare Ursprung dieser Meteore, das Sternbild der Zwillinge, besonders hoch am Himmel. In Wirklichkeit jedoch kommen die Sternschnuppen ganz aus unserer Nähe: Es handelt sich um winzige Bruchstücke des Asteroiden Phaethon, durch die die Erde immer um diese Jahreszeit fliegt. In diesem Jahr kann man sogar den Asteroiden selbst mit einem Teleskop sehen: Am 16. Dezember kommt er der Erde relativ nahe.
Planeten: Jupiter als "Morgenstern"
Wenn Sie in diesen Tagen morgens einen sehr hellen Lichtpunkt am Osthorizont sehen, dann ist dies kein Geringerer als der König der Planeten: der Gasriese Jupiter. Er löst im Dezember die Venus als "Morgenstern" ab und leuchtet ab etwa 05:00 Uhr bis zum Sonnenaufgang. Im Laufe des Monats kommt er dabei dem rötlich schimmernden Mars immer näher. Dieser geht schon vor dem Jupiter auf, ist aber weniger hell als dieser.
Ab dem 24. Dezember lässt sich sogar ein Blick auf einen "Weihnachtsstern" der besonderen Art erhaschen: Der innerste Planet Merkur lugt von Weihnachten bis Neujahr in der Morgendämmerung über den Horizont. Im Prinzip ist der Merkur dabei mit bloßem Auge zu sehen, aber ein Fernglas kann helfen, den schwachen Lichtpunkt in der Dämmerung zu finden.
Wie der Dezember zu seinem Namen kam
Haben Sie sich schon mal gewundert, warum der zwölfte Monat im Jahr Dezember – der zehnte – heißt? Der Grund ist eine Kalenderreform. Denn noch vor gut 2.150 Jahren war der Dezember tatsächlich der zehnte Monat und das neue Jahr begann mit dem März. Dann jedoch gab es im römischen Reich eine Kalenderreform und der Jahresbeginn wurde um zwei Monate auf den 1. Januar vorverlegt. Dadurch rutschte der Dezember in der Monatszählung nach hinten.

